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"Herr Lehmann": Philosophie am Zapfhahn

Sie haben die Berliner Schlaffi-Saga "Herr Lehmann" kongenial verfilmt: ein Gespräch unter fünf Herren über Frauentratsch und Männerseelen.

Zuerst war da "Herr Lehmann". Eine Romanfigur, ausgedacht von Sven Regener, Jahrgang 61, Texter und Sänger der Berliner Band Element of Crime. Die tragikomischen Erlebnisse des Melancholikers Lehmann, der als Bierzapfer und Gelegenheitsphilosoph im Kreuzberg des Wendejahres 1989 lebt, wurden im Herbst 2001 zum Überraschungserfolg, die Taschenbuchausgabe hält sich seit Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten.

Dann kam Leander Haußmann, 44, Wunderkind des DDR-Theaters, Regisseur, Schauspieler und einst Deutschlands jüngster Intendant, zudem Nachbar und Freund von Regener - Haußmann also hat das Buch verfilmt, kongenial lakonisch, mit Sinn für den Wert der Langsamkeit. Die Titelrolle spielt MTV-Moderator Christian Ulmen, 28, den Part seines besten Freundes übernahm Detlev Buck, 40 ("Wir können auch anders"), der mit Claus Boje, 45, den Film auch produziert. In Berlin, wo sonst, trafen sich die fünf Herren zum Gespräch über Gefühle, die 80er und Lehmann, den Film.

Sven Regener: Ich habe mir das alles natürlich ganz anders vorgestellt. Als mir Leander erzählte, dass er die Rolle von Lehmanns Kumpel Karl mit Detlev Buck besetzen will, habe ich erst mal Zeter und Mordio gebrüllt. Buck hat bei mir aufgrund seiner Filme ein völlig anderes Image. Jetzt muss ich sagen, grandios. Schön, wenn einem mal wieder ein Vorurteil kaputtgeht.
Leander Haussmann: Ich hatte die gleichen Zweifel. Mit Christian war es ähnlich. Diese Besetzung war...
Christian Ulmen: Umstritten!
Haussmann: ...auf jeden Fall ein Risiko. Manchmal kriegen die Leute das Bild, das sie von jemandem haben, nicht aus dem Kopf. Aber Christian ist genau richtig. Was mir nicht gefällt, ist, dass MTV und Viva inzwischen als Kaderschmiede für den deutschen Film daherkommen.
Ulmen: Andere haben vier Jahre Schauspiel studiert, und dann kriegt so ein Clip-Ansager die Rolle. Klar, dass da einige sauer sind.
Regener: Hat dir Leander zwischendurch nicht mal den Arsch aufgerissen, dich richtig angebrüllt?
Ulmen: Nee, er wusste, dass ich sehr sensibel bin.
Regener: Ich war ja nie bei den Dreharbeiten. Ich wusste nicht, wo und wann die waren.
Haussmann: Es gab eine lange Diskussion, ob wir Sven mal einladen wollen.
Regener: War richtig, sich dagegen zu entscheiden. Wenn ich da am Set sitze, schreie ich doch nur den ganzen Tag Scheiße.
Haussmann: Man kann es auch nett mit dem Filmemacher Sidney Lumet sagen: Autoren sind toll, und ich verehre sie sehr, aber ganz ehrlich - manchmal gehen sie mir auch tierisch auf den Sack.
Regener: Hast du beim Verfilmen eigentlich ein Problem damit gehabt, Leander, dass du Ossi bist?
Haussmann: Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Ich war unsicher, was das Dekor und so weiter angeht. Dass man was falsch macht und erwischt wird.
Claus Boje: Es war klar, dass nichts schief gehen wird! Die Leute, die für Ausstattung, Kostüme, Kamera verantwortlich waren, haben alle in Kreuzberg gelebt.

Regener: Wir wollten keine museale Verstaubung, keine nostalgische Kostümschau à la "Das waren die tollen 80er"! Authentizität ist uninteressant. Das ist, wie wenn mich Leute fragen: Hast du das wirklich so erlebt? Nein, ich habe nichts davon erlebt. Jeder, der mich kennt, weiß das. Es ist alles ausgedacht. Wer es authentisch haben will, bitte, der soll sich einen Dokumentarfilm über die Zeit angucken.
Ulmen: Das Schöne an Herrn Lehmann ist, dass viele sich in ihm wiedererkennen. Erst dachte ich, ich müsste durch Kreuzberger Kneipen ziehen und mich über die 80er informieren. Habe ich schnell verworfen. Das verkrampft nur. Außerdem geht's im Film gar nicht darum. Eher um die Dinge des Lebens. Und darum, dass Männer oft aneinander vorbeireden.
Detlev Buck: Männer sind emotionsgehemmt. Die gehen nicht richtig auf den anderen ein. Wenn Karl, der Künstler ist, begeistert von seiner Ausstellung in Charlottenburg erzählt, heißt es nicht: Super, Karl! Sondern: Ach du Scheiße, da müssen wir ja mit der U-Bahn hinfahren.
Ulmen: Herr Lehmann ist auch emotionsgehemmt. Er weigert sich, über die Beziehung zu seiner Freundin zu erzählen. Was fast schon pubertär ist.
Buck: Frauen sprechen mehr miteinander. Habe ich mir sagen lassen. Von Frauen.
Regener: Ich halte dagegen, gegen dieses modische "Frauen sind so schön emotional, erzählen sich von ihren Gefühlen". Deren Gespräche können auch hohl sein. Da wird oft bloß getratscht.
Haussmann: "Herr Lehmann" ist jedenfalls kein Männerfilm! Im Gegenteil! Frauen kriegen einen tiefen Einblick in Männerseelen. Es ist vor allem ein Frauenfilm. Oder, nein, eigentlich ein Film für beide.

Anke Kapels

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(