HOME

+++ Tod des Al-Kaida-Chefs +++: Liveticker: Bin Laden war bei Tötung unbewaffnet

Reaktionen auf die Tötung Osama bin Ladens und neue Details zu der Aktion der Amerikaner im Liveticker.

+++ 20:33 Uhr: USA zögern mit Veröffentlichung von Todesfoto +++

Das Weiße Haus hat noch nicht entschieden, ob Fotos von der Leiche des Terroristenchefs Osama bin Laden veröffentlicht werden sollen. Sprecher Jay Carney sagte am Dienstag, die Bilder seien zweifellos "grausig". Vor diesem Hintergrund werde geprüft, ob es nötig sei, sie zu veröffentlichen. Bin Laden soll zwei Mal in den Kopf getroffen worden sein, einmal direkt über dem linken Auge. Wie es in Medienberichten hieß, "explodierte sein Kopf".

+++ 20:12 Uhr: Bin Lade war bei Tötung offenbar unbewaffnet +++

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden war bei seiner Tötung durch US-Elitesoldaten nicht bewaffnet. Allerdings seien andere Männer in seiner Umgebung bewaffnet gewesen, teilte das Weiße Haus in Washington am Dienstag mit.

Wegen des Widerstandes sei Bin Laden in einem "unberechenbaren Schusswechsel" ums Leben gekommen. Zuvor hatten Vertreter der US-Regierung gesagt, Bin Laden habe sich bei der Kommandoaktion in der Stadt Abbottabad gewehrt.

Außerdem sei die Ehefrau Bin Ladens bei dem Einsatz anders als zunächst mitgeteilt nicht getötet worden, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney. Sie sei auf einen US-Soldaten zugestürmt und mit einem Schuss ins Bein verletzt worden.

+++17:48 Uhr: USA hielten Aktion vor Pakistan geheim +++

Die USA haben die Kommandoaktion zur Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden aus Angst vor Verrat vor Pakistan geheimgehalten. Die pakistanischen Behörden seien nicht informiert worden, weil sie Bin Laden hätten "vorwarnen" können, sagte CIA-Chef Leon Panetta dem US-Magazin "Time". Washington habe entschieden, dass "jede Bemühung zur Zusammenarbeit mit den Pakistanern die Mission aufs Spiel gesetzt hätte".

+++17:46 Uhr: Taliban fordern Beweise für Tod von bin Laden +++

Die radikalislamischen Taliban fordern Beweise für den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. "Die Amerikaner haben keine überzeugenden Dokumente vorgelegt, die ihre Behauptung beweisen und auch Osama bin Ladens engstes Umfeld hat Berichte über seinen Märtyrertod bislang weder bestätigt noch dementiert", erklärten die Islamisten am Dienstag auf einer ihrer Internetseiten. Eine Reaktion auf den Tod des Terrorchefs wäre daher "verfrüht". Es war die erste Äußerung der Taliban seit dem von den USA vermeldeten Tod des Chefs des Terrornetzwerks al Kaida.

+++ 17:03 Uhr: Weißes Haus will Osama-Foto bald veröffentlichen +++

Das Weiße Haus erwägt nach Informationen des US-Senders ABC noch im Laufe des Tages die Veröffentlichung eines Fotos des toten Terroristenchefs Osama bin Laden. Skeptiker innerhalb der US-Regierung hätten allerdings argumentiert, dass die Aufnahmen "zu grausig" seien, um sie freizugeben, berichtete ein Korrespondent des Senders am Dienstag. Befürworter meinten hingegen, die Veröffentlichung sei nötig, um Zweifel auszuräumen, dass der Al-Kaida-Chef tatsächlich bei der US-Kommandoaktion getötet wurde.

+++ 16:35 Uhr: Bäcker ist stolz auf bin Ladens letztes Brot +++

Ein Bäcker nahe dem Hochsicherheitsversteck des getöteten Osama bin Laden ist stolz darauf, höchstwahrscheinlich zum letzten Abendessen des Terrorchefs beigetragen zu haben. Einer der beiden Männer, die in der Stadt Abbottabad offiziell als Besitzer des Hauses bekannt waren und offenbar als Kuriere für bin Laden arbeiteten, habe am Sonntagabend vor dem US-Angriff noch bei ihm eingekauft, sagte der Bäcker Mohammed Asif der Nachrichtenagentur AFP. "Arschad kaufte sieben oder acht Brote", wie er es in der Regel zweimal täglich am Nachmittag und am Abend getan habe.

