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"Honig im Kopf" von Til Schweiger: Das sagt die Autorin zum Plagiatsvorwurf

Hat Til Schweiger die Idee zu "Honig im Kopf" geklaut? Das behauptet zumindest Claude-Oliver Rudolph. Hilly Martinek hat das Drehbuch geschrieben - und kann über die Geschichte nur lachen.

Von Carsten Heidböhmer

Hilly Martinek und Til Schweiger bei der Premiere zu "Honig im Kopf"

Hilly Martinek und Til Schweiger bei der Premiere zu "Honig im Kopf"

Kann man mit einem Kinofilm über eine Alterskrankheit einen Kassenschlager landen? Til Schweiger kann. Zusammen mit der Drehbuchautorin Hilly Martinek schrieb er die Tragikomödie "Honig im Kopf". Seit dem 25. Dezember 2014 wollten mehr als 6,5 Millionen Zuschauer die berührende Geschichte des an Alzheimer erkrankten Opas (Dieter Hallervorden) sehen, der sich mit seiner Enkelin (Emma Schweiger) auf die Reise nach Venedig begibt. Der Film geriet zum Triumph für Schweiger, der hier erstmals mit Martinek zusammengearbeitet hat.

Vier Monate nach dem Kinostart hat offenbar auch der Schauspieler Claude-Oliver Rudolph von dem Erfolg Wind bekommen - und will eine Parallele zu einem eigenen Film entdeckt haben. Denn in "Liebe mich bis in den Tod" aus dem Jahr 1998, für den er zusammen mit der Schauspielerin Christine Neubauer das Drehbuch geschrieben hat, geht es im Kern um einen dementen Boxer (Rudolph), der sich in eine junge Medizinerin (Neubauer) verliebt und mit ihr nach Venedig fährt. "Til hat den Film gesehen und beim Schreiben im Kopf gehabt", sagte Rudolph dem Magazin "OK!".

Wir haben bei der Autorin nachgefragt: Haben Sie bei Claude-Oliver Rudolph abgeschrieben, Frau Martinek?

Die in Hamburg lebende Drehbuchautorin kriegt vor Lachen erst einmal keinen Satz raus. "Bis gestern habe ich gar nicht gewusst, wer Claude-Oliver Rudolph ist", sagt Hilly Martinek dem stern. Als der Fernsehfilm "Liebe mich bis in den Tod" 1998 ausgestrahlt wurde, sei sie gerade 20 gewesen, sagt die Ehefrau von Schauspieler Krystian Martinek, und antwortet mit Ironie: Der Film müsse sie so beeindruckt haben, dass sie die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters frei erfunden habe. Dann wird die 37-Jährige ernst: Es sei ausgeschlossen, dass sie oder Til Schweiger von Rudolphs Drehbuch beeinflusst worden sei.

"Ich werf mich weg!"

Til Schweiger hatte die Vorwürfe am Vorabend auf seine Weise gekontert: "Ich werf mich weg! Wir haben ein Drehbuch von Claude-Oliver Rudolph und man höre und staune Christine Neubauer geklaut!", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Und ging direkt zum Gegenangriff über: "Claude, du bist und bleibst ein Schwachmat! Geh lieber mal wieder arbeiten, anstatt so einen Käse zu verbreiten. Oder lass Dir beim Promiboxen mal wieder ordentlich auf die Nuss hauen."

Der Humor von Hilly Martinek und der verbale Punch von Til Schweiger - so langsam versteht man, wieso ihr gemeinsamer Film so einen durchschlagenden Erfolg hatte.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo