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Suche nach Ebola-Medikamenten: Auch Ebola-Erreger haben eine Achillesferse

Ebola ist nicht heilbar - unbesiegbar sind die Erreger aber offenbar nicht: Auf 3D-Bildern haben Forscher die "wunden Punkte" der Viren entdeckt. Sie könnten Angriffspunkte für neue Arzneien bieten.

Ebola-Viren sind gefährlich - aber möglicherweise nicht unbesiegbar.

Ebola-Viren sind gefährlich - aber möglicherweise nicht unbesiegbar.

Seit mehr als einem halben Jahr wütet die Seuche Ebola nun in Afrika. Mehr als 5100 Menschen in acht Ländern sind bereits daran gestorben. Heilbar ist die Krankheit nicht - die Helfer können nur die Symptome der Infizierten lindern. Doch die Suche nach Therapien hat längst begonnen. Eine neue Untersuchung zeigt: Das gefährliche Virus hat offenbar eine Achillesferse. Mithilfe von 3D-Bildern haben Wissenschaftler in den USA mehrere mögliche Schwachstellen des Ebola-Virus entdeckt.

Die Studie, die am Montag vom US-Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht wurde, liefert nach Angaben der Autoren Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen des Ebola-Virus das Medikament ZMapp wirkt. Die experimentelle Arznei setzt sich aus drei verschiedenen Abwehrstoffen - sogenannten Antikörpern - zusammen. Bevor sie kommerziell genutzt werden kann, bedarf es weiterer Forschung. Mangels Alternativen wurde ZMapp aber bereits bei mehreren Ebola-Patienten eingesetzt.

An den 3D-Bilder konnten die Forscher genau erkennen, welche Stellen des Virus die Antikörper angreifen - und auch, auf welche Stellen andere Medikamente zielen könnten. "Jetzt, da wir wissen, wie ZMapp Ebola angreift, können wir versuchen, effizientere Cocktails zu mischen", erläuterte die Biologin Erica Ollmann Saphire vom Scripps-Institut in Kalifornien.

ZMapp als Zellen-Türsteher

Mehrere Ebola-Patienten, die mit ZMapp behandelt wurden, überlebten die Krankheit. Noch ist aber unklar, welche Rolle das Medikament bei der Heilung gespielt hat. Wie die Autoren der Studie erläutern, hindert ZMapp das Virus am Eintreten in die Zellen und warnt das Immunsystem vor dem Erreger, indem es eine antivirale Reaktion auslöst. Die Stellen, an denen ZMapp wirkt, sind laut der Studie nicht von den genetischen Veränderungen betroffen, welche das Ebola-Virus im Verlauf der aktuellen Epidemie durchlaufen hat - laut einer im August im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Untersuchung waren es mehr als 300 Mutationen.

Die nun veröffentlichte Studie wurde von einem Forschungsverbund vorgenommen, der im Auftrag der US-Gesundheitsbehörden nach einem Medikament gegen das Ebola-Virus sucht. Die Wissenschaftler testen Antikörper, die aus 25 Laboren weltweit stammen. Als nächstes sollen die Antikörper untersucht werden, die Überlebende der Krankheit entwickelt haben.

ZMapp wurde von der im kalifornischen San Diego ansässigen Firma Mapp Biopharmaceutical entwickelt. Für das kommende Jahr sind die ersten klinischen Tests geplant. Auch andere Forschungsinstitute und Pharmaunternehmen arbeiten an Medikamenten und Impfstoffen gegen das gefährliche Ebola-Virus.

AFP/ljk / AFP

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