„Da läuft jemand wie eine alte Frau“, munkeln die bereits Angereisten mit Blick auf den roten Teppich. Ist das etwa schon Frédéric Prinz von Anhalt, mag mancher denken, aber nein, bis der Royal den illustren Kreis erreicht, dauert es noch etwas. Es handelt sich um keine Geringere als Yeliz Koc, die sich dem Strandhaus nähert „wie eine alte Frau“. Die vielen Formate, sie haben Spuren hinterlassen. Immerhin bekommt sie den Gang nach Canossa eleganter hin als Kate Merlan, die beim Einmarsch stakst und stolpert und nur knapp den ersten Absturz vermeidet.
Es ist der Auftakt zum „Kampf der Reality Allstars“, und als solcher macht er seinem Namen durchaus Ehre, ein Aufgalopp der Zirkuspferde am Strand von Phuket, der sich gewaschen hat. „Jetzt wird rasiert“, gibt Sandy Fähse gleich mal das Motto aus, lässt sich wenig später jedoch selbst erstmal glattziehen von den niedlichsten Twins seit „Shining“. Eine Entschuldigung ist angesagt, das machen Tayisiya und Yana Morderger klar, die beiden haben den Beef aus der ersten Staffel längst nicht vergessen. „Sandy muss auf die Knie“, ihre Forderung. Immerhin auf den Sack lässt er sich nieder – den Sitzsack, um Missverständnissen vorzubeugen – und gibt eine Entschuldigung zum Besten, die zumindest vorerst die Wogen glättet.
Ganz so geschmeidig läuft es zwischen Georgina Fleur und Sam Dylan nicht ab. „Die Rothaarige aus Dubai“ hat der „Kakerlake“ das längst verjährte Schwangerschaftsouting immer noch nicht verziehen, und dann klaut der Dylan ihr auch noch das Bettchen, in dem sie vor sechs Jahren schon leise in die Laken gepupst hat – ein Skandal jagt den nächsten, das birgt einiges an Zunder, nachdem hier bereits früh die Funken flogen.
Nicht ganz so hochgekocht, aber ähnlich belastet ist das Verhältnis zwischen Yeliz Koc und Kate Merlan. Erstere wirft letzterer vor, dem guten Jimi Blue mal den Ochsenknecht poliert zu haben, von einem Pärchen-Spa ist die Rede, in dem womöglich geschnackselt wurde. Ungewöhnlich für den formattypischen Aggregatzustand, dass sich die Wogen hier doch recht schnell glätten.
Paco Herb gilt als auserzählt, andere Allstars mischen die Stimmung auf
Wer ist sonst noch dabei und macht von sich reden, mehr oder weniger? Narumol, Thailands Kaiserin der Herzen, Loona und ihr Hit „Thailando, Thailando“, Giuliana Farfalla, von der man kaum noch weiß, wo sie eigentlich mal herkam, Serkan Yavuz, ein Junggesellenabschied auf zwei Beinen, der sich jetzt angeblich so richtig verliebt hat, in Vanessa, „eine ganz liebe Maus“ und „Seelenverwandte“. Paco Herb muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, obwohl das Spiel „Arbeitsamt“ doch ergab, dass er – so die Meinung der Zuschauer – „auserzählt“ ist, das Schlimmste, was einem in der Reality-Realität so passieren kann.
Dabei gehört doch gar nicht so viel dazu, um für eine gewisse Brise zu sorgen, das machten schließlich Kader Loth und Freddy Prinz Senior klar, die mit etwas Verspätung über den Seeweg anreisten. Frédéric Prinz von Anhalt mit „Ronald Reagan“-Cap auf dem Kopf und Crocs an den Füßen, am Handgelenk eine Armbanduhr, für die extra ein Tresor installiert werden musste. Ähnlich gut gepanzert: La Loth, selbst ernannte „Queen Mom“, die „1000 Prozent da ist“ und gleich mal das nächste Motto ausgab: „Jetzt fängt die Stunde der Arschkriecherei an.“
Sich selbst wird sie damit nicht gemeint haben, so explizit wie sie formulierte. Ein Mann, der seine Frau betrügt, ist ein „Kackvogel“, und vom Prinzen möchte sie vor allem eins nicht wissen, nämlich „wo seine Eier hängen“. Der so angesprochene Eiermann nahm es gelassen, gönnte sich das eine oder andere Mützchen Sekundenschlaf hinter seiner Sonnenbrille und näselte sich ansonsten so durch. Der Mann ist mit allen Wassern gewaschen, der Typ ist aus Hollywood, bitte nicht vergessen.
So verging die Zeit wie im Flug. Es wurde fern des wohligen Bettes geschlafen, was bei einigen Strandbewohnern umgehend für Rücken und Nacken sorgte. Ein Zustand, den vor allem die Zwillinge werden nachvollziehen können, denn die wurden dazu verdammt, einen 27 Kilo schweren Trolley mit 27.777 Euro Extraprämie mit sich zu schleifen, wohin sie auch gehen – ein Übergepäck aus der Pauschalhölle. Beim nächsten Mal geht es vor Gericht und um die Frage: Wer kam Kader Loth und Frédéric Prinz von Anhalt langweilig vor? Spoiler Alert: Pacos einzige Chance ist wohl die, dass der Prinz sich seinen Namen – „Marco?“ – einfach nicht merken kann. Alt-Hollywood lässt grüßen.
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