Seitdem die dritte Staffel „Euphoria“ im April angelaufen ist, hagelt es konstant Kritik für die Serie. Zuletzt hatten sich mehrere Onlyfans-Models über die grotesken Kostüme beschwert, in die sich die Figur von Sydney Sweeney wirft. Die Verkleidungen (als Hund und als Baby) würden ein falsches Bild der Plattform zeichnen und bestehende Vorurteile vertiefen, hieß es. Nun droht bereits der nächste Ärger. Anlass ist das englische Wort „retarded“, das Sydney Sweeney in ihrer Rolle als Cassie Howard benutzt.
Figur von Sydney Sweeney fällt mit schwerer Beleidigung auf
„Retarded“ wurde früher medizinisch für Menschen mit geistiger Behinderung benutzt. Heute gilt es im Englischen als schwere Beleidigung. Dass solch ein Ausdruck in einer beliebten Serie genutzt wird, stößt auf Ablehnung. Dazu hat sich Dani Bowman zu Wort gemeldet. Die Aktivistin ist Teil der Netflix-Serie „Love on the Spectrum“, in der es um das Datingleben autistischer Menschen geht. Die 31-Jährige spricht von einem „entmenschlichenden Begriff“, der ihrer Meinung nach verboten werden sollte.
Gegenüber dem Portal „TMZ“ betonte Bowman, die selbst Autistin ist, es sei „schmerzhaft“, mitzuerleben, wie das Wort wieder „gesellschaftlich akzeptabel“ werde. „Dieses Wort wird seit Jahrzehnten benutzt, um neurodiverse Menschen zu demütigen“, sagt sie und fügt hinzu: „Es jetzt wieder so darzustellen, als wäre es cool oder witzig, ist kein Fortschritt. Es ist ein Rückschritt.“ Aktivistinnen und Aktivisten wie sie hätten „jahrelang versucht, die Menschen darüber aufzuklären, dass diese Worte echte Menschen verletzen“, so der Netflix-Star. Man habe viel zu hart für Inklusion und Akzeptanz gekämpft, als dass man den Begriff wieder normalisieren könne.
Neben „Euphoria“ kritisierte Dani Bowan auch die Comedy-Show „The Roast of Kevin Hart“. In dem Netflix-Format hatte Dwayne „The Rock“ Johnson in einem Witz über NBA-Spieler Draymond Green ebenfalls zu dem behindertenfeindlichen Begriff gegriffen. „Eine Enttäuschung“, sagt Dani Bowman und fügt hinzu: „Komödie kann auch lustig sein, ohne eine Gemeinschaft ins Visier zu nehmen, die hart um Akzeptanz gekämpft hat.“ Sie selbst fühle sich sich durch die Verwendung des Schimpfworts im Mainstream-Fernsehen und auf Streaming-Plattformen „völlig respektlos behandelt“.