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Kinostart am Donnerstag: Bei "Fast & Furious 8" qualmen wieder die Reifen

Für den achten Teil von "Fast & Furious" bekommt Vin Diesel Gesellschaft von gleich zwei Oscar-Preisträgerinnen. Was allerdings beim Alten bleibt: Es geht ordentlich zur Sache.

Vin Diesel bei der Premiere von "Fast & Furious 8" in Madrid, Spanien.

Vin Diesel übernimmt auch bei "Fast & Furious 8" die Rolle des Dominic "Dom" Toretto

Im Jahr 2001 startete der erste Film der "Fast & Furious"-Reihe in den deutschen Kinos - das ist 16 Jahre her. Vier Milliarden US-Dollar sollen die sieben Filme seitdem eingespielt haben, Hollywood glaubt auch weiterhin an die Attraktivität von Fortsetzungen. Der bisher letzte Teil kam 2015 in die Kinos, nun geht das Unternehmen rund um PS-starke Automobile und halsbrecherische Rennen in seine achte Runde.

In der Rolle des Dominic führt erneut Vin Diesel die Darstellergruppe um Dwayne Johnson, Jason Statham, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Ludacris und Kurt Russell an. Neu dabei sind die Oscarpreisträgerinnen Charlize Theron und Helen Mirren. Für die Regie verantwortlich ist F. Gary Gray ("Straight Outta Compton") - nach Filmemachern wie John Singleton, Justin Lin und James Wan der bereits fünfte "Fast & Furious"-Regisseur. Erstmals nicht dabei ist der 2013 bei einem Unfall gestorbene, einstige Star der Serie: Paul Walker.

Das erste Autorennen lässt nicht lange auf sich warten

Zur Eröffnung setzt uns Regisseur Gray in einem bunten, von lateinamerikanischen Rhythmen befeuerten und auffällig leicht bekleideten Frauen bevölkerten Havanna ab. Dominic und Letty (Rodriguez) verbringen in Kuba ihre Flitterwochen, wollen vor allem ihre Ruhe haben. Schon nach wenigen Minuten aber muss Dom bei einem kuriosen Rennen unter Beweis stellen, dass er selbst am Steuer eines hinfälligen Oldtimers unschlagbar ist. Der darauf folgende erste Auftritt von Charlize Theron macht schnell klar, dass es nichts wird mit Lettys und Doms ausgelassener Karibikidylle.

Theron schlüpft in die Rolle der eiskalten Computer-Terroristin Cipher, der es binnen kürzester Zeit gelingt, Dom in eine dunkle Verschwörung hineinzuziehen. Nicht nur, dass Dom eine erschütterte Letty zurücklässt, er ist auch gewillt, sich mit seiner alten Crew rund um den von Dwayne Johnson verkörperten Hobbs anzulegen. Was folgt ist ein wilder Wettlauf, bei dem es Dominic und Co. über Berlin und New York bis ins eisige Russland verschlägt.

"Fast & Furious 8" hat seine Momente

Nicht immer ganz unberechtigter Weise sehen sich Filmreihen wie diese des Öfteren dem Vorwurf ausgesetzt, sie zelebrierten gehirnlose Action ohne Sinn und Verstand, ohne Witz und Ironie. Auch im achten Teil der "Fast & Furious"-Serie geht's ordentlich zur Sache; es wird gekämpft und gerast, die Dialoge sind oft flach. Ähnlich wie die musikalische Flankierung ist auch der Humor oft uninspiriert.

Doch gibt es auch wirklich lustige Momente, darunter die wenigen Leinwandminuten, die der wunderbaren Helen Mirren ("Die Queen") zugestanden werden. Mit ihren feuerroten Lippen und ihrem (freilich nur in der Originalversion zu genießenden) britischen Akzent sorgt die Grand Dame für Stimmung. Auch Kinoveteran Kurt Russell ("Die Klapperschlange") ist für ein paar Lacher gut. Leitmotivisch zieht sich zudem ein fürs Action-Genre nicht unbedingt typisches Thema durch den Film: die Familie. Und so muss etwa Dom gleich zweifach bangen: um seinen leiblichen Sohn genauso wie um seine in Rennautos vernarrte Wahlverwandtschaft. Beworben wird die deutsche Version des Films unter anderem mit dem Slogan "Die Familie wird zerbrechen".

Deutscher Kinostart am Donnerstag

Wie ein Kommentar zur aktuellen Diskussion rund um autonomes Fahren und führerlose Automobile nimmt sich zudem eine fabelhafte Sequenz in New York aus, in der Hunderte von Fahrzeugen ein hochgefährliches Eigenleben entwickeln.

Am Ende dieser unvergesslichen Szenenfolge fallen die Autos wie Regentropfen gen Asphalt. Alles in allem handelt es sich bei dieser siebten Fortsetzung um ein solides und recht geradlinig erzähltes Action-Werk, das nur bisweilen zu sehr auf etablierte Genremuster schielt.

So wird der unvermeidliche Endkampf rund um eine russische Militärbasis ausgetragen - was auf unangenehme Art an Action-Filme der 1980er Jahre und deren Kalte-Kriegs-Rhetorik erinnert. Geehrt fühlen dürfen sich derweil vor allem die deutschen Fans der beharrlichen Erfolgsreihe. Nicht nur, dass der 136-Minüter Anfang April am Potsdamer Platz in Berlin seine Premiere feiern durfte; "Fast & Furious 8" kommt hier zudem auch zwei Tage vor US-Start in die Kinos. 

sve / DPA