HOME

Der nächste Skandal: Was Miley Cyrus geritten hat

Erst Pornozunge, dann nackt auf der Abrissbirne. Nun bietet Miley Cyrus den Ritt auf dem Riesenpenis. Aber keine Sorge. Plötzlich macht das alles Sinn.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Miley Cyrus im Londoner G-A-Y Club in Aktion

Miley Cyrus im Londoner G-A-Y Club in Aktion

Was haben wir nicht schon alles mitgemacht mit Miley Cyrus. Zuerst die bigott-ätzend-süße Hannah Montana, dann der langweilige Schock in schwarzem Leder, und dann - für viele so schmerzhaft plötzlich - das fastnackte Herumgehopse und Gerubbel, das seit nun gut einem Jahr Lustgreise sabbern macht und Eltern empört. Am Wochenende hat Cyrus sogar Rihanna abgehängt. Gegen den Ritt auf dem Riesenpenis hatte Rihannas Bück-dich-Bild keine Chance.

Dabei war der phallische Auftritt im Londoner G-A-Y Club nur ein weiterer Höhepunkt in einer Geschichte der Sinngebung. Deshalb ist es auch an der Zeit, den "Mein Gott, Miley"-Chor, der so eindringlich davon singt, dass Cyrus' Auftritte die Kinder verdirbt und das Abendland zersägt, auszublenden, und eine ganz andere Erklärung zu suchen.

Nennen wir es Porno-Punk

Offensichtlich arbeitet Cyrus mit vollstem Körpereinsatz, mal dehydriert, mal alkoholisiert, an der Schöpfung eines neuen Genres. Vielleicht soll eine neue Bewegung es den Teenagern dieser so öde global-gleichförmigen Welt endlich ermöglichen, sich wirklich mit allen anzulegen: mit der prüden amerikanischen Mama ("Die haben Angst vor Sex"), dem despotisch-homophoben russischen Papa ("Jeder ist ein bisschen schwul"), vor allem aber den unerträglichen, modernen verständnisvollen-Eltern: Nennen wir es Porno-Punk.

Der ist in guter alter Punk-Manier selbstdestruktiv, aber wahnsinnig sexy: Cyrus tobt als drogenabhängige ("Gras hat noch niemanden umgebracht") Schlampe (Selbstbeschreibung) über ausverkaufte Bühnen, reckt 18 Millionen Twitter-Followern ihre minimalbedeckten Brüste entgegen, kassiert auf ihrem sich selbst ableckenden Facebook-Profil mit 47 Millionen Fans mal eben eine halbe Million Likes für ein unscharfes Selfie, und knallt den Besuchern ihrer Website einen Kaugummiautomaten des Miley-Universums um die Ohren. Alles nur, damit die verdammten Erwachsenen aufhören, sie verstehen zu wollen. Ergo Riesenpenis-Ritte, Twerking und Zungen-Akrobatik. Porno-Punk eben. Deutlicher geht's nicht, sollte man meinen.

Mit dem Segen von Courtney Love

Sie glauben mir nicht? Dann fragen Sie Tante Punk Courtney Love. Die hat Cyrus schon nach dem umstrittenen MTV-Auftritt ihren Segen gegeben und dem Kind "Punkrock"-Attitüde zugestanden. Das hat nur niemand mitbekommen, weil alle auf Sex&Pop-Übermutter Madonna starren. Sogar auch die hat den Schuss zu spät gehört (wie so häufig in letzter Zeit) und eifert Cyrus nun nach, indem sie "Wrecking Ball"-Autorin MoZella für sich verpflichtet.

Miley, Porno-Punk schenke ich dir.

Themen in diesem Artikel