Cat Stevens Empörung über Einreiseverweigerung


Der Fall des zum Islam konvertierten ehemaligen Popstars Cat Stevens sorgt weiter für Aufregung. Sogar bei US-Außenminister Colin Powell trafen Beschwerden ein.

Der zum Islam konvertierte frühere Popstar Cat Stevens hat sich empört über seine Behandlung seitens der US-Behörden gezeigt, die ihn als "mögliche Gefahr" eingestuft und ihm die Einreise verweigert hatten. "Ich bin völlig geschockt", sagte der 56-Jährige, der sich seit Ende der 70er Jahre Yusuf Islam nennt, am Donnerstag bei seiner Rückkehr nach London. "Die ganze Sache ist absolut lächerlich. Jeder weiß, wer ich bin. Jeder weiß, dass ich für Frieden und Wohltätigkeit eintrete." Er habe seine Anwälte eingeschaltet, teilte Islam mit.

Der britische Außenminister Jack Straw beschwerte sich am Rande der UN-Vollversammlung bei seinem US-Kollegen Colin Powell über den Umgang der Behörden mit Islam. "Diese Maßnahmen hätte nicht ergriffen werden sollen", rügte Straw. Den britischen Geheimdiensten lägen keinerlei Beweise für Stevens angebliche Unterstützung terroristischer Organisationen vor. Die zuständigen US-Behörden verteidigten dagegen ihr Vorgehen und betonten, Angestellte der Fluggesellschaft United Airlines hätten übersehen, dass der ehemalige Popstar auf einer so genannten Watch List geführt werde. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte, der Name Yusuf Islam habe so auf keiner Liste gestanden.

"Mögliche Verbindungen zum Terrorismus"

Das Heimatschutzministerium der USA erklärte, verschiedene Schreibweisen seien nicht abgeglichen worden. Es bezeichnete das als gutes Beispiel für die Notwendigkeit, die Kontrolle über die Flugverbotslisten an die Behörden zu übertragen, da das dortige Personal dafür ausgebildet sei. "Yusuf Islam wurde auf die Liste gesetzt, weil er möglicherweise Verbindungen zum Terrorismus hat", sagte Behördensprecher Brian Doyle. Aus Regierungskreisen verlautete, Spenden Islams könnten den wegen Anschlagsplänen auf New Yorker Wahrzeichen verurteilten Omar Abdel Rahman sowie die palästinensische Gruppe Hamas erreicht haben. Auch wurde daran erinnert, dass der Sänger 1989 an prominenter Stelle den Mordaufruf (Fatwa) gegen den Schriftsteller Salman Rushdie unterstützt hatte.

Am Mittwoch war Islams Flug von London zum Flughafen Dulles (Washington) nach Bangor (US-Bundesstaat Maine) umgeleitet worden. Auf dem Großflughafen außerhalb der Hauptstadt sollte später US-Präsident George W. Bush landen.

Empörung bei britischen Moslems

Die Ausweisung des 56-Jährigen sorgte unter britischen Moslems für Empörung. "Die USA sind dabei, sich abzuschotten und eine Mauer um das Land zu errichten", sagte ein Sprecher des britischen Moslem-Verbandes.

Als Cat Stevens feierte Yusuf Islam in den sechziger und siebziger Jahren mit Hits wie "Moonshadow" und "Wild World" große Erfolge, ehe er Ende der siebziger Jahre seine Musikerkarriere beendete und zum Islam übertrat.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

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