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Protestaktion in Berlin: Unbekannte übermalen berühmte Blu-Graffiti

Rätselraten um übermalte Graffiti in Berlin: Die Streetart des Künstlers Blu erlangte weltweite Berühmtheit. Nun wurde sie schwarz übermalt. Offenbar ein Protest gegen Gentrifizierung.

Es war eines der bekanntesten Street-Art-Werke in Berlin: die großen Graffiti-Figuren auf einer Hauswand nahe der sogenannten Cuvry-Brache in Kreuzberg. Nun sind sie weg. Von der kopflosen Figur, die zwei goldene Armbanduhren wie Handschellen trägt, und den beiden Maskenmännern ist nichts mehr zu sehen. Am Donnerstagabend wurden die Bilder mit schwarzer Farbe übermalt.

Dahinter scheint ein Protest gegen Immobilienfirmen und Gentrifizierung in Berlin-Kreuzberg zu stecken. Auf Blogrebellen wurde ein Text veröffentlicht, der mit dem Graffiti-Künstler Blu in Zusammenhang stehen soll. Dieser hatte die Bilder im Jahr 2008 erschaffen, die später weltweite Bekanntheit erlangen sollten. Sie wurden auf Postkarten gedruckt und von Touristen besucht.

Doch offenbar mit der Zustimmung von Blu wurden die Graffitis nun schwarz übermalt - aus Angst, eine Immobilienfirma könnte einen Vorteil aus dem nahen Kunstwerk ziehen und Wohnungen in den angrenzenden Cuvry-Höfen besser oder teurer zu verkaufen.

Gleichzeitig wird auch Kritik am Künstler selbst laut. Schließlich würden die Unternehmen dem Italiener Blu ungewollt große Leinwände bieten, die ihm helfen seine Kunst besser zu verkaufen. Eine Anzeige wurde nach dem Vorfall nicht erstattet, gab die Polizei bekannt.

Ein Bild von der nächtlichen Aktion an der Cuvry-Brache:

mka/DPA / DPA