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Rührende Szene Chester Benningtons Sohn singt alte Songs seines verstorbenen Vaters

Chester Bennington bei einem der letzten Linkin Park-Konzerte
Chester Bennington bei einem der letzten Linkin Park-Konzerte
© xim.gs / Philipp Szyza / Picture Alliance
Eigentlich wollte die Band Grey Daze, bei der Chester Bennington in den 90ern fünf Jahre lang als Sänger dabei war, 2017 eine Reunion feiern. Doch nach Benningtons Tod zerschlugen sich die Pläne. Nun trafen sich die Musiker wieder im Studio – mit einem ganz besonderen Gastsänger.

Als Chester Bennington, Frontmann der Band Linkin Park, 2017 Suizid beging, versetzte diese Nachricht nicht nur Millionen Fans in Schock und Trauer – sondern natürlich in erster Linie Benningtons Familie. Seine Frau Talinda, die sich inzwischen für Aufklärung über psychische Krankheiten und für Hilfe für Menschen mit Depressionen einsetzt, sagte: "Depression hat kein Gesicht. Mein Mann war auf dem Höhepunkt des Erfolges, in bester Form, er sah nicht selbstmordgefährdet aus, er sah nicht depressiv aus." Sie hat drei Kinder mit Bennington. Mit seiner Ex-Frau und Jugendliebe Samantha hatte Bennington ein weiteres Kind, mit einer früheren Freundin den Sohn Jaime und den Adoptivsohn Isaiah.

Jaime trat jetzt bei einer rührenden Begegnung mit alten Freunden seines Vaters, der Band Grey Daze, in Benningtons Fußstapfen. 1993 hatte sich die Gruppe gegründet, Chester Bennington stand für Grey Daze fünf Jahre lang am Mikro. 2017 planten die Musiker eine Reunion, bei der auch ihr Sänger wieder dabei sein sollte – doch das Schicksal in Form von Benningtons Tod kam ihnen in die Quere. Die geplanten Konzerte fanden nie statt.

Die alte Band von Bennington suchte einen Sänger

Jetzt, anderthalb Jahre später, unternehmen die verbliebenen Bandmitglieder einen neuen Versuch. Sie trafen sich im Studio, um ihre alten Songs noch einmal neu und modern aufzunehmen. Am Mikrofon – demselben Mikrofon, in das damals Chester Bennington gesungen hatte – stand ein würdiger Vertreter: Dessen Sohn Jaime.

Über den damals 16-Jährigen hatte sein berühmter Vater einmal der "Bild" erzählt: "Er steht auf Jazz statt Rock und will Filmkomponist werden. Absolut okay, denn Jaime hat Talent und Leidenschaft." Entweder hat sich Jaimes musikalischer Geschmack also seither verändert – immerhin ist er heute 22 – oder er hat kein Problem damit, auch mal andere Stile auszutesten. Die Musiker von Grey Daze waren jedenfalls extrem zufrieden und sehr bewegt über den Einsatz des jungen Sängers. Auf die Ergebnisse der Aufnahmen sind wir jetzt schon sehr gespannt!

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention

Der Tod von Linkin-Park-Sänger Chester Bennington hat viele in der Rockszene berührt. Zeit seines Lebens sprach Bennington immer wieder offen über seine Alkohol- und Drogensucht.  „Ich habe mir all die negativen Dinge, die mir in meinem Leben passiert sind, immer zu Nutze gemacht, indem ich mich mit Schmerzen betäubt habe. Durch meine Musik konnte ich immer Luft ablassen.“ – Chester Bennington; Noisecreep 2009   „Ich habe kein Problem damit, dass Leute wissen, dass ich ein Alkoholproblem hatte. Das ist, wer ich bin. Und ich bin ja noch gut dran, weil ich etwas daran machen kann.“ Chester Bennington; Noisecreep 2009   „Das Aufnahmestudio ist kein sicherer Ort für mich, es sei denn, ich mache, was ich tun muss – mich um mich kümmern, ehrlich sein, offen sein, alles rauslassen, und die Schritte gehen, damit ich wieder ganz bin. Wenn es die Musik nicht gäbe, wäre ich schon tot. 100-prozentig.“ Chester Bennington, Rock Sound 2017   Im Album „One More Light“, das die Band im Mai 2017 veröffentlichte, verarbeitete Bennington nach eigenen Angaben den „Kampf mit seinen Dämonen“. Seine Frau Talinda, seine sechs Kinder sowie seine Band und Freunde halfen ihm dabei.   „Ich kam an einen Punkt in meinem Leben, wo ich dachte: „Ich kann entweder einfach aufgeben und sterben oder ich kann kämpfen für das, was ich will.“ Und ich habe beschlossen, für etwas zu kämpfen. Ich wollte gute Beziehungen haben. Ich wollte die Leute in meinem Leben lieben. Ich wollte meinen Job genießen. Ich wollte es geniessen, ein Vater zu sein und Freunde zu haben und morgens aufzustehen. Denn das war ein Kampf für mich.“ Chester Bennington, Mirror Online 2017   Nur vier Monate später verlor Chester Bennington den Kampf. Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
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wt

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