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"Früher wollten alle Sex mit mir"

Ina Müller nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Warum sollte es im stern-Gespräch anders sein? Mit Vehemenz spricht sie über Bullenkastrierung, Kindererziehung, Sterbehilfe und den Gaucho-Tanz.

Von Arno Luik

Ina Müller gibt gern den Clown - auch im Gruselkabinett auf dem Hamburger Dom

Ina Müller gibt gern den Clown - auch im Gruselkabinett auf dem Hamburger Dom

Früher wollten alle Sex mit mir", erklärt die Sängerin und Moderatorin Ina Müller, 49, im neuen stern, und erläutert, wie sich ihr Leben in den letzten Jahren verändert hat. "Jetzt wollen sie nur in meine Sendung."

Im Gespräch zeigt die Entertainerin ihre ganz private Seite. "Bei uns auf dem Dorf sind wir wenig erzogen worden. Man lief mit und man überlebte." So beschreibt Müller ihre Jugend auf dem Bauernhof. Für die durch ihre ARD-Late-Night-Show "Inas Nacht" bundesweit bekannte Künstlerin war das Aufwachsen auf dem 60-Hektarhof "oft hart, ein ständiges Arbeiten".

Kastrierung mit der Kneifzange

Noch heute mache ihr "beim Melken niemand etwas vor". Auf dem Bauernhof habe sie als Kind viel arbeiten müssen – zum Beispiel auch Bullen kastrieren: "Wir haben die Rinder eingefangen, stramm gebunden. Und dann nahm ich die beiden Klöten, Eier, wie soll ich sagen, Hoden, so ganz süß fühlten die sich an, schön warm, da wurde eine Hälfte aufs Knie gelegt, und dann wurde mit der Kneifzange – zipp! – gedrückt, sieben Minuten lang, dann öffnen sich die Stränge nämlich nicht mehr."

Wenn sie mitbekomme, so Müller, "wie die Kinder heute betütelt werden, staune ich. Mit ihren Hunden machen die Eltern es richtig", so Müller im stern, da "sagen sie 'stopp', sie sagen 'halt'", da seien "klare Regeln". Aber "das vierjährige Kind wird vorsichtig gefragt: 'Was möchtest du essen, Schatz?'" Müller: "Setzt dem doch einfach mal Spinat mit Rührei vor, verdammt."

Die Sache mit dem Altern …

Müller, die als Schnodderschnauze und Rampensau im Fernsehen und auf der Bühne gilt, die mit frechen Sprüchen und derben Scherzen ihr Publikum unterhält, zeigt im stern-Gespräch auch eine andere Seite. Sehr ernsthaft redet sie über das Altern und Sterben: "Früher dachte ich, man stirbt, wenn man alt ist. Aber das stimmt leider nicht. Es kann einen jederzeit treffen, in der Dusche. Das Wasser läuft weiter, man liegt da, kann den Bauch nicht mehr einziehen und sich nicht mehr richtig in Form bringen und präparieren für den Moment des Abtransports."

Überhaupt sei "die ganze Sache mit dem Altern, dem Zerfall nicht gut geregelt", so Müller im stern-Gespräch. Den Tod finde sie "spannend". Das Thema müsse man mit der Diskussion über Sterbehilfe "aus der Tabukiste" holen. Müller: "Ich wünsche mir, dass in Deutschland endlich jeder das Recht haben sollte, selber zu bestimmen, wann für ihn Schluss ist. Jeder Mensch sollte das Recht haben zu sterben, wann er will."

"Mich stößt Schwarz-Rot-Gold ab"

Und noch etwas kritisiert Müller in dem stern-Interview: dass während der Weltmeisterschaft überall schwarz-rot-goldenen Fahnen wehten – von Balkonen, an den Autos: "Mich stößt das ab, wenn Menschen ihr Land feiern, wenn die Fahne geschwungen, egal warum." Sie könne das "rational nicht richtig erklären, aber das Gefühl, das dann in mir hochkommt, ist kurz vor Kotzen." Sie reagiere auch deswegen auf dieses Fahnenschwenken so allergisch, weil die Deutschen "eine besondere Geschichte haben, eine Verantwortung, die man noch an Generationen weitergeben muss."

Auch die Art und Weise, wie die Nationalspieler ihren WM-Sieg über Argentinien in Berlin feierten, regte Ina Müller sehr auf: Als sie den Gaucho-Tanz der Spieler sah, musste sie den Fernseher ausmachen: "Ich habe mich geschämt."

Das gesamte Interview mit Ina Müller ...

... lesen Sie im neuen stern, den es ab Donnerstag am Kiosk gibt

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