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Matthias Schweighöfer in "What a man" Robbie Williams des deutschen Films


Seit Donnerstag läuft Matthias Schweighöfers Sommer-Komödie "What a man" in den deutschen Kinos. Zur Premiere in Essen kam der Meister sogar persönlich vorbei - und sorgte für den Teenie-Hype des Jahres.
Von Frank Gerstenberg, Essen

Die ersten stehen seit 15 Uhr vor der Tür der altehrwürdigen Lichtburg an der Kettwiger Straße. Die meisten ohne Eintrittskarte, die Premiere von "What a man" ist seit Wochen ausverkauft. So wie die 16-jährige Sinja aus Essen: "Ich wollte ihn einfach mal sehen, er ist so sympathisch, natürlich, und er sieht so gut aus." Fehlt nur noch das Attribut "nett" und der 30-jährige Matthias Schweighöfer würde sagen: "Nett ist die kleine Schwester von Scheiße." Sarah, 20, aus Wuppertal weiß eben auch nicht, was dieser Mann hat, was andere nicht haben: "Er ist lässig, locker, er ist jung, einfach sexy."

Der Film? Ach so ja, der Film: Mann liebt Zicke (herrlich nervend: Mavie Hörbiger), die treibt es lieber mit dem Macho in der Wohnung über ihr, Mann erkennt, dass er gar kein Mann ist, will/soll einer werden, fällt auf die Schnauze und in die Sahne und verliebt sich schließlich in die wunderbare Jugendfreundin Nele (traumhaft süß: Sibel Kekilli). Einige Brüller, einige Blödeleien, gerne auch deftig, romantische Augenblicke, insgesamt zum Ablachen und Freuen, der Streifen. Auch weil Schweighöfer im Gegensatz zu Til Schweiger verschiedene Gesichtsausdrücke kann und Sibel Kekilli einfach hinreißend ist.

Einmal Schweighöfer sehen

Wegen des Films allein hätten sich Anika Möllmann, 22, Verena Bussmann, 26, und Lisa Striet, 23, nicht aus dem Emsland auf den Weg gemacht. Sie haben diese Strapazen auf sich genommen, um Schweighöfer einmal zu sehen, ihn vielleicht sogar anfassen zu dürfen. "Wir sind heute alle 15", sagt Anika. "Der Typ ist so süß, so knuffig und so sympathisch, aber eben auch männlich", stimmt Freundin Lisa mit ein. Und ach ja, "sein Berliner Akzent, so witzig, sein Grinsen, der nette Typ von nebenan eben", meint Verena. "Wie er im Film ist, ist er sicher auch im wirklichen Leben."

Kaum Männer zu sehen im Foyer und am Rande des roten Teppichs. Die wenigen gehen leicht nörgelnd im Schlepptau ihrer besonders hübsch zurecht gemachten Frauen, Freundinnen oder Bekannten, die an diesem Abend kaum Blicke an ihren Begleiter verschwenden.

Nur ein Mann ist richtig zufrieden: Detlef Neumann, 58, Blechschlosser, Bürstenschnitt, breite Schultern, figurbetontes weißes T-Shirt. Er ist Schweighöfer-Fan, hat alle Filme von ihm gesehen und bei einem Zeitungs-Gewinnspiel den Hauptgewinn gezogen: freier Eintritt zum Kinostart, in der VIP-Lounge mit Schweighöfer und Elias M'Barek. Wenn der Schalke-Fan zu wählen gehabt hätte zwischen einem Fußballspiel und dem Plausch mit Matthias? "Dann hätte ich immer Schweighöfer genommen", sagt ein leibhaftiger männlicher Schalke-Fan, unglaublich. Enkelin Rabea, 18, ist fast geplatzt vor Neid. Er schafft sie alle, der Produzent, Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchschreiber, ob 14, 24, 54 oder wie alt auch immer. Au Mann, "what a man"! Soll er noch mal in einem Film erzählen, er bekommt keine ab, alles Lüge.

"Kommt der Schweinsteiger?"

Um 19.30 Uhr biegen zwei schwarze Vans in die Haupteinkaufszone ein. "Was ist denn hier los", will ein Essener wissen, "kommt der Schweinsteiger?". Mädchen klettern auf Bänke und Laternenpfosten, mit der einen Hand notdürftig irgendwo gesichert, die andere Hand am Auslöser. Die drei Mädels aus dem Emsland haben Härte gezeigt und sich den Premium-Platz am Kassenhäuschen mit Ellenbogen-Einsatz erkämpft. Gegen 19.35 Uhr setzt eruptives Kreischen ein. Würde zufällig Robbie Williams vorbeikommen, er würde nicht bemerkt. Schweighöfer, dieser lausbübige Charmeur, dieser Held und Antiheld, den man als Frau sicher gerne in die Arme nehmen würde, benötigt für die 50 Meter roten Teppich genau 25 Minuten. Ein Foto hier, ein Autogramm da, geduldig und höflich badet er in der vorwiegend weiblichen, hübsch gestylten Mädchen-Masse.

Johanna, 17, springt mit ihrem Fotoapparat wie mit dem WM-Pokal der Frauen zu ihren Freundinnen: "Ich habe ein Foto von ihm. Oh Mann, er ist mein absoluter Favorit, ich freue mich so." Lisa, Verena und Anika sind noch nicht so weit, Schweighöfer ist noch fünf Meter entfernt. Doch der finale Vorstoß gelingt. Fotoapparat an die Security, Schweighöfer zwischen den drei glücklichen blonden Frauen aus dem Emsland, dann ein Klick für die Ewig- und Glückseligkeit. Dazu noch Autogramme auf T-Shirts und Postkarten. "Ich fasse es nicht, ist das geil", schüttelt Anika den Kopf. Man freut sich mit ihnen, der Teenie-Hype des Jahres ist ansteckend.

Was Schweighöfer und sein Kumpel Elias auf der Bühne schließlich für einen pubertären Blödsinn von sich geben, sei verschwiegen und verziehen. Vielleicht war es ja einfach zuviel, der Film und dann die neuntägige Promo-Tour mit Premieren, Previews und jetzt dem Kinostart in 17 Städten. Er muss nicht entzaubert werden, der Mädchen-Magier. Und es wäre auch egal, wenn er im wirklichen Leben anders wäre. Wer will schon das "wirkliche Leben" im Kino?


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