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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Oscar-Verleihung: Wer sind die Favoriten?

Die Nominierten für die Oscars 2015 kennen wir schon seit Wochen, aber die Favoriten unter ihnen kristallisieren sich immer mehr heraus. Filme mit "B" am Anfang, zum Beispiel.

Die drei großen "B"'s der Oscars 2015: "Boyhood", "Birdman" und "Budapest Hotel"

Die drei großen "B"'s der Oscars 2015: "Boyhood", "Birdman" und "Budapest Hotel"

Wenn am Sonntag im Dolby Theatre in Hollywood die Oscars vergeben werden, können vor allem zwei Filme auf die goldenen Figuren hoffen: Die US-Satire "Birdman" und die britisch-deutsche Komödie "Grand Budapest Hotel" gehen mit je neun Nominierungen in die Verleihung. Der deutsche Regisseur Wim Wenders konkurriert mit seinem Künstlerporträt "Das Salz der Erde" erneut um den Dokumentarfilm-Oscar. Für Kritik sorgte in diesem Jahr die Vorauswahl der Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Zu weiß und zu männlich sei die Riege der potenziellen Preisträger.

"Grand Budapest Hotel" und "Birdman" sind beide Anwärter auf die Auszeichnung als bester Film des Jahres. In der Königsklasse der Oscars sind außerdem der Weltkriegs-Thriller "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben", das Scharfschützen-Epos "American Sniper", das Langzeitprojekt "Boyhood" sowie das US-Bürgerrechtsdrama "Selma", der Musikfilm "Whiplash" und "Die Entdeckung der Unendlichkeit" über den britischen Astrophysiker Stephen Hawking vertreten.

"Birdman" oder "Boyhood"?

Besonders gute Chancen werden "Boyhood" eingeräumt. Der Film von Richard Linklater wurde über einen Zeitraum von zwölf Jahren mit denselben Schauspielern gedreht und erzählt die Geschichte eines Jungen und seiner Schwester, die erwachsen werden. "Boyhood" räumte bei den Golden Globes ab, auch beim britischen Filmpreis Bafta wurde der Streifen ausgezeichnet. "Birdman" konnte ebenfalls schon einige Preise einsammeln. In dem bitterbösen Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu geht es um einen gealterten Superhelden-Darsteller, der seine Karriere am Theater wiederbeleben will.

Auch für die Redakteure des Branchenblattes "Hollywood Reporter", heißen die Favoriten für den besten Film des Jahres "Birdman" und "Boyhood". "Birdman" sollte demnach gewinnen, "Boyhood" würde aber am Ende die Trophäe abräumen. Außenseiterchancen räumen sie "American Sniper" ein. Der Film von Clint Eastwood über einen US-Scharfschützen im Irakkrieg ist ein großer Erfolg an der Kinokasse - Kritiker werfen ihm aber die Verherrlichung des umstrittenen Militäreinsatzes vor.

Nominierung für Wim Wenders

Heißeste Kandidatin für die beste weibliche Hauptrolle sei Julianne Moore, sagt "Hollywood Reporter". Die US-Schauspielerin spielt in "Still Alice - Mein Leben ohne Gestern" eine Professorin, die an Alzheimer erkrankt ist. Gute Aussichten auf die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin hat Patricia Arquette, die in "Boyhood" die Mutter spielt. Bei den Männern rechnet HR mit einem engen Rennen zwischen "Birdman"-Star Michael Keaton und dem britischen Schauspieler Eddie Redmayne, der in die Rolle von Stephen Hawking schlüpfte.

Wenders, der bereits 2000 mit "Buena Vista Social Club" und 2012 mit "Pina" für den Dokumentarfilm-Oscar nominiert war, darf sich zusammen mit Juliano Ribeiro Salgado auf eine Auszeichnung für seinen Film "Das Salz der Erde" Hoffnung machen. In dieser Kategorie schaffte es auch "Citizenfour" über den US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden in die Endauswahl. Der Dokumentarfilm von Laura Poitras wurde vom Norddeutschen Rundfunk und vom Bayerischen Rundfunk koproduziert. Der deutsche Komponist Hans Zimmer könnte für seine Filmmusik zu dem Science-Fiction-Streifen "Interstellar" ausgezeichnet werden.

Die Nominierungen sorgten im Vorfeld allerdings für einiges Stirnrunzeln: Alle ausgewählten Schauspieler oder Schauspielerinnen sind weiß, in den Kategorien Drehbuch und Regie wurde keine einzige Frau nominiert. Dabei hätten die Academy-Mitglieder nach Auffassung vieler Experten durchaus eine Chance gehabt, mit dem US-Bürgerrechtsdrama "Selma" gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Doch Schauspieler David Oyelowo wurde für seine Darstellung von Martin Luther King ebenso wenig berücksichtigt wie die - schwarze - Regisseurin Ava DuVernay.

AFP / AFP