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Kurzfilm "Hilflos": Mobbing aus der Perspektive zweier Schüler

Wie nehmen Jugendliche das Thema Mobbing in der Schule wahr? Die Kieler Gymnasiasten Jonas Wuttke und Tim Düsterhöft haben einen bewegenden Film aus der Perspektive eines Opfers gedreht.

Von Linda Richter

Es ist Montag, später Nachmittag, eine E-Mail erreicht uns als Reaktion auf einen zuvor auf stern.de veröffentlichten Beitrag zum Thema Mobbing: "Passend zum Anti-Mobbing-Spot möchte ich auf den Kurzfilm 'Hilflos' zum Thema Mobbing verweisen, den ein paar Freunde und ich gedreht haben. Es würde uns sehr freuen, wenn Sie auch auf diesen hinweisen könnten."

Verfasser dieser Zeilen ist Jonas Wuttke, Schüler eines Kieler Gymnasiums und Hobby-Filmer. Im Anhang der Nachricht ist dieser Film von bewegender Brisanz, den der 17-Jährige mit seinem Mitschüler Tim Düsterhöft drehte:

Der Kurzfilm "Hilflos" trägt die Gefühlswelt eines Mobbing-Opfers nah an den Zuschauer heran: Ein Junge wird beschimpft und verprügelt. Der Täter stellt ein Video davon ins Netz. Von hier entfaltet sich die traurige Geschichte. Die Bilder erzählen von Scham, Wut und Einsamkeit, die für den Gedemütigten folgen. Jonas Wuttke stellte selbst das Opfer dar. Tim Düsterhöft übernahm die Kameraführung.

Erfahrungen mit Mobbing haben die beiden Gymnasiasten nicht am eigenen Leib gemacht. Im Englischunterricht behandelten sie den Roman "Give a boy a gun" des US-amerikanischen Autors Morton Rhue. Die Geschichte ging Wuttke sehr nahe. Er entschloss sich ein Drehbuch über Gewalt in der Schule zu schreiben.

Den Film drehten sie in ihrer Freizeit. 14 Drehtage und vier Stunden Rohmaterial kamen dabei zusammen. Freunde und Familie unterstützten sie. Wuttkes Onkel arbeitet bei der Polizei – er organisierte ihnen einen Einsatzwagen. Ihr Geschichts- und Politiklehrer Malte Rohm übernahm die Rolle des Lehrers im Film. Im September zeigten sie "Hilflos" ihrer Klasse und luden den Clip auf Youtube. Dort hat er bereits mehr als 5000 Abrufe erzielt und stößt auf viel Zuspruch. Doch das sollte erst der Anfang sein.

"Hilflos" als Unterrichtsstoff an US-Schule

In den Herbstferien nahm Tim Düsterhöft an einem Schüleraustausch in Nebraska teil. Dort zeigte er seinem Lehrer das Projekt. Auch ihn begeisterte der Film. Er bat Düsterhöft um eine englische Version, um sie seinen Schülern und anderen Lehrern zu zeigen. "Helpless" ist seit Mitte Oktober auf Youtube zu sehen. Demnächst wird die deutsche Fassung des Films zum Tag der Offenen Tür an ihrer Schule und an einer Hamburger Uni gezeigt.

"Bis jetzt haben wir bei kleineren Live-Vorstellungen immer positives Feedback bekommen. Das freut uns natürlich", erzählt Wuttke. Seitdem er zwölf Jahre alt ist, dreht der Christopher-Nolan-Fan kurze Filme. Inzwischen hat er eine Webseite für seine Projekte erstellt. Ein neues Kurzfilmdrehbuch mit dem Titel "Ich bin hier" hat er gerade beendet. Mit den Dreharbeiten soll es im Januar losgehen.

Linda Richter
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