Manchmal sei auch Arschads Bruder Tarik zum Einkaufen gekommen. "Die beiden waren sehr freundlich und respektvoll gegenüber den Menschen, manchmal hatte einer auch ein etwa fünfjähriges Kind dabei", sagte Asif. Nichts an den beiden habe seltsam oder fremd gewirkt. "Wir sind einfache Leute und wenn Fremde in der Stadt sind, merken wir das sofort", sagte Asif. Auf die Frage, wie es sich anfühle, für bin Laden Brot gebacken zu haben, antwortete er: "Ich bin stolz darauf, er war ein Held, der Amerika herausgefordert hat." Dies werde er auch seinen Enkelkindern erzählen.

+++ 15:34 Uhr: Westerwelle erwartet nach Bin-Laden-Tod mehr Sicherheit +++

Nach dem Tod von Terroristenführer Osama bin Laden erwartet Außenminister Guido Westerwelle insgesamt eine geringere Gefährdung durch Anschläge. "Natürlich müssen wir wachsam bleiben und uns auch darauf einstellen, dass es Gegenreaktionen gibt", sagte der FDP-Politiker in Berlin. "Aber ich denke, unterm Strich ist es eine Vergrößerung der Sicherheit, wenn ein solcher Terrorist sein Handwerk nicht fortsetzen kann."

Westerwelle äußerte sich nicht näher dazu, ob für die Bundeswehr in Afghanistan nun ein höheres Risiko vor Anschlägen besteht. "Wir sind ja nicht nach Afghanistan gegangen, um einen bestimmten Terroristen auszuschalten, sondern weil wir nicht länger zulassen wollten, dass Afghanistan das Rückzugsgebiet für den Weltterrorismus ist." Für den "politischen Prozess" könne die "Ausschaltung dieses Terroristenführers durchaus auch Fortschritte bedeuten".

+++ 14:46 Uhr: Steinmeier hält Afghanistan-Rückzug für realistischer +++

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier rechnet nach dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden mit Auswirkungen auf den Krieg in Afghanistan. "Nachdem die Terrororganisation ihren führenden Kopf verloren hat, wird die geplante Beendigung des Einsatzes realistischer", sagte der frühere Außenminister der Nachrichtenagentur DPA. Das Ziel für einen Rückzug spätestens bis zum Jahr 2014, das sich die USA und andere Nato-Länder gesetzt hätten, halte er deshalb für machbar.

+++ 13:58 Uhr: Mühselige Kleinarbeit führte auf bin Ladens Spur +++

Die jahrelange Fahndung nach Terroristenchef Osama bin Laden war nach den Worten eine Top-Beraters von Präsident Barack Obama das Ergebnis mühseliger Kleinarbeit. Zum Erfolg habe "keine einzelne Information, kein Aha-Moment" geführt, sagte Anti-Terror-Berater John Brennan dem US-Sender CNN.

Brennan zeigt sich überzeugt, dass die USA bei Verhören von Terrorverdächtigen auch ohne die unter Präsident George W. Bush angewandten "harschen Methoden" an so viele Informationen wie möglich kommen. "Wir haben dazu alle notwendigen Werkzeuge", sagte er. "Wir sind zuversichtlich, alle Gelegenheiten nutzen zu können."

+++ 13:30 Uhr: CDU-Politiker kritisiert Pakistan +++

Der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder hat scharfe Kritik an der Rolle Pakistans im Anti-Terror-Kampf geübt und dem Land vorgeworfen, "ein doppeltes Spiel" zu treiben. Mißfelder verwies auf "Spiegel Online" darauf, dass sich der getötete Terrorführer Osama bin Laden "jahrelang in Pakistan aufgehalten" habe, "und zwar nicht in irgendeiner Höhle im Grenzgebiet, sondern mitten auf pakistanischem Staatsgebiet". Mißfelder fügte hinzu: "Dass davon in offiziellen Kreisen niemand gewusst haben will, ist schwer vorstellbar." Es sehe so aus, "als treibe Pakistan ein doppeltes Spiel. Das ist inakzeptabel", sagte Mißfelder weiter. "Das Verhältnis zu Pakistan wird jedenfalls nicht einfacher."

