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Fiktives Klonen: Klone in Buch und Film

Was in der Realität noch als Sensation gilt, ist in den Fiktionen von Buch und Film geradezu alltäglich. Geklonte Wesen tummeln sich sowohl in Kinderbüchern wie in Thrillern.

Filme und Bücher werden seit Jahrzehnten von Klonen bevölkert. Der erste Streifen mit der Kopie eines Menschen als Darsteller stammt dem Medienwissenschaftler Hans Jürgen Wulff zufolge von 1971 - «Die Auferstehung des Zacchary Wheeler». Seither wurden rund 50 weitere Filme mit den künstlichen Doppelwesen gedreht - «Twins», «Alien 4» und «The Sixth Day» zählen zu den bekanntesten.

Schon 1977 wurde in «Boys from Brazil» das Verfahren beschrieben, dem später unter anderem das Klonschaf «Dolly» sein Leben verdankte. Gregory Peck spielt in dem Politdrama den SS-Arzt Josef Mengele, der Adolf Hitler klont. Auch in späteren Filmen waren Klone meist der Inbegriff des Bösen: In Steven Spielbergs «Jurassic Parc» gingen geklonte Saurier auf Menschenjagd. Bei der «Star Wars Episode II - Angriff der Klonkrieger» wurde eine riesige Armee menschlicher Klone für den Feldzug gegen das Gute gezüchtet.

Klone als evolutionäre Sackgasse zeigt «Star Trek - The Next Generation» in der Folge «Der Planet der Klone»: Eine vom Aussterben bedrohte Rasse von Klonen muss sich mit primitiven Landbewohnern zusammentun, um dem genetischen Kollaps zu entgehen. Selbst in Kinderfilmen wurde die Problematik thematisiert - psychologische Analysen über die Folgen inklusive: «Pokemon» Mewtu, kloniert aus dem fossilen Haar des mächtigen Mew, hat nach seiner Erschaffung Identitätsprobleme und fühlt sich als Versuchskaninchen missbraucht.

Ebenfalls für Kinder gedacht ist das Buch «Miranda - Das Klon- Projekt» von Carol Matas, das sich mit dem therapeutischen Klonen von Menschen beschäftigt. Eine Gruselgeschichte zum Thema hat auch Fay Weldon mit ihrem Roman «Die Klone der Joanna May» verfasst, während Kenneth Follet seine Leser im Bestseller «Der dritte Zwilling» mit einem gescheiterten Klonierungsexperiment zur Erschaffung des idealen Menschen fesselt. Als einer der berühmtesten Vorbilder solcher Werke gilt Aldous Huxley, der in seinem bereits 1932 erschienenen Roman «Schöne neue Welt» eine in Reagenzgläsern gezüchtete Menschheit erschafft - und sie für den Wegfall von Krankheit und Schmerz mit dem Verlust von Liebe und Individualität bezahlen lässt.