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Hovi Star aus Israel Russland verweigerte schwulem ESC-Teilnehmer die Einreise

Hovi Star
Exzentrischer Look: der israelische ESC-Teilnehmer Hovi Star
© EBU
Hovi Star ist der ESC-Teilnehmer aus Israel - und offen schwul. Bei einem geplanten Auftritt in Moskau wurde ihm am Flughafen die Einreise verweigert. Offenbar wegen seiner Homosexualität.

Der Vorfall ereignete sich bereits vor zwei Wochen: Hovi Star, israelischer Teilnehmer für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Stockholm, sollte in Moskau auftreten. Er war eingeladen, in einer Fernsehshow seine ESC-Ballade "Made Of Stars" vorzutragen. Doch aus dem geplanten Auftritt wurde nichts - Star wurde nicht ins Land gelassen.

Beamte an der Passkontrolle des Moskauer Flughafens verweigerten dem 29-Jährigen die Einreise. “Sie haben mir gesagt, ich werde nicht rein gelassen. Sie haben in meinen Reisepass geschaut, Seiten herausgerissen und dann über mich gelacht", sagte Star in der Talkshow "Xarabank" des maltesischen Fernsehens über den Vorfall in Moskau. Offenbar ist die Verweigerung der Einreise darauf zurückzuführen, dass Star homosexuell ist.

Hovi Star: Vielleicht weil ich schwul bin?

Der Sänger mit der auffälligen Föhnwelle und viel Schminke im Gesicht erinnert in seinem Erscheinungsbild an Boy George und lebt offen schwul. "In Moskau tun sich Leute mit Personen wie mir schwer. Vielleicht weil ich schwul bin, vielleicht weil ich mich auffällig kleide, vielleicht weil ich Make-up trage - ich weiß es nicht", sagte Hovi in der TV-Show.

ESC könnte 2017 in Russland stattfinden

Der Vorfall  sorgte bei Fans des Eurovision Song Contest für Aufsehen. Viele äußerten sich vor allem deshalb besorgt darüber, weil Russland mit seinem ESC-Teilnehmer Sergey Lazarev gute Chancen hat, den ESC in diesem Jahr zu gewinnen. Der Musikwettbewerb, der für Vielfalt und Toleranz steht, könnte somit im kommenden Jahr in Russland stattfinden.

Hovi Star selbst sieht die Sache gelassener. "Ich nehme das nicht persönlich", sagte der Sänger, der in Moskau erst weiterreisen konnte, nachdem ihm die israelische Botschaft einen neuen Pass ausgestellt hatte. "Ich mag Sergey Lazarov", sagte er über den russischen ESC-Teilnehmer. "Ich mag seinen Song und ich mag Russland." Zwar sei die Erfahrung am Flughafen nicht schön gewesen, aber alle würden dazu lernen. "Wir machen weiter, wir lächeln und wir geben Liebe für alle." 


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