Thomas Plaßmann Lieber lachen


Es gibt Themen, da muss man sich entscheiden: lachen oder weinen? Wenn es um Ausländerfeindlichkeit geht, entscheidet sich der Karikaturist Thomas Plaßmann für Letzteres. Zum Glück.
Von Katharina Miklis

Bei brisanten Themen kann ein Schmunzeln manchmal durchaus mehr bewirken, als Anteilnahme oder Mitleid. So sieht es auch der 47-jährige Cartoonist und Karikaturist Thomas Plaßmann. Seit 1987 ist er als freischaffender Zeichner für verschiedene Zeitungen tätig und skizziert mit erfrischendem Humor Szenen aus dem alltäglichen Leben in Deutschland. Für die "Frankfurter Rundschau", die "Neue Ruhr Zeitung" oder die "Hannoversche Allgemeine" spitzt der Familienvater regelmäßig seine Feder. Dabei provoziert er ganz bewusst.

Aktuell stellt Plaßmann der Uno-Flüchtlingshilfe e.V. diverse Zeichnungen für eine Wanderausstellung zur Verfügung. Diese trägt den Titel "Flucht" und hat sich zum Ziel gesetzt, zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen. Kritisch und mit beißendem Witz beschäftigt sich Plaßmann mit den Themen Asyl, Ausländer in Deutschland und Gewalt auseinander. Da ist zum Beispiel die Zeichnung eines Ausländers auf dem Weg zum Flughafen. "Wenigstens ein einziges Mal wollte Achmet Ö. spüren, von den Deutschen gemocht zu werden" wird der Cartoon untertitelt. Um seinen Hals hängt ein großes Schild: "Ich schiebe mich selbst ab".

Zahlreiche Auszeichnungen hat Plaßmann bereits für seine Arbeiten überreicht bekommen. Den Karikaturenpreis des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, den Karikaturenpreis der Stadt Stuttgart und viele weitere. Seine "Flucht"-Ausstellung ist den ganzen September im Diakonieverein Migration in Pinneberg zu sehen. Ab dem 31. Oktober macht sie bis zum 31. März 2008 Halt in der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg.


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