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Studie zu Lara Croft &Co. Wenn harte Mädchen weich werden


Sie schlagen, schießen und treten genauso zielgenau wie ihre männlichen Kollegen. Doch laut einer aktuellen US-Studie haben weibliche Kino-Actionhelden eine Achillesferse, die sie verwundbar macht.
Von Sophie Albers

Das ist ein herber Rückschlag. Laut einer wissenschaftlichen Studie aus den USA sind Actionheldinnen der Leinwand wie Lara Croft, Trinity oder auch Sarah Connor nicht das, wofür Frauen sie bisher gehalten haben.

Nicht nur, dass die Schauspielerinnen natürlich - wie alle anderen Frauen auch - weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Katy Gilpatric von der sozialwissenschaftlichen Abteilung der Kaplan University in Davenport hat herausgefunden, dass nicht einmal in Fantasiewelten Gleichberechtigung herrscht. Auch wenn es uns immer wieder erzählt wird.

Egal wie brutal und heldenhaft die mal mehr und mal weniger flächendeckend kostümierten Frauen auch kämpfen, der weibliche Actionheld sei dem männlichen immer wieder untergeordnet und letztlich von dessen Stärke abhängig, lautet das Ergebnis der Studie. Die Heldinnen würden nicht mit den traditionellen Geschlechterrollen brechen, sondern sie ganz im Gegenteil auch noch unterstützen.

Kuschen und kuscheln

112 Actionfilme aus den vergangenen 20 Jahren hat Gilpatric sich angesehen und immer wieder gefunden, dass selbst die härteste Heroin weich wird, wenn es ums Herz geht. Und tatsächlich: Ob die fast schwerelos kickende Trinity in "Matrix", die schlagkräftige Truppe der "Drei Engel für Charlie" oder die Sci-Fi-Killerin Aeon Flux, sie alle kuschen und kuscheln, sobald der richtige Mann auf der Bildfläche erscheint. Das derzeit zuweilen als neue starke Heldin gefeierte Hit Girl aus "Kick-Ass" ist sogar noch schlimmer: Das killende Kind ist genau genoemmen nichts weiter als eine Sklavin der Rachegelüste ihres Vaters.

Knapp 60 Prozent der weiblichen Actionheldinnen würden sich dem männlichen Star des Films unterordnen, so die blanken Zahlen. 42 Prozent wären zudem mit dem Helden romantisch involviert. Und wer kann denn bitte mit rosa Brille noch gerade schießen.

Der Grund für die weiche Frau in der harten Schale ist natürlich ganz einfach: Das Zielpublikum für Actionfilme sind immer noch junge Männer. Und wer möchte schon Geld dafür zahlen, in den Hintern getreten zu werden.

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