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M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: Eine Insel wie ich

Viele Menschen finden es peinlich, nach Mallorca zu fliegen. Palm Springs, Ibiza, Barcelona – klingt alles irgendwie besser. Ist es aber nicht.

Eine Kolumne von Micky Beisenherz

Sie glauben ja gar nicht, was ich unlängst für eine herrliche Zeit in Palm Springs hatte!

Tatsächlich tun Sie gut daran, mir nicht zu glauben – denn das ist komplett gelogen. Palm Springs klingt einfach nur besser als Palma, und offen gestanden schäme ich mich ein wenig. Es ist mir ein bisschen peinlich, zugeben zu müssen, dass meine lässige Surferbräune (wieder einmal) von so einem profanen Ort wie Mallorca herrührt.

Sie und ich, wir wissen: Einem coolen Typen wie mir stehen wesentlich hippere Reiseziele zu. Allein, ich bin sehr gerne dort, und logistisch ist es natürlich kaum zu toppen. Mediterrane Gefilde, fast garantierte Sonne, und mit gerade mal zweieinhalb Stunden Flug bin ich schneller von Hamburg aus in Palma als mit der Bahn in Bochum.

 Es ist ja Palma de Mallorca, und das ist einfach wenig weltmännisch

Mit dem kleinen Zusatz, dass ich dann am Ende immer noch in Bochum wäre, und das ist kein schöner Ort für eine Finca.

Ihnen ist sicher aufgefallen, dass Leute, die man nach den schönsten Zielen in Europa fragt, gerne Antworten geben wie Rom, Barcelona, Lissabon, ja, sogar Budapest oder Prag traut sich so mancher zu sagen. Nur das wunderschöne Palma mit seinem Stadtstrand, der herrlichen Architektur und den nicht nur gastronomisch hervorragenden Szenevierteln wird nie genannt, weil: Es ist ja Palma de Mallorca, und das ist einfach wenig weltmännisch.

Egal, wie du es drehst und wendest – es bleibt irgendwie kleinbürgerlich. Es ist die Insel, die den Kosmopoliten vom Kosmoproleten trennt. Ein Begriff, welcher auch immer, der den Namen der Insel enthält, wird niemals von Belang sein. Haben Sie jemals das Gefühl gehabt, dass ein Mallorca-Krimi gehaltvolle Literatur sein könnte?

Nicht einmal würdevoll sterben kann man auf dem vermaledeiten Eiland. Niemand möchte vor der Weltöffentlichkeit verabschiedet werden mit Headlines wie „Schock auf Mallorca: Rätsel-Tod am Ballermann“ – weil jeder Leser sofort Bilder im Kopf hat, wie der bedauernswerte Verstorbene sich einen Strohhalm zu tief ins Gehirn gerammt hat. Also, beispielsweise. Sogar der Probebiss eines Blauhais, wie es ihn zuletzt tatsächlich vor der Küste von Illetes gab, lässt einen nicht mit Würde verbluten, da das RTL-Actionmeisterwerk „Hai-Alarm auf Mallorca“ schon vor gut einem Jahrzehnt diesen gefürchteten Raubfisch restlos der Lächerlichkeit preisgegeben hat. Und das trotz Mitwirkung des Burgschauspielers Ralf Möller.

Auch die hochstrapaziöse Radsportveranstaltung, die mein topfitter Freund Jens Oliver gerade erst hinter sich gebracht hat, klingt als „Mallorca Challenge“ eher nach Bier-Bike denn nach seriösem Sport. Schade.

Und jetzt? Ibiza? Yogamatte und Selbstverwirklichung. Fuerteventura?

Die Geschichte der Balearenenklave ist eine Geschichte voller Missverständnisse, und ich weiß nicht, wer ihren Ruf so ruiniert hat. Wahrscheinlich war es wie immer Dieter Bohlen, dessen durchgebroilertes Antlitz einen von der Wand eines jeden Restaurants in Cala Ratjada und Umgebung angrinst. Diesen Teil der Insel hat er allein durch seine Präsenz im Grunde unbewohnbar gemacht.

Und jetzt? Ibiza? Yogamatte und Selbstverwirklichung. Fuerteventura? Wind und Geröll. Phuket? Ich bin nicht so einer! Palm Springs? Klingt zwar ganz gut. Besteht aber offen gestanden nur aus Pools und Rentnern.

Dann doch lieber Mallorca. Eine Insel wie ich. Schwer in Verruf geraten, aber im Grunde genommen – wunderschön.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.