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Steit um "Honig im Kopf": Wieso Til Schweiger Claude-Oliver Rudolph dankbar ist

Mit dem Plagiats-Streit um den Kassenschlager "Honig im Kopf" liefern sich Til Schweiger und Claude-Oliver Rudolph einen amüsanten Schlagabtausch. Doch die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit.

Von Carsten Heidböhmer

Sie mögen sich und sie streiten sich: Claude-Oliver Rudolph und Til Schweiger

Sie mögen sich und sie streiten sich: Claude-Oliver Rudolph und Til Schweiger

Er wurde belächelt, verrissen, angefeindet. Doch all das hat nicht verhindert, dass es Til Schweiger zu einem der erfolgreichsten Regisseure und Schauspieler des Landes geschafft hat. Seine Filme werden selbst dann zu Kassenschlagern, wenn sie ernste Themen wie Alzheimer anpacken. Als Schauspieler hat er es sogar zum "Tatort"-Kommissar gebracht - mehr geht im deutsche Fernsehen nicht. Dass er es so weit geschafft hat, ist auch Claude-Oliver Rudolph zu verdanken. Jener Mann also, der sich mit Schweiger gerade eine amüsante verbale Schlacht um die Urheberschaft von dem Erfolgsfilm "Honig im Kopf" liefert. Rudolph hat seinen Anteil am steilen Aufstieg Til Schweigers.

Denn dessen Karrierestart verlief alles andere als glatt. So synchronisierte er zunächst Pornofilme, später verkörperte Schweiger den Jo Zenker in der "Lindenstraße", die nicht dafür bekannt ist, das Sprungbrett für große Karrieren zu sein. Auch seine Hauptrolle in der Prolo-Komödie "Manta, Manta" trug nicht dazu bei, seinen Ruf als ernst zu nehmenden Schauspieler zu untermauern.

Rudolph verhalf ihm zum Max-Ophüls-Preis

Doch dann kam Claude-Oliver Rudolph. Er gab Schweiger 1993 die Hauptrolle als Boxer in seiner Filmkomödie "Ebbies Bluff". An der Seite von Heiner Lauterbach und Helge Schneider machte der damals 29-jährige Schweiger erstmals mit schauspielerischem Können auf sich aufmerksam - und gewann den renommierten Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchs-Darsteller. Daraufhin besetzte ihn Sönke Wortmann für "Der bewegte Mann". Die Komödie war mit 6,5 Millionen Besuchern der mit Abstand erfolgreichste deutsche Film des Jahres 1994 - und machte Schweiger zum Star.

Rudolphs Verdienst an seiner Karriere hat Til Schweiger nicht vergessen: "Nur dadurch, dass er mich damals in 'Ebbys Bluff' besetzt hat, habe ich den Max-Ophüls-Preis gewonnen", sagt er der "Bild"-Zeitung. Und hat ein paar nette Worte für Claude-Oliver Rudolph übrig: "Eigentlich ist er ja ganz in Ordnung. Er ist manchmal netter, als er tut."

"Wer sich verteidigt, klagt sich an"

Das ändert aber nichts daran, dass Schweiger im Streit um "Honig im Kopf" hart bleibt. Nachdem er sich bereits bei Facebook über den Plagiatsvorwurf beömmelt und Rudolph als "Schwachmat" bezeichnet hat, legt er in der "Bild" noch einmal nach: "Hat der Rudolph Stroh im Kopf", sagt er der Zeitung.

Auch Claude-Oliver Rudolph bleibt bei seiner Position, Schweiger habe sich bei "Liebe mich bin in den Tod" bedient: "Wer sich verteidigt, klagt sich an. Til hatte bei seinem Dreh nicht Honig im Kopf, sondern meinen Film. Es gibt drei dramaturgische Parallelen zu meinen Werk, die nicht zu leugnen sind."

Doch mit seinem Vorwurf steht der 58-Jährige bislang allein da. Von den übrigen Schauspielern aus dem RTL-Film will sich niemand negativ äußern. Weder Christian Kahrmann noch Ralf Richter oder Christine Neubauer.

Til Schweiger nimmt seinem einstigen Förderer den Streit jedoch nicht wirklich übel und nimmt es mit Humor: "Ich jedenfalls habe über seine Aussage herzhaft gelacht."