Das Finale des 70. Eurovision Song Contest aus Wien hat am Samstagabend (16. Mai) im Ersten 8,179 Millionen Menschen in Deutschland an die Bildschirme gelockt. Der Marktanteil lag bei 42,8 Prozent - ein starker Wert, der zeigt: Trotz des in Deutschland seit Jahren ernüchternden Abschneidens bleibt der ESC ein verlässliches Quotenereignis. Das geht aus den vorläufigen Daten der AGF Videoforschung hervor.
Zum Vergleich: Im Vorjahr, beim ESC-Finale aus Basel, hatten noch 9,13 Millionen zugeschaut - der beste Wert seit mindestens einer Dekade. 2024 waren es 7,98 Millionen, 2023 rund 7,44 Millionen und 2022 knapp 6,53 Millionen. Das diesjährige Ergebnis reiht sich damit deutlich oberhalb ein, bleibt aber hinter 2025 zurück.
Nummer eins des Abends - mit Abstand
Das ESC-Finale war die mit Abstand meistgesehene Sendung des Samstags. Auf Rang zwei landete die Tagesschau um 20 Uhr mit 6,02 Millionen Zuschauern, das ZDF-Krimi-Duo "Ein starkes Team" folgte mit 5,85 Millionen. Auch der ESC-Countdown vor dem Finale erreichte noch 5,11 Millionen. Selbst die Aftershow, die erst nach ein Uhr morgens begann, zog noch 2,89 Millionen Neugierige vor den Bildschirm - bei einem Marktanteil von 42,3 Prozent.
Historisch einordnen lässt sich der jüngste Wert so: Nach den Ausnahmejahren rund um Lenas "Satellite"-Sieg 2010 mit 14,73 Millionen Zuschauenden und ihrem erneuten Antreten 2011, bei dem 13,93 Millionen einschalteten, pendelte sich die Zahl um die 8 Millionen ein. In den Corona-Jahren erreichte sie mit 6,53 Millionen im Jahr 2021 und 2022 einen Tiefstwert.
ESC-Begeisterung trotz Platz 23
Dass die Quote trotz des enttäuschenden deutschen Abschneidens so stark blieb, ist bemerkenswert. Sarah Engels (33) trat mit "Fire" als zweite Startnummer an, lieferte eine handwerklich saubere Performance - und bekam vom Publikum dennoch null Punkte. Von den internationalen Jurys gab es immerhin zwölf. Deutschland landete auf Platz 23 von 25 Teilnehmern, nur das Vereinigte Königreich und Gastgeber Österreich blieben dahinter.
Gewonnen hat am Ende Bulgarien: Die 27-jährige Dara sicherte ihrem Land mit dem Titel "Bangaranga" - ein Wort für Chaos oder Aufruhr - mit 516 Punkten den ersten ESC-Sieg überhaupt. Bulgarien hatte drei Jahre lang auf eine Teilnahme verzichtet und feierte seine Rückkehr auf der großen Bühne mit einem Knall. Israel folgte mit 343 Punkten auf Platz zwei, Rumänien mit 296 Punkten auf Rang drei.
Ein Abend, der im Gedächtnis bleibt
Moderiert wurde das Finale von "Let's Dance"-Moderatorin Victoria Swarovski und dem österreichischen Schauspieler Michael Ostrowski, kommentiert im Ersten von Thorsten Schorn. Beim Voting zählten Jury und Publikum je zur Hälfte. Lange sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bulgarien und Israel aus - am Ende war der Vorsprung aber deutlicher als erwartet.
Weltweit verfolgten laut eurovision.de zuletzt rund 163 bis 166 Millionen Menschen das Finale - Zahlen für Wien lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.