"Solaris" Abenteuerliche Reise an den Rand des Universums


Steven Soderbergh hat den Science-Fiction-Klassiker von Stanislaw Lem neu verfilmt. Darin kommt von einer fernen Forschungsstation ein Hilferuf zur Erde. Denn unerklärliche Dinge geschehen im All.

Eine bedrohliche Stille liegt über der Raumstation Prometheus, auf der die Wissenschaftler jeglichen Kontakt zur Erde abgebrochen haben. Schritt für Schritt tastet sich ein Psychologe (George Clooney) in das Innere vor, um die Ursache dafür zu ergründen. Schockiert muss er feststellen, dass der Missionsleiter (Ulrich Tukur) Selbstmord begangen hat und die beiden anderen Wissenschaftler (Jeremy Davies, Viola Davis) sich extrem paranoid verhalten.

Bereits Tarkowskij verfilmte den Stoff

In seinem neuem Kinofilm «Solaris» entführt der Oscar-gekrönte, amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Steven Soderbergh («Traffic - Macht des Kartells», «Ocean's Eleven») die Kinozuschauer auf eine abenteuerliche Reise an den äußersten Rand des Universums. Die Story zu «Solaris» basiert auf dem gleichnamigen Science-Fiction-Klassiker des polnischen Kult-Autors Stanislaw Lem und wurde bereits 1972 von dem russischen Meisterregisseur Andrej Tarkowskij auf die Leinwand gebracht.

Komplette Freiheit für Soderbergh

Als Produzent für die Neuverfilmung zeichnet «Titanic»-Regisseur James Cameron verantwortlich, der mit seiner Firma Lightstorm Entertainment fünf Jahre lang darum kämpfte, die Remake-Rechte von der russischen Filmgesellschaft Mosfilm zu erwerben. Bei der Entwicklung des Drehbuches erhielt Soderbergh komplette Freiheit, sein filmisches Konzept umzusetzen.

Es geht ums Erinnern

«Erinnerung ist ein Thema, das mich schon immer fasziniert hat», bekennt Soderbergh, der in diesem Science-Fiction-Film völlig auf den Einsatz Genre-typischer Elemente wie Action-Schlachten oder Aliens verzichtet. «Es hat mich nicht interessiert, wie die Zukunft aussieht. Ich wollte zeigen, wie sie sich anfühlen könnte.» In «Solaris» werden die Protagonisten von den mysteriösen Ereignissen dieser einzigartigen Welt gefangenen genommen.

Drama um verstorbene Ehefrau

Im Mittelpunkt steht dabei die verstorbene Ehefrau (Natascha McElhone), die dem Psychologen auf der Raumstation erscheint. Verzweifelt versucht er herauszufinden, ob er tatsächlich die Chance erhält, in die Vergangenheit zurückzukehren und deren fatalen Verlauf zu verändern. Hollywood-Star Clooney nahm begeistert die Herausforderung dieser komplexen, emotionsgeladenen Rolle an: «Solch einen Film kann man nur mit einem Regisseur drehen, dem man absolut vertraut.»

Beklemmender Isolations-Effekt

Die Dreharbeiten erfolgten in den gleichen Studiohallen, in denen Soderbergh schon große Teile von «Ocean's Eleven» realisiert hatte. Das beeindruckende Set der zweistöckigen Raumstation besaß Ausmaße von 50 mal 73 Metern und wurde auf Betonfundamenten in den Boden eingelassen. Um den beklemmenden Isolations-Effekt auf der Raumstation zu verstärken, wurden darin Trennwände und hohe Schwellen errichtet. Damit eine optische Trennung zwischen den Rückblenden und der Gegenwart vermittelt wird, wählte der Regisseur für die Szenen auf der Erde andere Objektive und Kameraeinstellungen.

Psychologisches Kammerspiel im Weltall

Nach so unterschiedlichen Werken wie «Out of Sight», «Traffic» oder «Erin Brokovich» liefert Soderbergh mit «Solaris» diesmal ein psychologisches Kammerspiel, in dem er das Weltall als Hintergrundkulisse für eine tiefsinnige Liebesgeschichte einsetzt. Im Zentrum der Story stehen Themen wie Erinnerung, Schuld, aber auch die Sehnsucht nach Erlösung und die Möglichkeit, aus vergangenen Fehlern zu lernen. «Es gibt keine Antworten, nur Entscheidungen - und das ist es, worum es in meinem Film geht», sagt Soderbergh.


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