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Kathryn Bigelows "Zero Dark 30": Radikale Hindus stürmen Dreharbeiten

Für den Osama-bin-Laden Film "Zero Dark 30" soll die pakistanische Stadt Abbottabad nachgebaut werden - ausgerechnet in Indien. Radikalen Hindus gefiel das gar nicht. Sie stürmten am Freitag das Set.

Radikale Hindus haben in Nordindien die Dreharbeiten für den neuen Film von Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker") über die Suche nach Terroristenchef Osama bin Laden unterbrochen. Crewmitglieder hätten sich am Freitag in Sicherheit bringen müssen, als Anhänger extremistischer Hindugruppen das Set in einem Vorort der Stadt Chandigarh stürmten, berichtete die Nachrichtenagentur IANS.

Die Aktion habe sich gegen den Nachbau der pakistanischen Stadt Abbottabad gerichtet, wo Bin Laden im Mai von einer US-Spezialeinheit getötet worden war, hieß es. Demnach rissen die Hindus grün-weiße pakistanische Nationalflaggen und Schilder in Pakistans Landessprache Urdu herunter. "Wir werden nicht erlauben, dass pakistanische Fahnen in der (indischen) Stadt wehen", sagte einer der Demonstranten.

Dem Bericht zufolge war Regisseurin Bigelow zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht am Set. Anschließend habe sie sich jedoch bereiterklärt, in den nächsten Drehtagen auf pakistanische Flaggen zu verzichten. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Pakistan hatte sich das Filmteam entschieden, den Streifen im benachbarten Indien zu drehen. Die beiden Atommächte haben seit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um die Region Kaschmir.

jwi/DPA / DPA