HOME

Blogbeitrag: "Ich schäme mich nicht": "Star Trek"-Idol Wil Wheaton spricht offen über seine Depression

Als Wesley Crusher in der Serie "Raumschiff Enterprise" wurde Wil Wheaton schon als Jugendlicher berühmt. Kaum jemand ahnte, dass der Star mit einer psychischen Erkrankung kämpfte.

Will Wheaton

Schauspieler Will Wheaton spielte sieben Jahre lang in der Serie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" mit

Picture Alliance

"Mein Name ist Wil Wheaton. Ich lebe mit einer chronischen Depression und ich schäme mich nicht" – so betitelt der Schauspieler seinen Blogbeitrag, in dem er schonungslos und offen wie kaum ein Prominenter zuvor beschreibt, wie er unter einer psychischen Erkrankung leidet. Der Text ist das Manuskript eines Vortrags, den Wheaton auf einer Konferenz der Nationalen Allianz für psychische Krankheiten gehalten hat.

Wheaton, der in der "Star Trek"-Serie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" den jungen Fähnrich Wesley Crusher spielte und auch einige Gastauftritte in "The Big Bang Theory" hatte, erlangte schon mit 13 Jahren als Schauspieler große Bekanntheit.

Für "Star Trek"-Fans ist er ein Idol. Doch kaum jemand wusste, wie sehr Wheaton an seiner Depression litt.

Wil Wheaton litt schon als Kind unter Panikattacken

"Es ging mir meistens schlecht, ohne ersichtlichen Grund. Ich lebte meinen Traum, ich machte das, was ich liebte und bekam Geld dafür", erzählt er. Schon als Kind habe er Panikattacken gehabt, die die Erwachsenen aber für Albträume gehalten hätten. "Ich wurde so erzogen, als sei das eine Schande", schreibt Wheaton.

Er wurde erwachsen, doch die Angstzustände, Panikattacken und depressiven Phasen blieben. "Die Welt machte mir jede Nacht meines Lebens Angst und ich wusste nicht warum, oder was ich dagegen tun konnte." Er habe viele schöne Dinge in den besten Jahren seines Lebens verpasst, weil er sich ständig Sorgen darum gemacht hätte, was schiefgehen könnte. "Ich lebte nicht. Ich existierte nur", sagt er zurückblickend. Das sei für ihn eine sehr schmerzvolle Erkenntnis gewesen.

Wheaton will Betroffenen Mut machen

Erst mit 34 Jahren erkannte Wil Wheaton, dass eine keine Schwäche ist, sondern eine Krankheit. Seine Frau überredete ihn, zu einem Arzt zu gehen, und nie werde er die Worte vergessen, die dieser Arzt zu ihm sagte, erzählt Wheaton: "Lassen Sie mich Ihnen helfen." Er begann Antidepressiva zu nehmen – und das veränderte sein Leben. Zum ersten Mal habe er die Schönheit der Welt wahrnehmen können.

Es erfordert viel Mut, so ehrlich über seine Depression zu sprechen, wie es Will Wheaton tut – erst recht als Prominenter, der im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit steht. Doch der 45-Jährige möchte Menschen Mut machen, die ebenfalls mit psychischen Problemen kämpfen. Er habe sich immer gewünscht zu wissen, dass er eine psychische Krankheit habe, die behandelt werden könne. "Ich wünschte, ich hätte gewusst, dass es nicht normal und nicht nötig war, wie ich mich gefühlt habe."

"Es ist nicht für immer"

"Ich war die ersten 30 Jahre meines Lebens in einem dunklen, lauten Raum gefangen und ich weiß, wie hoffnunglos sich das anfühlt. Deshalb tue ich alles, um anderen dabei zu helfen, einen Ausweg zu finden", beschreibt Wheaton seine Motivation, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Anderen Betroffenen rät er, neben professioneller Hilfe auf sich selbst zu achten: "Geht duschen. Esst eine gesunde Mahlzeit. Macht einen Spaziergang."

Seine Botschaft: "Es ist nicht für immer. Es wird besser werden. Du bist nicht allein in diesem Kampf, und du bist okay." Lange Zeit waren Depressionen in der Gesellschaft ein absolutes Tabuthema, und noch immer trauen sich viele Menschen nicht, über ihre Probleme zu sprechen. Wil Wheaton hat es getan und er träumt von dem Tag, an dem keine Artikel mehr darüber geschrieben werden müssen, wenn ein berühmter Schauspieler diese Worte sage: "Mein Name ist Wil Wheaton. Ich lebe mit einer chronischen Depression und ich schäme mich nicht."