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"Gegen die Wand": Fatih Akin erklimmt Europas Filmthron

Das Liebesdrama "Gegen die Wand" des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin ist mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Auch Schauspieler Daniel Brühl ging nicht leer aus.

Der Siegeszug des vielfach preisgekrönten deutsch-türkischen Liebesdramas "Gegen die Wand" von Fatih Akin hält weiter an: Am Samstag hat es in Barcelona auch den Europäischen Filmpreis 2004 als bester europäischer Film des Jahres gewonnen. Außerdem wurde der aus Hamburg stammende Akin mit dem Europäischen Publikumspreis als bester Regisseur ausgezeichnet. Seine Liebesgeschichte zwischen zwei Deutschtürken erhielt in diesem Jahr bereits den Goldenen Bären der Berlinale und den Deutschen Filmpreis. Damit hat nach "Good bye, Lenin!" im vergangenen Jahr zum zweiten Mal hintereinander ein deutscher Streifen den "europäischen Oscar" errungen. Obendrein gewann der Deutsche Daniel Brühl den Publikumspreis als bester europäischer Schauspieler.

"Gegen die Wand" schlug bei der Galaveranstaltung der Europäischen Filmakademie - der ersten seit der Erweiterung der Europäischen Union - Mitkonkurrenten wie "La Mala Educació" des Spaniers Pedro Almodóvar, den Venedig-Sieger "Vera Drake" des britischen Regisseurs Mike Leigh und den französischen Publikumserfolg "Les Choristes" (Die Kinder des Monsieur Mathieu) von Christophe Barratier aus dem Rennen. Für "Les Choristes" erhielt allerdings Bruno Coulais den Preis für den Europäischen Komponisten 2004.

Publikums-Auszeichnung an Daniel Brühl

Daniel Brühl erhielt seine Publikums-Auszeichnung für seine Rolle in dem Film "Was nützt die Liebe in Gedanken". Lieblingsdarstellerin bei der Publikumsumfrage wurde Penelope Cruz für "Non Ti Muovere/ Don’t Move" (Italien). Bester Europäischer Regisseur 2004 ist der Spanier Alejandro Amenàbar mit seinem Film "Mar Adentro" zum Thema Sterbehilfe. Javier Bardem wurde für seine Rolle in diesem Film auch zum besten europäischen Schauspieler gekürt. Beste Darstellerin ist Imelda Staunton mit ihrer Rolle in dem Film "Vera Drake" von Mike Leigh.

Den Preis für sein Lebenswerk erhielt in diesem Jahr der 72-jährige spanische Regisseur Carlos Saura. Die Auszeichnung "Europäischer Beitrag zum Weltkino" ging an die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann. Beste Drehbuchautoren sind die Franzosen Agnes Jaoui und Jean-Pierre Bacri für "Comme Une Imgae" (Look At Me), bester Kameramann wurde Eduardo Serra für "Girl With A Pearl Earring" (Das Mädchen mit dem Perlenohrring) aus Großbritannien.

Der Kritikerpreis der Europäischen Filmakademie ging an "Trilogie - Die Erde weint" des Griechen Theo Angelopoulos. Den Preis für den besten nichteuropäischen Film erhielt "2046" von Wong Kar-Wai (China/ Frankreich).

DPA / DPA