+++ 13:29 Uhr: Kurier angeblich ein Kuwaiter +++

Der Kurier, der die Amerikaner zu Terroristenchef Osama bin Laden geführt haben soll, könnte nach CNN-Informationen ein Kuwaiter namens Abu Ahmad gewesen sein. Das berichtet der US-Sender unter Berufung auf diplomatische Kreise. Nach offiziellen US-Angaben ist bekannt, dass es einen Kurier gab. Seit 2007 sei versucht worden, seine Wege bis zum Unterschlupf bin Ladens in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad zu verfolgen. Der Name des Kuriers wurde dabei aber zunächst nicht enthüllt. Zu dem Mann hätten verschiedene Hinweise von Inhaftierten im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay geführt.

+++ 12:35 Uhr: Terrorverdächtige in Großbritannien festgenommen +++

Die britische Polizei hat in der Nähe der Atomanlage Sellafield fünf Männer unter Terrorverdacht festgenommen. Die Festgenommenen seien alle um die 20 Jahre alt und kämen aus London, teilte die Polizei mit. Sie wurden demnach am Montagnachmittag festgenommen und am Dienstagvormittag zu weiteren Verhören nach Manchester gebracht. Die Festnahmen erfolgten gemäß den britischen Anti-Terror-Gesetzen.

+++ 12:17 Uhr: Cameron gegen vorzeitigen Truppenabzug aus Afghanistan +++

Der Tod von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden ist für den britischen Premierminister David Cameron kein Anlass für einen beschleunigten Truppenabzug aus Afghanistan. In einem BBC-Interview wertete Cameron die Tötung bin Ladens zwar als hilfreiche Entwicklung. Er denke aber nicht, dass dies die Zeitpläne für den geplanten Abzug zwingend ändern werde. Großbritannien hat angekündigt, bis 2015 seine Kampfverbände aus Afghanistan abzuziehen. Derzeit sind dort etwa 9500 britische Soldaten stationiert.

+++ 12:10 Uhr: Internet-Kriminelle nutzen bin Ladens Tod +++

Noch am Tag des Todes von Osama bin Laden haben sich Cyber-Kriminelle den Einsatz des US-Militärs zunutze gemacht. Sehr schnell seien E-Mails oder Botschaften in sozialen Netzwerken aufgetaucht, die auf die Tötung bin Ladens Bezug nahmen und dazu dienten, schädliche Software zu verbreiten, wie Experten von Computer-Sicherheitsfirmen in den USA am Montag (Ortszeit) berichteten. "Die Berichte über den Tod Osama bin Ladens sind einfach ein zu guter Köder, als dass Cyber-Kriminelle sie ignorieren könnten", erklärte der Sicherheitsspezialist McAfee.

Der Sicherheitsspezialist Sophos warnte: "Achten Sie auf Links etwa in E-Mails oder auf sozialen Netzwerken, die Ihnen besondere Informationen über die Vorgänge versprechen." In den Botschaften würden etwa Details zum Ablauf der US-Militäraktion, Videos oder Fotos des toten bin Laden versprochen. Tatsächlich stecke hinter den Links aber Schadsoftware.

+++ 11:57 Uhr: China nimmt Pakistan in Schutz +++

China hat nach Pakistan gegen Vorwürfe verteidigt, nicht entschlossen genug gegen radikale Islamisten vorzugehen. "Pakistan steht beim internationalen Kampf gegen den Terrorismus an vorderster Front", sagt eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Das Land habe im diesem Kampf wichtige Beiträge geliefert. China werde Pakistan weiter dabei unterstützen, seine eigene Anti-Terror-Strategie zu entwickeln und umzusetzen.

+++ 11:45 Uhr: al Kaida drängt es nach Afghanistan +++

Einen Tag nach der Tötung von haben afghanische Sicherheitskräfte 25 ausländische Kämpfer an der Grenze zu Pakistan getötet oder verletzt. Der Gouverneur der nordöstlichen Provinz Nuristan, Jamaluddin Badr, sagt, die Grenzkontrollen seien verschärft worden, um Infiltration von Kämpfern nach dem Tod bin Ladens zu unterbinden. "Wir sind uns bewusst, dass nun al-Kaida und andere Elemente versuchen werden, nach Afghanistan einzudringen." Unter den Toten seien Araber, Tschetschenen und Pakistaner.

+++ 11:15 Uhr: Hollywood diskutiert schon über einen Film +++

Hollywood diskutiert bereits über einen Spielfilm über die Tötungsaktion des US-Spezialkommandos - und das einen Tag danach. Besonders weit gediehen seien die Pläne bei der Oscar-prämierten Regisseurin Kathryn Bigelow, die zuvor bereits an einem Spielfilm über einen früheren fehlgeschlagenen US-Spezialeinsatz gegen bin Laden arbeitete, berichtet die Zeitung "Hollywood Reporter" unter Berufung auf das Umfeld der Regisseurin berichtete. Gemeinsam mit dem Drehbuchautor Mark Boal, mit dem sie bereits für ihr Oscar-prämiertes Kriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" zusammenarbeitete, habe Bigelow sich mit Schauspielern getroffen, als die Nachricht vom Tod Bin Ladens bekannt geworden war. Nach Einschätzung des "Hollywood Reporter" wird die Kommandoaktion sicher Eingang in das Skript "Kill bin Laden" finden.

+++ 11:11 Uhr: Auch Irak begrüßt bin Ladens Tod +++

Der Irak meldet sich zu Wort. Präsident Dschalal Talabani begrüßt bin Ladens Dahinscheiden. "Die Welt ist das größte Symbol des Bösen losgeworden, einen Mann, der den Hass gegen die Mitmenschen verkörpert hat", schreibt Talabani in einem Brief an US-Präsident Obama. Vor allem die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Irak zeigt sich über den Tod bin Ladens erfreut. Die Selbstmordattentäter sunnitischer Terrorgruppen im Irak, die sich auf die Ideologie der Al-Kaida berufen, haben in den vergangenen Jahren Tausende von Irakern getötet, die meisten von ihnen waren Schiiten und Kurden.

+++ 10.45 Uhr: Bin Ladens Computer wird untersucht +++

Nach dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hoffen die US-Geheimdienste auf neue Erkenntnisse über geplante Aktionen des Terrornetzwerkes. Bei der Aktion in Pakistan seien im Haus Bin Ladens ein Computer sowie mehrere Festplatten sichergestellt worden, die nun untersucht würden, berichtete die Online-Zeitung "Politico" am Dienstag. "Könnt Ihr Euch vorstellen, was alles auf Osama bin Ladens Festplatte ist?", zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten. Die Festplatten würden nun an einem geheimen Ort in Afghanistan gesichtet.

+++ 9.18 Uhr: Afghanischer Ex-Minister erhebt Vorwürfe gegen Pakistan +++

Afghanistans ehemaliger Handelsminister Mohammad Amin Farhang hat Pakistan vorgeworfen, von dem Aufenthalt des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden im eigenen Land gewusst zu haben. "Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen", sagte der Politiker am Dienstag in Kabul dem Deutschlandfunk am Telefon.

Sein hochgesichertes Versteck im ruhigen Abbottabad nahe der Hauptstadt Islamabad beweise, dass Pakistan Topterroristen Unterschlupf gewähre. "Wir haben immer wieder gesagt, dass die Zentren des internationalen Terrorismus nicht in Afghanistan, sondern in Pakistan sind - und keiner hat uns geglaubt."

Farhang bedauerte, dass der Terror-Chef nicht lebendig gefasst werden konnte. "Ich wäre glücklicher gewesen, wenn er verhaftet worden wäre", sagte Farhang. "Wenn er lebendig wäre, dann hätte man von ihm viele andere Geheimnisse vielleicht herausholen können."

+++ 9.14 Uhr: USA schließen Botschaft für Publikumsverkehr +++

Nach der Tötung Osama bin Laden in Pakistan haben die Vereinigten Staaten Botschaft und Konsulate im Land für den Publikumsverkehr geschlossen. Wie ein Botschaftssprecher in Islamabad mitteilte, bleiben bis auf weiteres unter anderem die Visaabteilungen in der Hauptstadt sowie in Peshawar, Lahore und Karachi geschlossen. US-Diplomaten setzten ihren Dienst jedoch fort. Zudem stünden die Einrichtungen US-Bürgern in Pakistan offen. Bereits am Montag waren die ohnehin sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen für US-Einrichtungen in Pakistan aus Angst vor Anschlägen weiter verschärft worden.

+++ 9.09 Uhr: Getötete Frau diente nicht als Schutzschild +++

Die US-Regierung hat die Umstände der bei der Tötung von Osama bin Laden ums Leben gekommenen Frau revidiert. Die Frau sei nicht wie zunächst angenommen als menschlicher Schutzschild missbraucht worden, sagte ein ranghoher Beamter im Weißen Haus am Montagabend. Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, hatte zuvor Journalisten gesagt, dass die Frau in der Schusslinie gewesen sei und als Schutzschild verwendet wurde, um bin Laden zu schützen. Zudem habe es sich offenbar um eine der vier Ehefrauen des Terrorchefs gehandelt.

