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"Das Beste kommt zum Schluss": Die große Sause vor dem Sarg

Zwei Männer bekommen die rote Karte fürs Leben: Ein paar Monate noch, dann habe der Krebs gesiegt, so lautet die Diagnose. "Das Beste kommt zum Schluss" zeigt, wie man zwar nicht die Haare, aber die Würde behält.

Von Sophie Albers

Edward ist ein Ekel. Ein schwerreicher Zyniker, der sich persönlich beleidigt fühlt, als sein Körper ihm den Dienst verweigert. Carter ist ein gottesfürchtiger Mann, der noch auf dem Krankenbett Bücher wälzt, weil er doch eigentlich Geschichtslehrer werden wollte anstatt Automechaniker. Trotz der unterschiedlichen Lebenswelten sitzen die Männer im gleichen Boot: Beide leiden an Krebs im Endstadium.

Nach anfänglichen Kabbeleien finden der aufbrausende Edward (Jack Nicholson) und der fast stoische Carter (Morgan Freeman) zueinander, und zwar über eine "Löffel-Liste", eine Liste mit letzten Wünschen, die sie abarbeiten wollen, bevor sie den Löffel abgeben müssen.

Mit Edwards Millionen fahren sie nun Sammlerautos zu Schrott, reisen um die Welt und erzählen sich ihre mehr als 120 Jahre Leben. Er habe immer gedacht, es sei befreiend zu wissen, wann man sterben muss, sagt Carter einmal, doch als er es dann erfährt, ändert er seine Meinung.

Rob Reiner, Regisseur großen Kinos wie "Harry und Sally", "Eine Frage der Ehre" oder auch "Misery", zeigt Operationsnarben, Krämpfe und Nicholson über der Kloschüssel. Aufgefangen wird der Horror über das nahende Ende jedoch, indem die Charaktere dem Tod immer wieder ins Gesicht lachen. Darin ist vor allem Nicholson wie immer grandios.

Die große Kunst von "Das Beste kommt zum Schluss" liegt darin, dem Thema die Schwere zu nehmen, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu verlieren. Das ist besonders unterhaltsam, wenn der Schlagabtausch über Bestattungsfragen und Glaubensbekenntnisse zwischen Leinwandmeistern wie Freeman und Nicholson stattfindet.

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