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59. Berlinale: Unverbindliche Preisempfehlung

Der Berlinale-Wettbewerb ist vorbei, der Kampf um die Bären beginnt. Die Auswahl ist groß, aber nicht herausragend. stern.de wagt eine Prognose.

Den Goldenen Bären wollen sie alle, aber es kann nur einen geben

Den Goldenen Bären wollen sie alle, aber es kann nur einen geben

Auf den 59. Internationalen Filmfestspielen Berlin gab es viel zu sehen: starke Frauen, fliegende Babys und harte politische Themen. In fast allen Filmen fand sich Diskussionswürdiges, den großen Favoriten gibt es jedoch nicht. Die Jury wird es in diesem Jahr nicht leicht haben. So könnte es ausgehen:

Hans-Christian Schmids Drama über das UN-Tribunal zu den Verbrechen in Ex-Jugoslawien hat gute Chancen auf den Goldenen Bären, wenn man sich so umhört. stern.de schlägt "The Messenger" vor, in dem Woody Harrelson einen Kriegsveteranen spielt, der in der Heimat den Hinterbliebenen der Gefallenen die Todesnachricht überbringt. Der Große Preis der Jury könnte in diesem Jahr an die spanisch-peruanische Produktion "The Milk of Sorrow" gehen, ein eindringliches Drama über eine traumatisierte Frau.

Der Silberne Bär für den besten Darsteller wird wohl an Woody Harrelson ("The Messenger") gehen. Aber stern.de bleibt Tommy Lee Jones treu. Dessen Auftritt als alter Cop in "In The Electric Mist" war wie immer brillant.

Gute Chancen auf die Auszeichnung als

beste Darstellerin

hat Krystyna Janda, die in Andrzej Wajdas Drama "Der Kalmus" ganz real den Tod ihres Mannes verarbeitet. stern.de findet aber, dass auch Renée Zellweger in "My One And Only" überraschend beeindruckt hat. Und weil man ihn kaum erkannt hat, könnte man auch Jude Law vorschlagen, der in Sally Potters "Rage" als Transsexueller auftrat.

Der Silberne Bär für die

beste Regie

wird wohl an Hans-Christian Schmid gehen für "Storm". Als

beste künstlerische Leistung

ist Peter Stricklands "Katalin Varga" aufgefallen. Der Künstler hat darin fast alles selbst gemacht: Drehbuch, Regie und Produktion. stern.de findet aber auch die Ausstattung von "My One And Only" preisverdächtig.

Der iranische Filme "About Elly" über das Wesen der Wahrheit und betonharte Denkstrukturen könnte den Silberbären für das

beste Drehbuch

bekommen. Aber auch "Gigante" sollte gewürdigt werden, der eine Liebesgeschichte via Überwachungsmonitor in einem Einkaufszentrum erzählt.

Bleibt der

Alfred Bauer Preis

für den innovativsten Film: Für den schlägt stern.de "Katalin Varga" vor.

Am Abend sind wir schlauer.

Sophie Albers, Kathrin Buchner, Carsten Heidböhmer, Matthias Schmidt, Bernd Teichmann