Brennan hatte erklärt, es sei nicht klar, ob bin Ladens Sohn, jemand anderes oder die Frau sich vor den Al-Kaida-Chef gestellt habe, und ob bin Laden selbst geschossen habe. Nach weiteren Befragungen von Teilnehmern der Kommandoaktion habe sich gezeigt, dass die Frau nicht als Schutzschild missbraucht wurde. Bin Laden sei bei dem Einsatz mit einer Frau zusammengwesen, die verletzt wurde, sagte er. Die andere Frau sei bei einem Schusswechsel in einem anderen Teil des Hauses getötet worden. Das Weiße Haus wolle die Presse einerseits zügig über den Einsatz informieren, andererseits würde der genaue Ablauf erst mit der Zeit deutlicher, fügte Brennan hinzu.

+++ 9.01 Uhr: Indonesier kritisieren Seebestattung +++

Indonesische Religionsgelehrte haben die Seebestattung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden als unislamisch kritisiert. "Bei einem Muslim, egal welchen Berufs, sogar bei einem Kriminellen, müssen die Riten respektiert werden", sagte der Vorsitzende des indonesischen Ulema-Rates, des höchsten islamischen Gremiums in dem Land. "Es muss ein Gebet geben, und die Leiche muss in ein weißes Tuch gehüllt werden, bevor sie in der Erde bestattet wird, nicht im Meer", sagte der Religionsgelehrte Amidhan. "Viele andere haben das verurteilt, vor allem weil es mit außergewöhnlichem Hass gegen ihn (Bin Laden) vollzogen wurde."

Die US-Regierung hatte mitgeteilt, Bin Ladens Leiche sei nach muslimischer Tradition beigesetzt worden. Der Tote sei allerdings im Arabischen Meer versenkt und nicht begraben worden, um die Entstehung eines Wallfahrtsorts an seinem Grab zu verhindern.

+++ 8.58 Uhr: Ströbele fordert Ende des Afghanistan-Einsatzes +++

Nach der Tötung von Terrorführer Osama bin Laden hat der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele das Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan gefordert. Der außenpolitische Experte der Grünen im Bundestag sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Der Tod von Osama bin Laden sollte der Schlusspunkt für den Nato-Einsatz in Afghanistan sein." Das Ziel der Militärintervention, die Verantwortlichen der Terroranschläge vom 11. September 2001 zur Strecke zu bringen, sei nach der Tötung des Al-Kaida-Chefs erreicht. "Die zentrale völkerrechtliche Rechtfertigung für den Einsatz in Afghanistan ist damit entfallen", sagte Ströbele weiter.

+++ 8.55 Uhr: Friedrich will US-Einrichtungen besser schützen +++

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hält angesichts drohender Vergeltungsaktionen nach der Tötung Osama bin Ladens einen verstärkten Schutz für bestimmte US-Einrichtungen in Deutschland für nötig. Die Experten in Washington seien sich einig, dass es kurzfristig ein erhöhtes Risiko von Vergeltungsaktionen gegen US-Einrichtungen gebe, auch im Ausland, sagte Friedrich nach Gesprächen in der US-Hauptstadt im ZDF. "Insofern werden wir genau überprüfen, beziehungsweise die Bundesländer werden genau überprüfen, welche amerikanischen Einrichtungen in Deutschland verstärkt gesichert werden müssen", kündigte er an. Hierbei gehe es aber um Einzelfallentscheidungen und nicht um pauschale.

+++ 8.25 Uhr: SPD und CDU: Bin-Laden-Tod nicht überbewerten +++

Die Tötung von Osama bin Laden sollte nach Ansicht des stellvertretenden SPD-Fraktionschefs im Bundestag, Gernot Erler, nicht überbewertet werden. Zwar sei dies ein erheblicher Schlag gegen den Terrorismus. "Es gibt aber andere parallele politische Prozesse, die vielleicht eine größere Rolle spielen", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. So hätten sich erst kürzlich mehrere arabische Länder in Nordafrika aus eigener Kraft und ohne die Hilfe von Al-Kaida von ihren autoritären Präsidenten befreit. "Das könnte sich mittelfristig als die größere Schwächung von al Kaida darstellen als die Tötung eines einzelnen Führers."

Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Polenz Ruprecht (CDU), rief dazu auf, nun die Länder in Nordafrika nicht zu vergessen. Tunesien und Ägypten hätten gezeigt, dass man mit friedlichen Mitteln mehr erreichen könne als mit Terror. In einem Gespräch mit dem RBB-Inforadio begrüßte es Polenz, dass die USA auf die Taliban zugegangen seien. Am Montag hatte US-Außenministerin Hillary Clinton die radikalislamische Gruppe in Afghanistan aufgerufen, sich von al Kaida abzuwenden und einen friedlichen Dialog zu beginnen. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einem dauerhaften Frieden in der Region, sagte Polenz.

+++ 8.24 Uhr: Pakistan bestreitet Beteiligung an Einsatz +++

Pakistans Sicherheitskräfte waren nach Aussage von Präsident Asif Ali Zardari nicht an dem US-Angriff auf Osama bin Laden beteiligt. Es sei "kein gemeinsamer Einsatz" gewesen, schrieb er in der "Washington Post". "Er war an keinem Ort, an dem wir ihn erwartet hatten", heißt es in dem englischsprachigen Kommentar weiter. "Aber jetzt ist er weg." Zardari ging nicht direkt auf Vorwürfe ein, die pakistanischen Sicherheitskräfte hätten den Aufenthaltsort von bin Laden kennen müssen. Mutmaßungen in den US-Medien, Pakistan gewähre Terroristen Schutz, nannte er "gegenstandlose Spekulationen".

+++ 8.24 Uhr: Grünen-Politiker fordert völkerechtliche Beurteilung +++

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs hat angesichts der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden völkerrechtliche Bedenken geäußert. Zwar teile er die Erleichterung vieler, "dass so ein gefährlicher Mann ausgeschaltet wird", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Sender Radio Eins vom rbb. Gleichzeitig äußerte Koenigs aber völkerrechtliche Bedenken. "Ein Akt der Gerechtigkeit war das zweifellos weniger als ein Akt des Krieges", sagte er. In diesem Rahmen müsse man das auch völkerrechtlich beurteilen. "Diese gezielten Tötungen hinterlassen immer ein Gefühl des Unbehagens, weil sie eben auf völkerrechtlich dünnem Boden sind."

+++ 5.49 Uhr: China erfreut über bin Ladens Tod +++

Die chinesische Regierung hat die Tötung Osama bin Ladens als eine "positive Entwicklung" im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus gewertet. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, sagte, es sei ein "Meilenstein". Nach chinesischer Einschätzung sollte die internationale Gemeinschaft ihre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus verstärken und dessen Wurzeln ins Visier nehmen.

+++ 4.53 Uhr: Experte: al Kaidas Finanzierung ist sicher +++

Die Extremistenorganisation al Kaida ist nach den Worten des Ökonomen Friedrich Schneider auch nach dem Tod Osama bin Ladens finanziell gut aufgestellt. Nach Einschätzung Schneiders, der als Wirtschaftsprofessor an der Johannes-Kepler-Universität in Linz die Finanzströme islamischer Extremisten untersucht hat, speist sich die Finanzierung der Organisation vor allem aus Einnahmen aus dem Drogenhandel in Afghanistan (50 Prozent). Ihr Vermögen werde auf rund fünf Milliarden Dollar geschätzt, sagte er dem "Handelsblatt". Weitere wichtige Einnahmequellen seien der illegale Diamantenhandel aus Zentral- und Westafrika (15 Prozent), Kleinkriminalität wie Entführungen und Schutzgelderpressung (10 Prozent) sowie Spenden und Zuwendungen (15 Prozent). Das Vermögen bin Ladens mache nur etwa 10 Prozent der Gesamtfinanzierung aus.

+++ 3.57 Uhr: Obama will Ground Zero besuchen +++

US-Präsident Barack Obama will am Donnerstag Ground Zero in New York besuchen - vier Tage nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein amerikanisches Sonderkommando in Pakistan. Dort, wo am 11. September 2001 Terroristen zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center steuerten, will sich der Präsident mit Angehörigen der Opfer treffen, berichteten US-Medien am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung eines Sprechers des Weißen Hauses.

+++ 0.12 Uhr: USA schließen pakistanische Unterstützung für bin Laden nicht aus +++

Nach der Tötung von Osama bin Laden in seinem Versteck in Pakistan schließen die USA eine mögliche Unterstützung des meistgesuchten Terroristen der Welt durch örtliche Behörden nicht aus. Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, erklärte am Montag in Washington, dass untersucht werde, ob bin Laden über "irgendeine Form eines Unterstützungssystems in Pakistan" verfügt habe. Es sei "unvorstellbar", wie sich der Al-Kaida-Chef sonst über einen längeren Zeitraum in einem befestigten Anwesen kaum zwei Autostunden von der Hauptstadt Islamabad entfernt habe aufhalten können.

mlr/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters