Charlotte Sänger und Friedrich Dellwo Nicht nur beruflich ein starkes Team

Die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem ist beim Frankfurter Duo Sänger und Dellwo nicht immer ganz klar. Dennoch stehen hier knallharte Kriminalfälle - und kein Beziehungsgeplänkel - im Vordergrund.

Seit 2002 geht das Duo Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Friedrich Dellwo (Jörg Schüttauf) in Frankfurt auf Verbrecherjagd. Das Team ist die Nachfolge des Frankfurter "Tatort"-Kommissars Brinkmann (Karl-Heinz von Hassel) angetreten.

Die beiden Ermittler verbindet jedoch nicht nur Berufliches: Zwischenzeitlich haben Dellwo und Sänger zusammen gewohnt, und sie verbindet privat eine Freundschaft, die sich allmählich in Zuneigung zu verwandeln scheint. Derzeit steht Charlotte Sänger als Oberkommissarin eine Hierarchiestufe unter ihrem kürzlich beförderten Kollegen Dellwo - was immer wieder zu Reibereien zwischen den beiden führt.

Die von Sawatzki gespielte Kommissarin Sänger ist eine rätselhafte, zerrissene Frau. Unsicher im Privatleben, einsam, ein "ewig trauriges Huhn", wie der "Spiegel" schreibt. Doch dann kämpft sie mit Wut und Kraft gegen das Verbrechen, als wäre der Job ihr einziger Halt im Leben.

Erfahrene Schauspieler

Beide Darsteller haben bereits Erfahrung in einschlägigen Rollen: Schüttauf als "Fahnder" im ARD-Vorabendprogramm (von 1994 bis 1998) und Sawatzki als Ermittlerin Gabi Bauer im "Polizeiruf 110" des WDR. Die aus dem bayerischen Kochel am See stammende Künstlerin gehört zu den zurzeit meistbeschäftigten Fernseh- und Filmschauspielern. Im Kino sieht man sie vor allem in Komödien wie als nervöse Chefgöttin Yolanda in "Ein göttlicher Job" oder in der Teenager-Komödie "Harte Jungs" als etwas schräge Tante Zelda. In "Das Experiment" spielte sie die Assistentin des Projektleiters.

Der 39-jährige Jörg Schüttauf stammt aus Sachsen; er wurde in Chemnitz geboren. In der DDR verkörperte er zumeist typische Antihelden und Außenseiter, unter anderem im "Polizeiruf 110". Seine erste große Fernsehrolle nach der Wiedervereinigung war "Lenz" in Egon Günthers gleichnamigem Fernsehfilm, für die er gleich den Grimme-Preis erhielt. Seither gehört auch Schüttauf zur Stammbesetzung des deutschen Fernsehens. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis für seine Rolle in "Warten ist der Tod" (ZDF) als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet

Das Gespann kommt nicht nur bei den Zuschauern gut an. Nachdem der Frankfurt-"Tatort" mit dem Titel "Herzversagen" mit dem begehrten Grimme-Preis ausgezeichnet worden ist, erhielt die Folge auch die Auszeichnung als bester deutscher Fernsehkrimi des Jahres 2004. Der Film des Hessischen Rundfunks (hr) sei ein beeindruckendes Porträt der Kälte einer Gesellschaft, in der alte Menschen auf verachtende Weise abgeschoben würden, begründete die aus Schauspielern, Drehbuchautoren und Wissenschaftlern bestehende Jury ihre Entscheidung.

Mit nur sechs gemeinsamen Auftritten hat sich das Duo Sawatzki/Schüttauf in die erste Liga der "Tatort"-Ermittler gespielt. Da wäre es doch an der Zeit, dass Charlotte Sänger endlich befördert wird und beruflich mit Dellwo gleichzieht.

Carsten Heidböhmer mit Material von DPA/AP


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