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M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: #UnfollowMe - warum habe ich mich auf diesen Blödsinn eingelassen?

Unter dem Hashtag #UnfollowMe fordern zahlreiche Nutzer dazu auf, ihnen in den sozialen Netzwerken nicht mehr zu folgen, wenn man Ausländer hasst. Auch Micky Beisenherz hat sich daran beteiligt.

Micky Beisenherz über #unfollow me

Micky Beisenherz hat sich an der Hashtag-Aktion #UnfollowMe beteiligt.

Worauf hab ich mich da jetzt wieder eingelassen? (keine rhetorische Frage!) Tatsächlich ist es sehr spannend zu beobachten, was entsteht, wenn man sich zum Teil einer - nennen wir es mal - Bewegung macht, die unter dem Hashtag #UnfollowMe dazu ermuntert, einem in den sozialen Netzwerken nicht mehr zu folgen, sollte man zum Beispiel
- Ausländer hassen
- gleichgeschlechtliche Liebe für unnormal halten oder
- für einen selbst nur Deutsche zum Volk gehören

Die Reaktionen waren erwartungsgemäß sehr unterschiedlich. Die einen bedankten sich eifrig, als hätte ich im Alleingang ein Lepradorf geheilt oder ein #Nofilter-Selfie gepostet. Die anderen fragten mich, ob ich jetzt endgültig den Verstand verloren hätte. Beides Unsinn. Sogar Letzteres.

Ich bin übrigens niemandem böse, wenn er das Gefühl hat, dass da wieder einmal ein Viertelprominenter mit ein bisschen Aufmerksamkeitsunterdeckung auf dem Ticket der Nächstenliebe durch die digitale Pampa reitet. Nix gegen ein bisschen Beachtung, aber ein wenig Leistung sollte schon erbracht werden. Zumal ich in MEINER Filterblase das Gefühl habe, eine derartige Aktion mit einem verhashtaggten Ausweis der vermeintlichen Bessermenschlichkeit gibt es jede Woche. An einem 9. November und in Zeiten, da in Polen 200.000 Neonazis durch die Straßen marschieren - kann es schaden, ein Zeichen zu setzen und zu sagen "Ich mach die Scheiße nicht mit"?

Offenbar schon. Zumindest, wenn dem Hashtag und einem einleitenden Satz keine weitere Erklärung folgt. Was ich erlebt habe, ist der vielfach geäußerte Vorwurf, mit der Beteiligung die Spaltung der Gesellschaft aktiv zu unterstützen. Hatte ich das vor? Sicher nicht. Die Unschärfe in der Deutung der Aussagen lädt zu großer Verwirrung ein. So erlebe ich, dass sich mit "wenn du Ausländer hasst" Menschen in vorauseilendem Missverständnis angesprochen fühlen, denen es vor einiger Zeit nicht im Traum eingefallen wäre, auf so eine Anrede zu zucken. Da ziehen sich mitunter die Falschen ein Paar brauner Schuhe an. Die Imarschigkeit des Diskurses macht sich speziell an solchen Beispielen fest.

Moralisches Muskelspiel vor dem geneigten Stammpublikum

Klar, spätestens seit 2015 haben sich die jeweiligen Freundeslisten sowieso sehr stark gesinnungsbereinigt. Und Hashtags wie #wirsindmehr oder #UnfollowMe laufen immer Gefahr, zum moralischen Muskelspiel vor dem geneigten Stammpublikum zu verkommen. Warum also überhaupt der ganze Zirkus. Zumindest in meinem Falle gibt es berechtigten Anlass zu der Annahme, dass meine Filterblase sehr wohl noch durchlässig ist und andere Stimmen nicht ungehört verhallen. Ich finde das gut und richtig so. Allein, wenn ich beobachte, wie unterschiedlich innerhalb meiner Freundesliste ein simpler "FUCK AFD"-Aufkleber in einem Polizeiruf-Krimi aufgenommen wird - da lacht das Herz eines jeden Demokraten.

Wie so häufig kann ich übrigens beide Ansätze nachvollziehen. In meinem digitalen Resonanzraum finden sich einige, mit denen ich überhaupt nicht einer Meinung bin. Das tut teilweise richtig weh. Auf keinen Fall aber würde ich mich deren Blick auf die Welt gegenüber verschließen. Insofern ist #UnfollowMe das Letzte, das ich mir wünsche. (Manche scheinen das "Folgen" auch eher im biblischen Sinne zu begreifen.) Mein Einzugsgebiet als Öffentlichkeitsarbeiter aber beschränkt sich naturgemäß nicht auf solche, die ich proaktiv als Freunde suche oder zumindest bestätige und DESHALB schien es mir angebracht, darauf hinzuweisen, dass es Ressentiments gibt, die man nicht von der Kette lassen darf.

Es gibt einen Unterschied in Sachen Dialogfähigkeit. Es ist nicht dasselbe, ob ich sage "die Migrationspolitik von Merkel ist eine Katastrophe aus diesen und jenen Gründen" oder ob ich auf einer Demo oder in Kommentarspalten "Absaufen! Absaufen!" brülle. Letzteren spreche ich alles ab, was ziviles Miteinander oder Kommunikationskompetenz angeht. So wie ich der festen Überzeugung bin, dass es einen fixen Prozentsatz von Extremisten in unserer, ja, jeder Gesellschaft gibt, mit denen eine Diskussion so lohnt wie einen betrunkenen Schimpansen "Inception" analysieren zu lassen.

Teilnehmer der Gegendemo "Hamburger Stimmen für Vielfalt"

War es richtig, da mitzumachen? 

In meinem Falle bedeutet das also, dass mir beim #UnfollowMe-Post Adressaten vorschwebten, die des Lesens fast kaum mächtig sein dürften, mich aber ganz sicher als Marionette der linksgrünversifften Systemmedien kaum als relevanten Denkanstoßgeber akzeptieren werden. War so jemand meine Zielperson, schoss das ganze meilenweit vorbei. Und war dann aber irgendwie auch so stumpf selbstgefällig, dass die "Richtigen" getriggert wurden.

Es ist nicht falsch, #UnfollowMe den Vorwurf zu machen, in seiner Aussage zu wenig konkret zu werden. Es ist auch richtig, dass wir gewiss nicht noch mehr Kommunikationsabbruch brauchen.

War es also richtig, da mitzumachen? Zum einen war es vor allem: risikofrei. Ich glaube kaum, dass außer einem milieuübergreifenden Unterhalter wie Til Schweiger zuletzt jemand wirklich ernsthafte Einbußen an Fans oder Ticketkäufen hatte, weil er sich politisch so klar positioniert hatte.

Ein nie wirklich ernst gemeintes Angebot zum Kontaktabbruch

Wenn es darum geht, dazu anzuregen, zu diskutieren, unterschiedliche Meinungen auszutauschen, Positionen und Standpunkte klarzumachen, dann ja. Wenn es ein ernst gemeintes Angebot zum Dialogabbruch mit Andersdenkenden war, dann nein. Aber ist der Dialog unter den Dialogwilligen und -fähigen tatsächlich abgebrochen? Nicht in meiner Wahrnehmung. Mag sein, dass nicht jede Auseinandersetzung fair oder frei von Spott und Herablassung geführt wurde. Dennoch: Es entstand eine lebhafte Debatte.

So ist #UnfollowMe eher als Provokation zu deuten. Als nie wirklich ernst gemeintes Angebot zum Kontaktabbruch. Im Grunde genommen ähnlich dem, wie Horst Seehofer Rücktritte versteht. Am Ende vielleicht ein bisschen bräsig oder selbstgefällig in der Ausführung - und doch geeignet, die eigene Position einer eingängigen Prüfung unterzogen zu wissen.

Sicher, die Aktion ist natürlich Pose. Nicht mal eine besonders mutige. Du machst dich zum Idioten für die Verkapselten, um von Gesprächswert für die zu sein, die sich eine Restbegabung zum Diskutieren erhalten haben. Ein "Ich sag dir jetzt mal, warum du selbstgefälliger Medientrottel falsch liegst" ist auch eine Art Gesprächsangebot.

Und dann nehme ich das bisschen Beleidigung gerne in Kauf.

Gegen AfD-Politiker wie Jörg Meuthen richtet sich #esreicht. Auf Twitter machen unter diesem Hashtag viele ihrem Unmut über Rassismus und Hetze Luft
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.