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Neu im Kino: Stars im Hotel und Blut in Griechenland

Reichlich Stars tummeln sich in Wes Andersons "Grand Budapest Hotel", dem bislang schönsten Film des Jahres. Der blutigste ist dagegen "300: Rise of an Empire sein", mit rollenden Köpfen in Zeitlupe.

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"The Grand Budapest Hotel"

Kinotrailer: "The Grand Budapest Hotel"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Wes Anderson ("Rushmore") und die Darsteller Ralph Fiennes ("Der englische Patient"), Bill Murray ("Lost in Translation"), Edward Norton ("American History X"), Adrien Brody ("Der Pianist"), Saoirse Ronan ("In meinem Himmel"), Willem Dafoe ("Spider-Man"), Jeff Goldblum ("Jurassic Park"), Harvey Keitel ("Reservoir Dogs"), Jude Law ("Sherlock Holmes") und Tilda Swinton ("Michael Clayton")

Die Geschichte in einem Satz:

Im heruntergekommenen Grand Budapest Hotel in Zubrowka lernt ein Schriftsteller den Besitzer kennen, der ihm von seiner Lehrzeit in den Dreißiger Jahren erzählt, in der er als Jugendlicher bei Concierge Gustave H. nach dem Tod einer reichen Urlauberin in manches Abenteuer verwickelt wird.

Geschwister im Kinoversum:

"Moonrise Kingdom"

Warum Sie den Film unbedingt sehen sollten:

Verspielt, skurril und farbenfroh waren die Filme von Wes Anderson immer schon. Doch so in sich stimmig, so perfekt in der Balance zwischen Witz und Melancholie, so unglaublich leichtfüßig wie hier ging es auch bei ihm selten zu. Weil obendrein die Ausstattung und Kameraarbeit des in Görlitz gedrehten Berlinale-Eröffnungsfilm herausragend, Ralph Fiennes in der Hauptrolle unerwartet komisch und der Rest des Ensembles ebenso prominent wie spielfreudig ist, ist „The Grand Budapest Hotel“ vermutlich der schönste Film des laufenden Jahres.

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"300: Rise of an Empire"

Kinotrailer: "300: Rise of the Empire"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerinnen Eva Green ("James Bond 007: Casino Royale") und Lena Headey ("Game of Thrones")

Die Geschichte in einem Satz:

Schon bevor Spartanerkönig Leonidas und seine 300 Männer sich 480 vor Christus den Persern in den Weg stellten, nahm die Auseinandersetzung zwischen den von Xerxes sowie seiner rachsüchtigen Heerführerin Artemisia und den griechischen Völkern ihren ausgesprochen blutigen Anfang, in dem vor allem der mutige Athener Feldherr Themistokles eine tragende Rolle übernimmt.

Geschwister im Kinoversum:

"300"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Blut spritzt reichlich und in Zeitlupe. Und dann noch einmal. Und noch einmal. Damit sind dann irgendwie auch schon alle Einfälle dieser mit viel Verspätung eintreffenden Mischung aus Prequel und Sequel aufgezählt. Trotz des 3Ds fehlt dem Film der visuelle Ideenreichtum des ersten Films, womöglich auch weil Zack Snyder nur noch als Produzent und Autor mit von der Partie ist. Die ermüdende Gewaltverherrlichung ist allerdings die gleiche geblieben.

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"Im August in Osage County"

Kinotrailer: "Im August in Osage County"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Meryl Streep ("Die eiserne Lady"), Julia Roberts ("Pretty Woman"), Chris Cooper ("American Beauty"), Ewan McGregor ("Big Fish"), Juliette Lewis ("From Dusk Till Dawn"), Abigail Breslin ("Little Miss Sunshine") und Benedict Cumberbatch ("Sherlock")

Die Geschichte in einem Satz:

Als ihr Ehemann verschwindet, strömt die gesamte Familie zur krebskranken und tablettenabhängigen Violet ins entlegene Osage County, wo der Familiefrieden zwischen ihren drei erwachsenen Töchter, ihrer Schwester und deren Partner nach Jahren der Streitigkeiten, Geheimnisse und Neidereien mindestens so angefressen ist wie ihre Gesundheit.

