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Bruce Springsteen plant Welttournee: Der "Boss" krempelt noch einmal die Ärmel hoch

62 Jahre und kein bisschen müde: Für 2012 plant Bruce Springsteen mit seiner E Street Band eine große Welttournee. Eine ganz wichtige Frage für den Boss und die Fans ist dabei noch offen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Viele Details gibt es noch nicht. Dafür aber eine ganze Menge offener Fragen. Altrocker Bruce Springsteen kündigte gestern ­ ganz modern auf seiner Website ­die Rückkehr der E Street Band an.

"Es tut sich was auf der E Street", schreibt Springsteen und bestätigt die Gerüchte, die seit einiger Zeit umherwirbeln. "Es ist abolut korrekt. Wir werden 2012 auf Welttournee gehen."

Anfangen will Springsteen in Europa. Am 21. Juni geht es zunächst nach Sunderland (England), danach nach Manchester und Isle of Wight. Am 14. Juli spielt Amerikas musikalischer Held der Arbeiterbewegung mit Wohnsitz in Beverly Hills in London im "Hard Rock Calling".

Noch ein paar offene Termine

Für die USA gibt es noch keine Tourdaten. Und schon spekuliert das Fachblatt "Rolling Stone", dass Springsteen von diversen Veranstaltern viel zu früh zu einer Veröffentlichung von Tourdaten gezwungen wurde.

Das Magazin vermutet, "einige Veranstalter in England waren kurz davor, ihre Line-Ups für das nächste Jahr anzukündigen. Springsteen war somit gezwungen, mit seinen Plänen schon jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen".

Dafür spricht auch, dass Springsteen im Moment zwar an neuer Musik arbeitet, aber noch längst kein Datum für die Fertigstellung seines neuen Albums hat. Auch der Name für das neue Springsteen-Werk ist noch unbekannt.

Ein neues Bandmitglied muss her

Natürlich ist "The Boss" Profi genug, um schon weit im Vorfeld die Werbetrommel zu rühren. Er und seine Bandmitglieder seien demnach "total aufgeregt" und können es "kaum abwarten, endlich wieder vor den Fans aufzutreten". Das letzte Mal war Springsteen 2009 mit seiner "Working on a Dream" Tour sehr erfolgreich unterwegs gewesen.

Eine ganz wichtige Frage für den Boss und auch für die Fans auf der ganzen Welt ist, wer Clarence Clemons ersetzen wird. ­Der Saxophonist war im Juni dieses Jahres gestorben.

In der Vergangenheit griff Springsteen immer mal wieder auf Familienmitglieder seiner Musiker zurück, wenn ein Teil der Band ausfiel. Auch diesmal ­- so spekuliert "Rolling Stone" ­- könnte das wieder der Fall sein. Der Neffe von Clemons, Jake Clemons, sei ein talentierer Saxophonist und könnte seinen Onkel bei der Tour ersetzen.

Zeit, die Ärmel hochzukrempeln

Ein weiteres kleines "Geheimnis" der bevorstehenden Tour könnte schon unbeabsichtigt gelüftet worden sein. Pearl Jam Drummer Matt Chamberlain twitterte im April: "Wenn der Boss ruft, dann musst du dich fügen." ­ Kurz danach jettete Chamberlain nach New Jersey, um dort mit Springsteen einige Songs aufzunehmen. Und wieder ein paar Tage später löschte der Trommler nicht nur seine Twitter-Botschaften, sondern machte kurzerhand seinen gesamten Account dicht.

Und zum Schluss bleibt die Frage, wie Springsteen ­- immerhin auch schon 62 Jahre alt ­- das Tempo einer Welttournee noch einmal durchhalten kann. ­Für die letzte Tour rieben sich der Boss und seine Bandmitglieder fast zwei Jahre lang auf, spielten alleine in acht Shows im Giants Stadium sechs Alben konsequent durch, tourten unzählige Konzert-Venues in Europa und ließen das Publikum fast jeden Abend direkt an der Show teilhaben, indem sie Song-Wünsche auf der Bühne akzeptierten.

So scheint es fast unmöglich, einen solchen Mega-Marathon noch einmal zu wiederholen. Aber Bruce Springsteen ist dafür bekannt, dass er die Ärmel hochkrempeln und sich neuen Herausforderungen stellen kann. Nicht zuletzt deshalb dröhnt sein "Born in the USA" bei jeder Gewerktschaftstagung durch die Empfangshallen ...

Frank Siering, Los Angeles