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Elvis lebt!: Die Presley-Verschwörung

Elvis ist nicht tot! Er wurde von Außerirdischen entführt. In seinem Sarg lag 1977 nur eine Wachspuppe nebst Klimaanlage. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie beim nächsten Mal genau hin, wenn jemand an der Supermarktkasse vor Ihnen ein Glas Erdnussbutter aufs Band legt.

Von Katharina Miklis

Die größten Legenden bieten den besten Stoff für bizarre Verschwörungstheorien. J.F. Kennedy, John Lennon oder Jim Morrison - um sie alle ranken die wildesten Gerüchte und basteln weiter an einem Mythos, der sie unsterblich macht. Natürlich ist auch der King himself, Elvis Presley, davor nicht gefeit. Da gibt es zum einen die Besserwisser, die sich die Fakten so zurechtlegen, dass es für sie irgendwie einen Sinn ergibt, zum anderen sind da die fanatischen Fans, die nicht glauben wollen, dass Elvis - den Medikamentenvorrat einer ganzen Apotheke intus - vor 30 Jahren im Alter von 42 Jahren von uns ging.

Mit Kurt Cobain und Jim Morrison an der Strandbar

Das Internet bietet die perfekte Plattform für groteske Verschwörungstheorien. Die einen wollen ihn an einer Tankstelle in Kanada gesehen haben, die anderen in einem texanischen Supermarkt vor dem Milchregal. Auf Seiten wie www.elvissightingbulletinboard.com tauschen Elvis-Fans ihre - nicht immer ernst zu nehmenden - Elvis-Erscheinungen aus. Ein gewisser Mike Taylor zum Beispiel traf den King über 20 Jahre nach seinem Tod im Casino des "Flamingo Reno" in Nevada am Blackjack-Tisch. Zwei britische Fans hingegen haben den King in der Holloway Road in London beim Sandwich-Kauf gesichtet. Auf ihre Frage "Ist der King nicht tot?" antwortete dieser ganz lässig: "Glaubt nicht daran, was die Leute erzählen" und verschwand. Bei www.youtube.com finden sich zum Thema "Elvis Sighting" die skurrilsten Videos.

Geht es um den Tod des King of Rock'n'Roll, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Mal wurde er Opfer eines FBI-Komplotts, ein anderes Mal heißt es, er mixt heute - zusammen mit Kurt Cobain und Jim Morrison - Cocktails an einer Strandbar. Oder - eine sehr beliebte Theorie - er wurde von Außerirdischen entführt. Die Bestätigung dafür findet man unter anderem in der Mysterie-Serie "Akte X", in der FBI-Agent Fox Mulder sagt: "Nur eine Person hat jemals erfolgreich ihren Tod vorgetäuscht. Und das war Elvis."

Äußerst amüsant ist die Seite www.ghost-pictures.org. Hier kann man sich durch eine Vielzahl von angeblichen Beweisfotos klicken, die den Geist von Elvis bei den verschiedensten Ereignissen zeigen - von den Olympischen Spielen in Athen bis zur Mondlandung. Dass diese fast zehn Jahre vor Elvis' Tod stattfand, spielt hier keine Rolle.

Die Beerdigung - alles nur inszeniert

Auch Bücher wie "The Elvis Conspiracy", "The Elvis Files: Was His Death Faked?" oder "The FBI Files on Elvis Presley" heizen die Spinnereien an. Von Schweißtropfen, die sich auf dem Leichnam des Kings bildeten ist die Rede. Und davon, dass der Sarg bei der Beerdigung viel zu schwer gewesen sein soll. Mysteriös. Die Erklärung liegt natürlich auf der Hand: In der Kiste lagen die Fehlpressung einer Elvis-Wachspuppe und eine Klimaanlage, damit diese in der Sommerhitze von Memphis nicht schmilzt. Im Nachhinein will der eine oder andere Trauergast gar gesehen haben, wie sich schon eine Kotelette des Kings löste.

Aber es kommt noch besser: Einen Tag nach dem Ableben Presleys auf seinem Flokati im Badezimmer soll ein Mann, der Elvis zum Verwechseln ähnlich sah, ein Ticket nach Buenos Aires gelöst haben. Dieser benutzte den Namen "John Burrows". Ein Lieblingspseudonym von Presley, das er immer benutzte, wenn er Hotelzimmer buchte. Ganz klar: Das war der King.

Entspanntes Leben nach erfolgreicher Gesichts-OP

Der amerikanische Psychiater Donald Hinton setzt noch einen drauf und behauptete vor einigen Jahren in einem CNN-Interview, dass Elvis Presley bei ihm in Behandlung ist: "Der vorgetäuschte Tod war nötig, weil der King dem Fan-Ansturm nicht mehr gewachsen war. Einmal die Woche telefonieren wir miteinander." Für diejenigen, die sich jetzt fragen, wie Elvis unerkannt weiterleben kann, hat er auch gleich die passende Antwort parat: "Elvis hat inzwischen eine Gesichtsoperation hinter sich".

Bei all den Theorien stellt sich die Frage, wer hier eigentlich mehr Tabletten geschluckt hat. Und irgendwo sitzt Elvis und lacht sich ins Fäustchen. Halten Sie die Augen offen!

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