Geschwister im Kinoversum:

"The Descendants", "Das Fest"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil "Im August in Osage County" auf einem Theaterstück basiert (das Autor Tracy Letts selbst für die Leinwand adaptiert hat), wird in diesem Film vor allem in großen Runden am Tisch gesessen und geredet. Ein etwas versierterer Regisseur hätte da womöglich noch ein wenig mehr herausgeholt. Doch das hochkarätige Ensemble, aus dem vor allem Julia Roberts, Margot Martindale, Chris Cooper und Julianne Nicholson herausstehen, macht im Spannungsfeld von Humor und Tragik definitiv das Beste daraus!

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"Saving Mr. Banks"

Kinotrailer: "Saving Mr. Banks"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Emma Thompson ("Sinn und Sinnlichkeit"), Tom Hanks ("Forrest Gump"), Paul Giamatti ("Sideways") und Colin Farrell ("Brügge sehen...und sterben?")

Die Geschichte in einem Satz:

Als es Anfang der Sechziger Jahre Walt Disney endlich gelingt, die Schriftstellerin P.L. Travers nach Los Angeles zu locken, um über die Filmrechte an deren Kinderbuch „Mary Poppins“ zu sprechen, sieht er sich einer sehr meinungsstarken, kompromisslosen Verhandlungspartnerin gegenüber, die sich von seinem Hollywood-Charme ziemlich unbeeindruckt zeigt.

Geschwister im Kinoversum:

"Wenn Träume fliegen lernen"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Wegen der wunderbaren Emma Thompson, die als kratzbürstige Autorin endlich mal wieder ihr gesamtes Talent ausspielen kann. Allerdings hätte sie eindeutig ein besseres Drehbuch verdient. Denn gegen die zuckrige Gefühligkeit dieser Entstehungsgeschichte des Disney-Klassikers „Mary Poppins“ kommt selbst sie nur phasenweise an.

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"Alles inklusive"

Kinotrailer: "Alles inklusive"

Wen Sie kennen könnten: Regisseurin Doris Dörrie ("Kirschblüten - Hanami") und die Darsteller Nadja Uhl ("Der Baader Meinhof Komplex"), Hannelore Elsner ("Kirschblüten - Hanami"), Hinnerk Schönemann ("Gefährten") und Axel Prahl ("Halbe Treppe")

Die Geschichte in einem Satz:

Während ihre Tochter Apple sich zu Hause in München mit ihrem gehbehinderten Mops und immer wieder den falschen Männern herumplagt, kuriert Ingrid nach einer Hüftoperation auf Torremolinos, wo sie nicht nur auf den Transvestiten Tina und einen afrikanischen Flüchtling trifft, sondern auch die Geister der eigenen Hippie-Vergangenheit heraufbeschwört.

Geschwister im Kinoversum:

"Elementarteilchen"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Kaum jemand schreibt im deutschen Kino Dialoge, die so pointiert und witzig, aber gleichzeitig lebensnah und rührend sind wie Doris Dörrie. Diese Verfilmung ihres eigenen Romans ist dafür mal wieder der beste Beweis und nebenbei (trotz ein paar Übertreibungen in Sachen Plot und Albernheiten) ihr bester Film seit "Kirschblüten - Hanami".

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"Bibi & Tina - Der Film"

Kinotrailer: "Bibi & Tina - Der Film"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Detlev Buck ("Die Vermessung der Welt") und Darsteller Charly Hübner ("Alles auf Zucker!")

Die Geschichte in einem Satz:

Während es der zwielichtige Pferdezüchter Kakmann auf ganz Falkenstein und den Reiterhof ihrer Mutter abgesehen hat, macht die fiese Sophia ihrem Freund schöne Augen, was Bibi und ihre Freundin Tina vor einige knifflige Herausforderungen stellt.

Geschwister im Kinoversum:

"Hanni & Nanni 3"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Aus Detlev Buck werde mal einer schlau. Was bringt den Regisseur von Filmen wie "Männerpension" oder "Knallhart" dazu, sich einer ultra-kommerziellen Jungteenie-Geschichte wie dieser Bibi Blocksberg-Variante anzunehmen? Wir hoffen sehr, dass es vor allem darum ging, ein schönes Häuschen im Grünen abzubezahlen. Denn dieser nervig-schrille Film samt seiner bizarren Musicaleinlagen (komponiert von Peter Plate) und Videoanimationen ist seiner Qualitäten als Filmemacher eigentlich nicht würdig.

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Patrick Heidmann