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Grünen-Chefin Roth im stern: Bushidos Verbalattacken "ganz rechts außen"

Sie spricht seinen Namen nicht mehr aus, nennt ihn nur noch "Herrn B": Grünen-Chefin Claudia Roth erklärt im stern-Interview, warum Bushidos Stimmungsmache gefährlich ist.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth attackiert den Berliner Rapper Bushido. "Herr B. ruft gezielt zu Hass und Gewalt gegen Minderheiten auf. Was er von sich gibt, ist ganz rechts außen", sagte die Grünen-Chefin im Interview mit dem stern. Anders als Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit will Roth wegen der Verbalattacken gegen sie persönlich keine Anzeige gegen Bushido erstatten. Sie werde nicht mit "Herrn B.", wie sie Bushido nur noch nennt, "in den Ring steigen, das hätte er gerne, er giert ja nach Aufmerksamkeit", so die Grünen-Politikerin.

Sexistisches Machotum als Kunst

Sie werde den Vorfall allerdings nicht ignorieren. "Ich nehme es nicht hin, dass er weiter ungestört Hetze gegen Minderheiten betreibt, sexistisches Machotum zelebriert und das als Form der Kunst verkauft", kündigte Roth an. Derzeit prüfe der Bundesvorstand der Grünen, rechtliche Schritte gegen Bushido einzuleiten. "Mir kann ein Herr B. keine Angst machen. Aber die Stimmung, die Typen wie er befeuern, die ist gefährlich", sagte Roth. "Die Plattenfirma Sony Music sollte sich fragen, ob sie so jemanden vertreiben will."

Der Skandal-Rapper Bushido hatte in der vergangenen Woche auf der Internetplattform Youtube ein Video mit dem Titel "Stress ohne Grund" veröffentlicht. In dem Rap-Song, heißt es unter anderem: "Und ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Das Stück befindet sich auf dem Album "NWA" des Rappers Shindy. Die CD ist inzwischen von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden.

Jan Rosenkranz / print