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"Des glauben‘s ned": Österreichischer Kabarettist Josef Hader nimmt Verschwörungstheoretiker auf die Schippe

In der Corona-Krise blühen Verschwörungstheorien. Immer mehr Politiker warnen davor. Der österreichische Kabarettist Josef Hader hat ein anderes Mittel, damit umzugehen: Humor. Er macht sich in einem Facebook-Video über Verschwörungstheoretiker lustig.

Will Bill Gates die Welt in eine "Gesundheitsdiktatur" verwandeln? Löst 5G das Coronavirus aus? Oder wollen Geheimgesellschaften die Krise ausnutzen und eine autoritäre Weltordnung errichten? Die Corona-Krise scheint die Hochkonjunktur für Verschwörungstheoretiker zu sein. Nichts ist dieser Tage abstrus genug, um verbreitet zu werden.

Erst kürzlich forderten Ärzte und Virologen aus der ganzen Welt Unternehmen wie Facebook und Twitter auf, stärker gegen Falschnachrichten vorzugehen. In einem Brief warnten sie vor einer weltweiten "Infodemie", also Fehlinformationen, die Menschenleben gefährdeten. Twitter reagierte bereits – und kennzeichnet nun Falschinformationen zum Coronavirus.

Doch allein mit rationalen Argumenten wird es schwer, Aluhutträger der Lächerlichkeit preiszugeben. Auch Humor kann ein Mittel sein, wie der österreichische Kabarettist Josef Hader zeigt. In einem viel geteilten Facebook-Video nimmt er Verschwörungstheoretiker gehörig auf die Schippe.

Hader deckt auf: Die große Verschwörung! Passend dazu als Film der Woche auf https://player.hader.at: DIE WILDE MAUS,...

Gepostet von Josef Hader am Donnerstag, 7. Mai 2020

Josef Hader macht sich über Verschwörungstheoretiker lustig

Hader sitzt darin vor einem Bücherregal. Seine Cappy hat er tief ins Gesicht gezogen. Dazu trägt er ein T-Shirt mit einer Föderalisten-Flagge drauf. Er kommt wie ein typischer Systemkritiker daher. Und so beginnt er auch seinen fast fünfminütigen Monolog: "Ich bin ein kritischer Bürger – und stelle unbequeme Fragen. (…) Warum fährt mir zum Beispiel die U-Bahn genau in dem Moment davon, wenn ich es eilig habe?"

Duschende Ratte

Er sei während der Corona-Krise viel im Internet unterwegs gewesen. Dabei habe er Sachen gefunden, "des glauben‘s ned". Demnach habe Hitler eigentlich Frieden gewollt, aber sich "nicht ganz durchsetzen" können. Die Bevölkerung werde alle 100 Jahre ausgetauscht. Und: "Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen", sagt er, "dass Flugzeuge immer genau so hoch fliegen, dass man nicht sicher erkennen kann, ob die Erde nun rund ist oder nicht? Das kann doch kein Zufall sein!"

Pointierten Videokommentaren als Eigenwerbung

Fast 900.000 Mal wurde Haders satirisches Video bereits aufgerufen, dazu vielfach geteilt. Der Österreicher scheint einen Nerv getroffen zu haben. Zumal er damit Aufmerksamkeit für sein eigentliches Anliegen bekommt – das Online-Angebot auf seiner Website. Seit Wochen bewirbt der Schauspieler das mit pointierten Videokommentaren. Der neueste Clip "Hader deckt auf: Die große Verschwörung" ist nun sein erfolgreichster. In weiteren hatte er sich bereits mit viel Augenzwinkern mit seinem Baumarktbesuch, Übersinnlichem oder dem Tagesablauf in der Quarantäne beschäftigt.

rpw