"Der Rosarote Panther" auf der Berlinale Der entspannte Steve Martin


Inspektor Clouseau macht mal wieder alle wahnsinnig. US-Comedy-Star Steve Martin jagt zum zweiten Mal den "Rosaroten Panther". stern.de traf den Witzbold zum ernsthaften Gespräch.
Von Sophie Albers

Steve Martin nippt an seinem Eistee. Er sieht aus wie ein Professor an einer kleinen Universität an der Ostküste der USA, der sich ein Stück Coolness bewahrt hat. Steve Martin trägt Ringelsocken zum sonst eher biederen Outfit. Und Schuhe, die fast ein bisschen an einen Clown erinnern, aber eben nur fast. Denn dafür ist Steve Martin zu zurückhaltend.

Er ist ein freundlicher Mann, abwartend sitzt er da, mit übereinandergeschlagenen Beinen und im Schoß gefalteten Händen. Doch seine Augen verraten, dass hinter dieser Fassade der Ruhe ganz großes Kino tobt. Schließlich ist der 63-Jährige einer der größten Komiker Hollywoods.

Auf der Berlinale präsentiert der Star aus Filmen wie "Tote tragen keine Karos" und "Vater der Braut" den zweiten Teil von "Der Rosarote Panther", für den Martin einen ganz eigenen Inspektor Clouseau erfunden hat. stern.de traf den gelernten Stand-Up-Comedian und fragte ihn nach seinem Humor.

Mister Martin, "Der Rosarote Panther 2" feiert einen Old-School-Humor, den man heute eigentlich nicht mehr sieht? Fühlen Sie sich als letzter Ihrer Art?

(Lacht) Ich würde sicher mehr Avantgarde-Komödien machen, wenn sie mir angeboten würden oder wenn ich eine Idee für eine hätte. Aber das hier ist klassische Komödie. Damit bin ich geboren und aufgewachsen. Mit Laurel und Hardy, mit Charlie Chaplin, mit amerikanischen TV-Comedians in den 50ern. Die haben alle ganz klassisches Zeug gemacht. Das ist mein Ziel, es ihnen gleichzutun.

Müssen Sie einen Witz selbst lustig finden, um ihn spielen zu können?

Nicht unbedingt. Ich muss ihn verstehen. Der Grund, warum ich einen Witz spielen kann, den ich selbst vielleicht gar nicht witzig finde, ist der, dass ich weiß, dass du dir niemals sicher sein kannst. Manchmal denkt man, das wird schon gehen, und plötzlich ist es der Riesenlacher. Völlig überraschend. Das musst du zulassen. Im Film hat man das Glück, dass man Witze, die nicht funktionieren, einfach rausschneiden kann.

Sie kennen Witz-Techniken in- und auswendig. Worüber lachen Sie selbst? Ist es nicht wahnsinnig schwer, Sie zum Lachen zu bringen?

Oh nein! Ich gucke mir gerne Comedians an. Natürlich gucke ich sie mir anders an, ihre Mechanik, wie sie funktionieren - jetzt macht er das, jetzt das. Aber sie können mich immer wieder überraschen - und zum Lachen bringen.

Sie arbeiten in "Pink Panther" vor allem mit körperlichem Witz, Tolpatschigkeit, kleine und größere Unfälle. Funktioniert der Körper besser als Worte, wenn man Lacher ernten will?

Ich mag beides. Ich mag den Wortwitz sehr. Im Film zum Beispiel den über das kleine Aufnahmegerät, das in Wirklichkeit ein Stift ist. Ich mag diese winzigen Witze, die sprachliche Verwirrung. Man muss Balance halten. Die großen Witze müssen von den kleinen aufgewogen werden, sonst hat der Film Schlagseite.

Wie funktioniert eigentlich so ein - entschuldigen Sie - blöder Witz wie der über den Stift? Der hat Kindergarten-Niveau, trotzdem hat das ganze Kino gelacht.

Clouseau präsentiert ihn wie ein James-Bond-Gadget zum Kriegführen, und dann ist es nur dieses harmlose, kleine, alberne Ding...

Gibt es dafür einen technischen Namen in Komiker-Kreisen? Die Über-Übertreibung?

Für Komiker gibt es nur zwei Worte: "bombing" und "killing". "Bombing" heißt: keine Lacher, "killing" heißt, die fallen alle um vor Lachen.

Haben Sie, Steve Martin, schon mal ein "bombing" erlebt?

Natürlich, damit habe ich angefangen. So fangen alle Komiker an.

Und wie macht man danach weiter?

Um neun fängt die nächste Show an, da musst du wieder auf der Bühne stehen.

"Der Rosarote Panther 2" kommt am 15. März in die Kinos


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