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"Psycho"-Mashup: Soderbergh mischt den Hitchcock-Klassiker auf

So haben Sie "Psycho" noch nie gesehen: Steven Soderbergh hat Hitchcocks Meisterwerk mit dem umstrittenen Gus-van-Sant-Remake gekreuzt. Eine besondere Überraschung gibt es bei der Duschszene.

Steven Soderbergh ist offenbar nicht ausgelastet: Heimlich, still und leise hat der US-Regisseur einen neuen Film veröffentlicht. Ohne großes Tamtam, ohne PR, auf seiner eigenen Homepage "Extension 765". Gut, technisch gesehen handelt es sich bei "Psychos" um keinen wirklich neuen Film. Aber um einen der wohl interessantesten Mashups der vergangenen Jahre.

Der Name verrät es schon: Soderbergh zollt der Mutter aller Thriller seinen Respekt - Alfred Hitchcocks "Psycho". Dabei vermischt der 51-jährige Filmemacher Szenen aus dem 1960er Original kongenial mit dem umstrittenen Remake, das Regisseur Gus Van Sant 1998 in die Kinos brachte. Van Sant hatte den Film damals Szene für Szene nachgedreht - mit anderen Schauspielern und in Farbe. Doch diese ultimative Verbeugung vor dem Original war vielen Cineasten sauer aufgestoßen.

Für ein Mashup ist diese 1:1-Umsetzung freilich eine Steilvorlage. Allerdings entschloss sich Soderbergh dazu, die farbigen Szenen des Remakes in Schwarzweiß zu konvertieren. Umso beeindruckender wirkt es, wenn die Schlüsselszene in der Dusche plötzlich in Farbe erstrahlt.

Anmerkung: Hitchcock, Gus Van Sant, Soderbergh - wo so viel Kult aufeinander prallt, gehen die Server schon einmal in die Knie: Gestern Abend brach Soderberghs Seite unter dem Ansturm der Fans gleich mehrfach zusammen. Inzwischen ist sie aber wieder erreichbar.

Jens Wiesner