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Finanzspritze: Schröder hilft Filmwirtschaft mit 90 Millionen

Wie andere Branchen auch, muss die deutsche Filmwirtschaft im weltweiten Wettbewerb bestehen. Wie in anderen Branchen auch, drohen Pleiten und Jobverluste. Nun hilft Gerhard Schröder den Filmemachern mit 90 Millionen Euro.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Grünes Licht für einen Fonds in Höhe von 90 Millionen Euro für die deutsche Filmwirtschaft gegeben. Der Fonds war auf seine Initiative von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Bundesregierung und der Filmwirtschaft erarbeitet worden. Dadurch soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Filmproduzenten gestärkt sowie für mehr Beschäftigung in den deutschen Studios gesorgt werden. In diesem Zusammenhang sollen die bisher existierenden Medienfonds, die Kapital vor allem nach Hollywood fließen lassen abgeschafft werden, wozu allerdings ein neu gewählter Bundestag noch seine Zustimmung geben muss.

"Durchstarten Jetzt!"

Die Interessengemeinschaft führender deutscher Film- und Fernsehproduzenten "Film 20" legte gleichzeitig eine "Filmpolitische Agenda für den Bund" vor, in dem sich die Produzenten verpflichten, "massiv für neue Arbeitsplätze und Wachstum" in der Branche in Deutschland zu sorgen. Unter dem Motto "Durchstarten Jetzt!" heißt es darin, die Filmproduzenten seien "keine Jammertruppe, sondern Unternehmer, die nach vorne wollen". Daher richte sich ihre Agenda auch an alle Parteien, um "beherzt ein Bündel von Maßnahmen anzupacken".

Dazu gehöre das Vorhaben, die 40.000 festen Arbeitsplätze in der Kinofilmproduktion in fünf Jahren zu verdoppeln. Voraussetzung seien unter anderem die sofortige Einführung einer "Bereichsausnahme Film" bei der Mindestbesteuerung, eine "Vorbildfunktion" der öffentlich- rechtlichen Sender bei der Stärkung deutscher Filmproduktionen und ein jährlicher nationaler Medienbericht an das Bundeskanzleramt.

Zukunftsfähiges Instrument

Die parteilose Kulturstaatsministerin Christina Weiss, die federführend mit der Umsetzung des Fonds beauftragt worden war, sprach von einem "zukunftsfähigen Instrument", das sich ihrer Ansicht nach "angesichts der weitgehenden Übereinstimmung in den zentralen Fragen der Filmpolitik zwischen der Regierungskoalition und der CDU/CSU" auf eine breite Mehrheit stützen könne..

Das Konzept sieht vor, dass zur Finanzierung von deutschen beziehungsweise deutsch koproduzierten Filmen bedingt rückzahlbare Darlehen von bis zu 20 Prozent des Budgets bewilligt werden können. Voraussetzung ist dabei auch, dass mindestens das Fünffache der Darlehenssumme in Deutschland ausgegeben werden müssen. Einzelheiten sollen jetzt auch mit den Fördereinrichtungen der Länder geklärt werden.

DPA / DPA