HOME

Neue DVDs: Von "Cinderella" bis "Hör mal wer da hämmert"

Ob alte Filme oder Serien: Das Geschäft mit der Zweitverwertung brummt. stern.de präsentiert einen bunten Mix aus Fernsehformaten und älteren Filmen, die jetzt auf DVD erschienen sind.

Von Carsten Scheibe

Eins und eins macht vier

Die beiden Zwillinge Mary-Kate und Ashley Olsen sind in der US-Sitcom "Full House" berühmt und auch groß geworden. Seitdem sie der Sitcom entwachsen sind, drehen die beiden gerne Doppeltes-Lottchen-Filme fürs Kino - mit großem Erfolg. Zu diesem Genre gehört auch der ziemlich gut gemachte Film "Eins und eins macht vier", der von Andy Tennant auf die große Leinwand gebracht wurde.

Die neunjährige Straßengöre Amanda wächst im Waisenhaus auf. Nur ihre Betreuerin Diane (Kirstie Alley) hält zu ihr. In einem Sommercamp steht sie auf einmal vor ihrer Doppelgängerin, der geschniegelten und wohlerzogenen Millionärstochter Allyssa. Ihr Papa, der Witwer Roger (Steve Guttenberg), steht im Begriff, eine Kinder hassende Zicke zu heiraten. Die getrennten und nun wiedervereinten Zwillinge beschließen sofort, Roger und Diane miteinander zu verkuppeln. Doch das ist alles andere als einfach.

Sleeper-Hit aus dem Fernsehen

"Eins und eins macht vier" ist ein wunderbarer Familienfilm, der auch bei Kindern ab fünf Jahren sehr gut ankommt. Viele gute Sprüche, lustige Szenen und null Gewalt sorgen für Wohlfühlkino, wie es heute nur noch selten zu finden ist. Viele gute Szenen bleiben im Gedächtnis haften, so etwa eine der größten Essensschlachten in der Geschichte des Kinos. Die Olsen-Zwillinge spielen ihre Doppelrolle gekonnt routiniert, während Kirstie Alley und Steve Guttenberg auf ebenso dezente wie gutmütige Weise die Traumeltern der Kinder verdeutlichen.

Regisseur Andy Tennant wagte mit diesem Film den Schritt ins Kino. Tatsächlich konnte der Film mit einem starken Millionenergebnis am Startwochenende punkten - und ist seit seiner Produktion im Jahr 1995 ein echter Sleeper-Hit im Fernsehen und auch in den Videotheken.

Die DVD-Umsetzung bietet sogar einige Extras an, darunter einen Blick hinter die Kulissen, Interviews mit den Stars, Infos zum Cast und zur Crew sowie einige ausgewählte Trailer.

Das wandelnde Schloss

Der japanische Zeichentrickgigant Hayao Miyazaki hat mit seinem Epos "Prinzessin Mononoke" schwer gepunktet - und mit dem Oscar-Gewinner "Chihiros Reise ins Zauberland" noch mehr Fans gewonnen. Auch "Das wandelnde Schloss" schreibt die Erfolgsgeschichte fort: Über 210 Millionen Dollar nahm der Film alleine in Japan ein - und wurde so zum dritterfolgreichsten Film in der japanischen Geschichte. In einer Zeit, in der Disney die eigene Trickfilmabteilung schließen muss, tut es gut, dass es da jemanden gibt, der mit der alten Technik noch Erfolge feiert und die Menschen begeistert.

Wer bereits von Chihiros Abenteuern begeistert war, kommt auch im wandelnden Schloss auf seine Kosten. Der Film erzählt von der 19-jährigen Sophie, die nach dem Tod ihres Vaters den Hutladen der Familie weiterführt - ein trostloses Leben. Das ändert sich schlagartig, als sie von einer Hexe verzaubert wird und sich im Körper einer Neunzigjährigen wiederfindet. Müde und gebrechlich macht sich Sophie auf den Weg, um eine Möglichkeit zu finden, den Fluch zu brechen. Unterwegs stößt sie auf das wandelnde Schloss des jungen Zauberers Hauro. Das wacklige und stets vom Zusammenbruch bedrohte Gefährt wird von der Macht eines Feuerdämons zusammengehalten. Sophie betritt das Schloss. Mit Ehrlichkeit, Mut und einem harten Willen sorgt sie für Ordnung und einen frischen Wind im Schloss. Gemeinsam erleben Sophie und Hauro viele Abenteuer - bis sie am Ende wieder der Hexe gegenübersteht.

