Ausstellungen Als der Ball noch aus braunem Leder war


Ohne Farbe, ohne Zoom und ohne schnellen Auslöser - trotzdem haben Sportfotografen Anfang dieses Jahrhunderts faszinierende Ball-Bilder geschossen. Die Ausstellung "Faszination Fußball" zirkuliert vor der WM durch ganz Deutschland.

Der Torwart ohne Handschuhe und mit Baskenmütze macht einen Hechtsprung und guckt konzentriert auf den Ball. Das runde Leder gleitet ihm jedoch durch die Hände und rollt über die Linie. Der Moment ist präzise auf einer schwarz-weiß Fotografie aus dem Jahr 1928 festgehalten und Teil der rund 100 Exponate zählenden Ausstellung. "Sie beschäftigt sich mit der frühen Zeit der Sportfotografie, die auch geistreich und witzig sein kann", sagt Klaus Schopen, Sprecher des Sportmuseums am Mittwoch in Köln.

Die zwischen 1900 und 1940 datierten Aufnahmen zeigen Momentaufnahmen des Spiels, aber auch der Fans. Dicht gedrängt auf Leitern stehend verfolgen Zaungäste etwa das Endspiel der deutschen Fußballmeisterschaft im Jahr 1922. Auf dem Bild daneben schlägt ein Spieler im Vordergrund mit aller Kraft seiner Beinmuskeln dynamisch den Ball ab.

"Die Schau spiegelt den Wechsel vom statischen zum bewegten Bild etwa gegen 1920 wieder, der durch technische Weiterentwicklungen von Objektiven und Filmen möglich war", sagt Schopen.

"Faszination Fußball" ist ein offizieller Beitrag des Kunst-und Kulturprogramms zur FIFA WM 2006 und macht noch bis zum Station im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln. Vom 15. März bis zum 1. Mai ist sie im Münchner Literaturhaus zu sehen, vom 9. Mai bis zum 17. Juni wird sie in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover präsentiert und während der WM bleibt sie im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker