Lieblingsfilme Der Präsident liebt Kriegsfilme, Western und Komödien


George W. Bush liebt Popcorn. Ein Kanister davon ist immer dabei, wenn er sich in das Präsidenten-Kino im Weißen Haus zurück zieht, die Füße hoch legt und für die Länge eines Filmes die Weltpolitik vergisst.

Wer hätte das gedacht? George W. Bush liebt Popcorn - besonders, wenn er sich in das Präsidenten-Kino im Weißen Haus zurück zieht, die Füße hoch legt und für die Länge eines Filmes die Weltpolitik vergisst. Denn Bush sieht am liebsten Kriegsfilme wie "Der Soldat James Ryan" oder Komödien wie "Austin Powers". Auch Baseball-Klassiker schaut sich der Sport-Fan gerne an. Und wenn der Präsident die Stars eines Films persönlich kennen lernen will, lädt er sie einfach in den fensterlosen Raum im Ostflügel des Weißen Hauses ein.

Favorit: "Zwölf Uhr mittags"

Die Kinoleidenschaft teilt Bush mit fast allen seinen Vorgängern. Mehr als 5.000 Streifen hat der Filmvorführer Paul Fischer in den vergangenen vier Jahrzehnten im Weißen Haus gezeigt - und sie in seinem Tagebuch genau notiert. In einer Dokumentation des US-Senders "Bravo" wurden die Aufzeichnungen Fischers am Donnerstagabend (Ortszeit) nun enthüllt: Der Lieblingsfilm aller US-Präsidenten ist demnach der Western-Klassiker "High Noon" ("Zwölf Uhr mittags"). Ex-Präsident Bill Clinton sah ihn in seiner Amtszeit von 1993 bis 2001 allein zwanzig Mal, Dwight D. Eisenhower (1953-1961) drei Mal. Auf der Liste der zehn beliebtesten Filme finden sich auch die Kriegs-Dramen "Der längste Tag", "Die Brücke am Quai" oder "Patton", der Lieblingsfilm von Richard Nixon (1969-1974).

Nixon stand auf Pathos

Nixon sah den pathetischen Film über einen US-General im Zweiten Weltkrieg, kurz bevor er die Ausdehnung des Vietnam-Krieges auf Kambodscha befahl. Er empfahl auch seinen Beratern, sich den Film anzuschauen.

Jimmy Carter war ein Film-Freak

Der Präsident mit der größten Kino-Begeisterung war allerdings Jimmy Carter. Während seiner Zeit im Weißen Haus zwischen 1977 und 1981 ließ er sich 580 Filme vorspielen. Vor seinen Freunden schwärmte er: "Wusstest Du, dass ich jeden Film kriegen kann, den ich will?" Zusammen mit der First Lady schaute er sich sogar den einzigen im Weißen Haus jemals gezeigten Streifen an, der nicht jugendfrei war: "Midnight Cowboy".

Das Beste am Weißen Haus: Das Kino

Das Präsidenten-Kino ist mit großen, bequemen hellen Sesseln ausgestattet. Es hat rund 50 Plätze - genug für die zahlreichen Gäste der "First Family". In der ersten Reihe sind die Sessel ein bisschen größer, vor ihnen stehen Hocker, auf die der Präsident die Füße legen kann. Die mächtigen Männer schätzen die seltene Ablenkungsmöglichkeit sehr: "Das beste am Weißen Haus ist nicht die Air Force One", sagte Bill Clinton einst, "sondern das Kino".

Eisenhower sah meist Western

Dwight D. Eisenhower sah hier mehr als 200 Western. Richard Nixon lenkte sich mit Musicals ab, während vor der Haustüre Hunderttausende gegen den Vietnam-Krieg demonstrierten. Und Lyndon B. Johnson (1963- 1969), der eigentlich keine Filme mochte, schaute ein Dutzend Mal den Streifen "The President" - ein Porträt über ihn selbst.

Reagan heulte fast bei "E.T."

Für amerikanische Filmemacher ist es das Größte, wenn ihr Film bei einem so genannten "screening" im Weißen Haus läuft. Für zwei Stunden erreichen sie mit ihren Werken die Augen und Ohren des mächtigsten Mannes der Welt und können ihm sogar Gefühle entlocken. So standen Ronald Reagan 1982 Tränen in den Augen, als der kleine Außerirdische "E.T." scheinbar im Sterben lag. Solche Reaktionen sind allerdings nicht allen Regisseuren beschieden. Als Präsident Gerald Ford (1974- 1977) nach einem anstrengenden Tag den Film "Pink Panther" sah, "war er nach zwanzig Sekunden eingeschlafen", erinnert sich sein Sohn Steve Ford.


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