Unglaublich schöne Bilder

"Das wandelnde Schloss" erzählt viele kleine Geschichten, die umeinander kreisen, sodass man schon genau aufpassen muss, um alles zu verstehen. Genau das lieben Kinder und Erwachsene - endlich eine Geschichte, die sie fordert. Die unglaublich schönen Bilder des Films sorgen ebenfalls dafür, dass man ihn sich immer wieder neu anschauen möchte.

Cinderella Special Edition

Aschenputtel lässt grüßen. Bereits 1950, also vor über 55 Jahren, nahmen sich die beiden Disney-Regisseure Wilfred Jackson und Hamilton Luske den Aschenputtel-Stoff vor und machten aus dem Klassiker einen noch immer modernen Zeichentrickfilm für die ganze Familie. Das kam schon damals bestens an: Die Macher, die später auch die Disney-Blockbuster "Alice im Wunderland", "Peter Pan" und "Pinocchio" verantworteten, wurden gleich für drei Oscars nominiert.

Disney legt den Klassiker nun in einer neuen Special Edition auf zwei DVDs vor. Für die Neuveröffentlichung wurden die ja doch schon ziemlich alten Bilder des Films noch einmal komplett restauriert, sodass sie wieder in frischen Farben leuchten. Zusätzlich hat Disney einen Dolby-Digital-5.1-Sound spendiert, der das Label "Disney Enhanced Home Theater Mix" trägt und im Heimkino bestens zur Geltung kommt.

In der Geschichte geht es um die schöne Cinderella, die von ihrer Stiefmutter und den Stiefschwestern ganz besonders schlecht behandelt wird. Als die Schwestern zu einem Ball auf das Schloss des Prinzen eingeladen werden, muss Cinderella zu Hause bleiben und arbeiten. Doch dank der Hilfe einer lieben Fee und der beiden Mäuse Jacques und Karli darf Cinderella doch noch zum Ball - und stiehlt hier allen die Show.

Klassiker für junge Mädchen

"Cinderella" ist natürlich vorrangig ein Film für junge Mädchen, in dem es um schöne Kleider, edle Prinzen und um eine romantische Liebe geht. Das ist für viele Jungs dann doch zu zuckersüß, zumal die Actionelemente fehlen. An ihre Stelle rücken viele Gesangseinlagen, die etwa Klassiker wie "Bibbidi-Bobbidi-Boo" zum Besten geben.

Zu den zahlreichen Extras der beiden DVD gehören Musikvideos, DVD-Spiele, ein Making of, unveröffentlichte Musikszenen und viele andere kurze Beiträge aus den Archiven von Walt Disney.

Die Bestechlichen

Bereits 1984 drehte der französische Regisseur Claude Zidi den vergnüglichen Ganovenfilm "Die Bestechlichen". Er war so erfolgreich, dass ihm noch zwei Teile folgten, die allerdings von der Stimmung, der Spannung und dem Esprit her nicht mehr ansatzweise an das Original heranreichten. Der Film wirkt auch heute noch - 20 Jahre nach der Erstaufführung, ohne gutes Bild und mit einem kümmerlichen Monosound - so frisch und einfallsreich, dass er unbedingt ins eigene Heimkino gehört. Und wenn es nur leihweise ist.

Der ältere Polizist René (wunderbar: Philippe Noiret) hat sich mit der Unterwelt in Paris arrangiert. Er kassiert hier und da ein paar Francs extra, drückt ansonsten beide Augen zu und hat auf diese Weise ein bequemes Leben, das er mit einer würdevoll gealterten Straßendirne verbringt. Das ändert sich schlagartig, als ihm der frisch von der Polizeischule kommende Neuling Francois (Thierry Lhermitte) zugewiesen wird. Der ist ultrakorrekt, sehr eifrig und ganz im Sinne von Recht und Ordnung aktiv. Schnell versaut er Réne die Tour und ereifert sich sogar, im Restaurant zu bezahlen, indem die beiden Polizisten immer Mittagspause machen. Da muss anscheinend erst die (arrangierte) Liebe ins Spiel kommen, damit sich Francois besinnt und zu einem echten Flic wird, der den kleinen Gaunern hilft und den großen Verbrechern lieber aus dem Weg geht.

Es ist ein echtes Vergnügen, den beiden so unterschiedlichen Polizisten bei ihrer Arbeit zuzusehen. Vor allem René hat ein paar äußerst ungewöhnliche Arbeitsweisen entwickelt, die den Zuschauer nur ungläubig staunen lassen. Wie sich die beiden Flics zusammenraufen, gemeinsam die Dienstaufsicht veräppeln und am Ende den größten Coup ihres Lebens planen, das ist ganz großes Kino. Komisch, dass sich noch niemand diesen Film für ein Remake vorgenommen hat.

Die Country Kids

Die Kinder von heute haben ein echtes Problem: Im Fernsehen gibt es kaum noch Sendungen, die wirklich für sie gemacht sind. Abgesehen von plüschernen Sesamstraßen-Verschnitten und hektischen Japan-Cartoons für Hyperaktive ist in der Glotze nichts mehr zu finden. Wo ist denn eigentlich die Rappelkiste abgeblieben? Oder das feuerrote Spielmobil? Strahlt denn kein Sender mehr die tschechischen Zauberfilme mehr aus? Und was ist mit den beliebten DEFA-Märchen wie "Der kleine Muck"?

Immer häufiger schalten die Eltern deswegen die Kiste aus und schauen sich lieber im nächsten DVD-Markt um, wenn es um ein geeignetes TV-Programm für den Nachwuchs geht. Kinder ab sechs Jahren freuen sich sicherlich über die "Country-Kids", von denen drei DVDs mit jeweils vier Folgen vorliegen.

In "Die Country-Kids aus der Steiermark" wird ganz ruhig und trotzdem nicht minder spannend erzählt, wie der Computer-fixierte Stadtjunge Lorenz aus Frankfurt nach Österreich aufs Land geschickt wird, um hier bei seiner Tante Urlaub zu machen. Bei der Tante handelt es sich um eine alte Gräfin, die ein hoch verschuldetes Schloss besitzt und ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Lorenz findet schon bald Anschluss bei den anderen Kindern des Ortes, auch wenn es ein paar Anlaufschwierigkeiten gibt. Gemeinsam suchen sie schon bald einen alten Schatz, bringen ein Fohlen zur Welt, retten ein Schaf und vertreiben garstige Immobilienhaie, die es auf das Schloss abgesehen haben.

Für kleine und große Kinder

Die vier Folgen von der ersten DVD sind alle sehr kurz gehalten, weisen aber ein gutes Gespür für die zu erzählende Geschichte auf. Sie wurden auch mit viel Liebe für die Landschaft Österreichs gefilmt.

Kleine wie große Kinder lassen sich gerne von der Geschichte und ihren Charakteren einfangen, zumal die einzelnen Episoden sehr feinfühlig auf die Kennenlernprobleme der Kinder untereinander eingehen.

Hör mal wer da hämmert 3

Tim Allen schlüpft einmal mehr in die Rolle des beliebten Heimwerkerkönigs Tim Taylor, der mit viel Selbstvertrauen, wenig Talent und mit einem Hang zur Katastrophe immer wieder an den Hürden der Technik scheitert - und nebenbei noch eine Familie mit drei Kindern meistern muss. Die Sitcom "Hör mal wer da hämmert" erzählt von Tims Leben und seiner Heimwerkersendung "Tool Time", die allerdings nur im lokalen Fernsehen ausgestrahlt wird. Kultcharakter hat die Sitcom, weil sie Humor und Ernsthaftigkeit auf so gelungene Weise mischt - und dem Zuschauer vieles mit auf den Weg gibt, worüber es sich nachzudenken lohnt.

Auch in der dritten Staffel fällt die Serie nicht ab und bietet solide Familienunterhaltung auf höchstem Humor. In den 25 Folgen aus dem Jahr 1999 beschäftigen sich die Taylors mit der Möglichkeit, noch ein viertes Kind zu bekommen. Tims Studioassistent Al muss in seinem Liebeswahn von einem schlimmen Fehler bewahrt werden. Tims Sohn Randy kommt in die Pubertät. Und Tim wird mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Er soll vertretungsweise eine Kochshow moderieren. Ob er dazu in der Lage ist, die Bohrmaschine gegen den Kochlöffel einzutauschen?

Golden Globe Nominierung

Bei "Hör mal wer da hämmert" sind die einzelnen Folgen so gut, dass man sie sich immer wieder neu ansehen kann. Das liegt sicherlich nicht nur an den durchdachten Geschichten und den sehenswerten Katastrophen, die Tim heraufbeschwört, sondern auch an der guten Besetzung, die bis in die Nebenrollen hinein Akzente setzt. Die dritte Staffel wurde übrigens für den Golden Globe nominiert.

Zu den DVD-Extras zählt "Tims Tool Time". Dabei handelt es sich um eine interaktive Zusammenstellung mit den lustigsten Szenen der ganzen Staffel.

Genial daneben

Wer hätte das gedacht? Hugo Egon Balder entwickelt sich immer mehr zur Geheimwaffe von SAT.1. In dieser Funktion entwickelt er ein Fernsehkonzept nach dem anderen, das nicht teuer ist und trotzdem bestens funktioniert. Kultcharakter hat so bereits die Ratesendung "Genial daneben", die ganz schnell erklärt ist. Hugo stellt eine Frage, die von einem Zuschauer stammt, und fordert dann die dazu passende Antwort ein. Mehrere Comedians müssen dann versuchen, die Definition zum genannten Begriff zu nennen, bevor der Moderator die Sache verloren gibt - und dem Einsender der Aufgabe 500 Euro Belohnung in die Hand drückt.

"Genial daneben" funktioniert, weil auch der Zuschauer sofort miträt und die Komiker trotz aller Gags ebenfalls mit Biss und innerem Antrieb versuchen, das Rätsel zu knacken. Die Besetzung der Comedians wechselt zwar von Sendung zu Sendung. Zum Stammpersonal darf man allerdings durchaus Hella von Sinnen und Bernhard Hoecker zählen. Ihnen zur Seite stehen berühmte Kollegen wie Karl Dall, Bastian Pastewka, Sissi Perlinger, Oliver Kalkofe, Georg Uecker und viele andere mehr.

Keine Extras

Edel sammelt nun die 12 besten Folgen auf drei DVDs. Angesichts der Tatsache, dass "Genial daneben" noch zweimal in der Woche im Fernsehen zu sehen ist, fragt man sich freilich, wo denn da eigentlich der Bedarf für eine Best-of-Sammlung herkommen soll. Alleine aus diesem Grund erhält die Kompilation nur drei Sterne in der Bewertung. Immerhin darf der Zuschauer nun ganz werbefrei mitraten, was denn wohl ein Jungfrauenaquarium, ein unvollständiger Schmetterling oder ein Trotteleffekt für Dinge sein sollen.

Schade ist, dass man der Sammlung nicht ein paar DVD-Extras gegönnt hat. Sinnvoll wäre es hier sicherlich gewesen, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen oder Interviews mit allen Comedians zu führen. Vielleicht beim nächsten Mal?

The 4400 - Season 1

In Amerika haben große TV-Serien wieder Hochkonjunktur. Erfolge wie "24" oder "Deadwood" sorgen dafür, dass sich die Verantwortlichen wieder etwas trauen. Während Hollywood Angst vor allem hat, das vom Status Quo abweicht, wird das Fernsehen geradezu wieder zur Ursuppe, in der sich neue Ideen entwickeln dürfen.

Recht pfiffig ist auch das Konzept, das hinter der SciFi-Serie "The 4400" steckt. In den letzten Jahrzehnten sind überall in Amerika Menschen verschwunden, Kinder ebenso wie Erwachsene oder Rentner. An einem Tag in unserer Zeit tauchen sie alle wieder auf. 4400 Menschen werden - anscheinend von Außerirdischen - gemeinsam abgesetzt und von den Behörden sofort in Quarantäne gesteckt.

Die Serie von Scott Peters und René Echevarria erzählt die faszinierende Geschichte aus dem Blickwinkel zweier Beamten, die sich fürsorglich um die verwirrten Rückkehrer kümmern. Schon bald entdecken sie, dass die Menschen in ihrer Abwesenheit ganz besondere Fähigkeiten ausgebildet haben. Ein kleines Mädchen kann auf einmal in die Zukunft schauen. Ein Mann zwingt anderen Menschen seinen Willen auf. Ein Teenager heilt Wunden und Krankheiten.

Für drei Emmys nominierter Pilotfilm

Sehr geschickt spielen die Autoren mit dem Potenzial, das in der Geschichte steckt. Was wäre denn, wenn zu den Rückkehrern ein reicher Mann zählt, der die meisten seiner Gefährten um sich schart und versucht, ihre Talente für sich zu nutzen? Oder wenn ein Serienkiller zu den Rückkehrern gehört, der nun plötzlich wieder aktiv wird?

Die Box sammelt auf zwei DVDs den für drei Emmys nominierten Pilotfilm und die vier Folgen der ersten Staffel. Viel zu schnell ist das spannende Abenteuer vorbei - die zweite Staffel kommt hoffentlich schon bald ebenfalls auf DVD zu Ehren. Schließlich bleiben noch sehr viele Geheimnisse bestehen, die der Zuschauer gerne geklärt haben würde.

Bet your life

Der ehemalige Football-Spieler Sonny ist ein echter Zocker und kann an keinem Casino vorbeigehen. Zu dumm, dass er ausgerechnet in Las Vegas wohnt. Sonny gewinnt auch nicht, er verliert. Und das im großen Stil. Überall hat er Schulden und das nicht nur bei seinen Freunden, sondern auch bei einigen Kredithaien. Denen geht langsam die Geduld aus - und so hetzten sie Sunny die schöne Killerin Carmen auf den Hals. Vor ihr kann sich der Spieler nur in das Privatcasino des reichen Narziss Joseph retten. Der hält ein ganz spezielles Angebot für Sunny bereit. So er in "Das Spiel" einwilligt, wird er 24 Stunden von Joseph und seinen Freunden auf Leben und Tod gejagt. Überlebt er diese Hatz, gewinnt Sunny 2,4 Millionen Dollar - und wäre auf einen Schlag all seine Schulden los. Sunny sagt zu und ahnt nicht, was er damit auslöst.

"Bet your live" ist ein sehr schneller und auch sehr guter Actionfilm fürs Fernsehen, der mit einem bestechend guten Bild und einem krachenden Mehrkanalsound aufwartet. Er hat alles, was sich die Fans von einem solchen Streifen erwarten: Viele Explosionen, viele Waffen, Kloppereien, eine schöne Frau und mit Billy Zane einen mehr als überzeugenden Bösewicht. "Bet your live" schafft es jedenfalls problemlos, den Zuschauer 82 Minuten lang zu unterhalten. Da haben manche große Kinofilme schon Probleme.

Hauptdarsteller aus Casting-Show

Wer die beiden Hauptdarsteller Sean Carrigan und Corinne Van Ryck de Groot noch nicht kennt, muss sich nicht grämen. Beide haben ihre Hauptrolle in der NBC-Casting-Show "The Next Action Star" gewonnen, waren also vorher noch gar nicht fürs Kino tätig.

Schade ist, dass es auf der DVD neben einigen Programmtipps keine weiteren Extras gibt. Hier hätte es sich unbedingt gelohnt, die Casting-Show vorzustellen und den Werdegang der beiden Filmhauptdarsteller während der Show zu beleuchten.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo