VG-Wort Pixel

Musik-Ranking Es gibt eine neue Nummer 1: Der "Rolling Stone" kürt die 500 besten Songs aller Zeiten

Bob Dylan
Bob Dylans "Like a Rolling Stone" galt lange Zeit als der beste Song aller Zeiten - doch mittlerweile hat das Musikmagazin "Rolling Stone" eine Neubewertung vorgenommen.
© Globe Photos/ / Picture Alliance
Für den "Rolling Stone" stand bislang fest, dass der beste Song aller Zeiten von Bob Dylan stammt. Jetzt hat das Musikmagazin eine Neubewertung vorgenommen - mit erstaunlichen Änderungen.

Es ist ein Thema, über das Musikfans trefflich streiten können: Was ist der beste Song aller Zeiten? Bereits zweimal hat die Musikzeitschrift "Rolling Stone" eine 500 Titel umfassende Bestenliste erstellen lassen, 2004 und 2010. Insgesamt 172 Musiker, Produzenten und Kritiker gaben dabei ihre Stimme ab, darunter so bekannte Künstler wie Ozzy Osbourne, Art Garfunkel oder Joni Mitchell.

Vergleicht man diese beiden Rankings, so fällt eine erstaunliche Kontinuität auf. Die ersten 25 Plätze sind in beiden Ausgaben identisch, und nur ein neuer Song hat es 2010 unter die Top 100 geschafft, der 2004 noch nicht dabei war.

Nun hat der "Rolling Stone" mit elf Jahren Abstand noch einmal wählen lassen - und dabei sein Ranking gehörig durcheinandergewirbelt. Wichtigste Änderung: Bob Dylans "Like a Rolling Stone", der viele Jahre als bester Song aller Zeiten galt, fiel auf Rang 4. Eine deutlich stärkere Abwertung mussten die Rolling Stones hinnehmen: "(I Can’t Get No) Satisfaction" rutschte von Platz 2 auf 31 ab. 

"Rolling Stone" honoriert Hip-Hop und Soul

Profiteure der neuen Rangliste sind weibliche und schwarze Künstler. Neue Nummer 1 ist Aretha Franklin mit "Respect", vorher Fünftplatzierte. Den größten Satz machten Public Enemy, deren "Fight the Power" vorher nicht einmal unter den Top 100 vertreten war und nun Platz zwei belegt. Auch die Nummer 3 hält ein schwarzer Künstler inne, Sam Cooke mit seinem Gosepl-Song "A Change Is Gonna Come" (vorher Rang 12).

Komplettiert wird das Bild durch Kanye West ("Runaway"), Billie Holiday ("Strange Fruit"), Prince ("Purple Rain"), Beyoncé ("Crazy in Love"), Stevie Wonder ("Superstition"), "Outkast" ("Hey Ya!") und Missy Elliott ("Get Ur Freak On"), die allesamt den Sprung unter die besten 25 schafften.

Die Änderungen zu den beiden vorherigen Rankings unterstreichen die Abkehr des "Rolling Stone" als Bastion einer weißen, Männer-dominierten Rockmusik, wie sie von der Baby-Boomer-Generation bevorzugt wurde. Das wurde bereits im vergangenen Jahr deutlich, als das Magazin die 500 besten Alben aller Zeit neu kürte. Hier verdrängte  Marvin Gayes "What's Going On" das Beatles-Konzeptalbum "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von Platz 1, dazu eroberten zahlreiche Hip-Hop-Künstler die Top 100. 

Die Musikwelt ist diverser geworden, und die Ära der alten weißen Männer neigt sich dem Ende zu - das unterstreicht auch das neue Ranking der 500 besten Songs.

Verwendete Quelle: "Rolling Stone"

che

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker