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"Mission: Impossible III": Tom Cruise in privater Mission

Spektakuläre Action, waghalsige Stunts und attraktive Schauplätze: In seinem dritten Fall hat es Ethan Hunt mit einem diabolischen Gegenspieler zu tun - der auch vor seinem Privatleben nicht halt macht.

Von Carsten Heidböhmer

Dem Filmstart von "Mission: Impossible III" ging ein wochenlanges PR-Getrommel voraus, das in der Geburt von Suri, der Tochter von Tom Cruise zu Katie Holmes, den (vorläufigen) Höhepunkt fand. Für den Sommer ist die Hochzeit geplant. Der Film knüpft scheinbar nahtlos an die private Situation des Schauspielers an: Zu Beginn feiert der von Cruise gespielte Ethan Hunt seine Verlobung. Dass seine Auserwählte (Michelle Monaghan) der echten Braut Katie Holmes fast zum Verwechseln ähnlich sieht, ist die Krönung einer perfekten Werbestrategie, die die Inszenierung des fließenden Übergangs von Privatleben und Filmrolle bis ins letzte Detail auskostet.

Doch die Familienidylle währt nicht lang: Noch auf seiner Verlobungsfeier wird Hunt nach Deutschland abkommandiert, wo er eine entführte Kollegin aus einer stillgelegten Berliner Fabrik retten muss. Gleich zu Beginn zeigt sich die größte Stärke dieses Films: originelle Schauplätze. Auf die Befreiungsaktion in düsteren Fabrikhallen folgt eine rasante Hubschrauber-Verfolgungsjagd in einem Windpark. Spätestens mit diesem Film werden die Früchte rot-grüner Energiepolitik in alle Welt gesendet.

Entführung im Vatikan

Als nächstes reisen Hunt und sein Team (Ving Rhames, Jonathan Rhys Meyers und Meggie Q) in den Vatikan, wo sie den Geschäftsmann Owen Davian (Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman) in einer waghalsigen Aktion entführen. Doch der Bilderbuch-Bösewicht Davian kennt die Schwachstellen seiner Entführer. Hunt, der in der Zwischenzeit heimlich geheiratet hat, ist verwundbar geworden - das nutzen seine Gegner aus. Und die sitzen auch in den eigenen Reihen.

Wieder zurück in den USA ist seine Ehefrau entführt und die Geisel getürmt. Doch Hunt hat noch einen Trumpf in der Hand: die mysteriöse "Hasenpfote", die er bei dem Zugriff im Vatikan an sich gebracht hat. Es kommt zum Showdown in Shanghai - der so verläuft, dass weitere Folgen ausdrücklich nicht ausgeschlossen sind.

Ethan Hunt bleibt blass

Regisseur J.J. Abrams, Schöpfer der TV-Serien "Lost" und "Alias", hat einen rasanten Thriller vorgelegt, der mit einer bestechenden Optik, schnellen Schnitten und bislang ungesehenen Schauplätzen aufwartet. Der Schwachpunkt liegt in der Rolle des Ethan Hunt, der auch als frisch Verliebter blass bleibt und - was noch schlimmer ist - ohne jegliche Ironie agiert. Zudem spielt Philip Seymour Hoffman als Bösewicht den Held Tom Cruise gnadenlos an die Wand.

So beschleicht einen zum Schluss der Verdacht, dass ein bisschen weniger Privatleben im und um den Film nicht geschadet hätten. All das lenkt nur von dem ab, was "Mission: Impossibe III" im Kern ist: ein spannender, solider Action-Thriller. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.