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Neue Kochshow Tim Mälzer und Steffen Henssler starten gemeinsamen Lieferservice, um sich weiter bekämpfen zu können

Mälzer und Henssler liefern ab
Steffen Henssler und Tim Mälzer kochen für einen gemeinsamen Pop-Up-Lieferservice. Kann das gut gehen?
© RTL / Markus Hertrich
Wann immer Tim Mälzer und Steffen Henssler aufeinandertreffen, ist ordentlich Dampf im Kessel – auch verbal. Trotzdem können sie nicht voneinander lassen. In ihrer neuen gemeinsamen Kochshow müssen sie liefern. Ausliefern.

Wenn es mal richtig in der Küche brennen soll, stelle man Tim Mälzer und Steffen Henssler zusammen an den Herd. Die beiden Hamburger Köche pflegen seit Jahren, könnte man sagen, eine innige freundschaftliche Feindschaft. Das haben sie in unzähligen gemeinsamen Auftritten in Kochshows immer wieder gezeigt. Wann immer die beiden Platzhirsche aufeinander trafen, wurde verbal ordentlich ausgeteilt, gefoppt und gestichelt – und das durchaus unterhaltsam. Längst ist aus diesem Wettstreit ein Spiel geworden, das die beiden zu kultivieren wissen. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis daraus eine eigene Show erwuchs. Jetzt ist es soweit. Am Sonntag wird die erste Ausgabe von  "Mälzer und Henssler liefern ab!" ausgestrahlt. Und wieder, wie könnte es anders sein, geht es vor allem um eine Frage: Wer ist der bessere?

Sie duellieren sich also wieder. Das ist nicht neu. Ein Novum aber ist, dass sie dafür einen gemeinsamen Pop-Up-Lieferservice starten. Das Konzept: Die beiden Köche bekommen nach und nach Hinweise zu den Bestellern. Das sind mal Bilder, mal Sprachnachrichten, mal ein Küchenbon. Diese Hinweisen müssen sie interpretieren, erahnen, für wen sie kochen und die Gerichte entsprechend auswählen und binnen Minuten umsetzen. Weil immer wieder neue Hinweise kommen, müssen sie ihre Speisen immer wieder neu denken, flexibel umbauen, am Ende liefern die Köche die Bestellungen höchstpersönlich aus. Der Koch, der den Geschmack der Gäste am besten getroffen hat, gewinnt. Mit dabei sind prominente Esser wie Ina Müller, Judith Rakers, Smudo, Steven Gätjen, Wigald Boning und Revolverheld.

Ein Wettstreit wie Glücksrad spielen

Schon im Trailer wird klar: Das ist Stress pur und die beiden schenken sich nichts. Sie motzen sich an, sie veralbern sich und sie stacheln sich beim Kochen gegenseitig an. Zu sehen, was der andere in seiner Küche vorbereitet, treibt die zwei Hamburger Alphatiere zusätzlich zu Höchstleistunden an – da wird auch spontan noch schnell ein zusätzliches Gericht aus dem Ärmel geschüttelt, nur um den anderen zu übertrumpfen und da werden auch einfach mal Ideen abgekupfert. Und immer und immer wieder erreichen die beiden Köche neue Hinweise zu den Speisevorlieben der Gäste. "Mich nervt das gerade. Rein theoretisch spielen wir Glücksrad, weil wir immer unsere Richtung ändern müssen", so Mälzer. Verlieren will keiner. Denn der, der am Ende als Verlierer vom Herd geht, hat noch lange nicht Feierabend. Dann wartet neben der Schmach auch noch eine fiese Strafe, die der jeweilige Sieger vorbereitet hat.

Sind sich die beiden Köche wirklich so spinnefeind wie sie immer tun? "Das ist ja die Mär, die sich immer hält, dass wir beide uns nicht mögen", erzählt Henssler der Deutschen Presse-Agentur, an dem auch Mälzer teilnimmt. Und: "Natürlich picken wir auch gerne rein und foppen uns gerne, aber es ist tatsächlich so, dass wir größten Respekt voreinander haben und uns auch einfach gerne mögen. Mittlerweile sowieso noch ein Stück mehr. Also ich ihn zumindest." Und dann ist es da. Dieses Grinsen der beiden. Dieses Vertraute. Brüder im Geiste. Man kann ihnen das leicht abnehmen.

Auf der Suche nach mehr Spielraum

Dass die beiden mal zusammen eine Sendung machen würden, sei ihnen schon lange klar gewesen, sagen die beiden Köche, die die Fans vor allem für ihre Lässigkeit am Herd lieben. "Wir mussten nicht bestochen werden, wir mussten nur das richtige Format finden", so Henssler. Das Abkupfern eines internationalen Formats kam für beide dafür aber nicht in Frage. "Wir wollten nicht mehr nur den Status als Fernsehköche bedienen, sondern waren auf der Suche nach mehr Spielraum. Nach einem Konzept, das uns eine Geschichte erzählt und uns eine Beziehung erlaubt", so Mälzer. Sie entwickelten selbst eins.

Die Corona-Pandemie, in der der Lieferservice einen großen Stellenwert auch für Restaurants bekommen hat, spielte ihnen dabei in die Hände. Der gemeinsame Spaß und Wettstreit am Herd und die flapsigen Sprüche beider werden kombiniert mit den Ansprüchen an einen Lieferservice und die Unberechenbarkeit durch Kunden. Bei der Umsetzung des Konzeptes war beiden zudem wichtig: "Bedingung war: kein Studio. Das hier ist eine echte Küche, es ist ein echtes Restaurant und es könnte ein echter Lieferservice sein", so Mälzer. Gedreht wurde im Juli in seinem Restaurant "Die gute Botschaft" an der Hamburger Außenalster.

Vorführen und vorführen lassen

Beide sind davon überzeugt, dass die Sendung gut ankommen wird. "Ja, Kochen vor der Kamera können wahnsinnig viele und wahrscheinlich auch sehr viele viel besser als wir. Aber so kochen, dass Menschen auch gern am Bildschirm bleiben, ist schon auch eine Stärke von Steffen und mir", sagt Mälzer dazu. Und fährt mit breiter Brust fort: "Wir haben nicht viele Paarungen im deutschen Fernsehen, die sich auf diesem Niveau abspielen. Das ist wie Messi und Ronaldo. Auf unterschiedlichen Ebenen. Das ist ein bisschen Joko und Klaas. Das ist ein bisschen Thomas Gottschalk und Günther Jauch. Das sind zwei Elefanten aus ihrer Branche, die auch noch zufällig beide Medien machen und sich bereit erklären, sich gegenseitig vorzuführen oder sich vorführen zu lassen."

Warum Tim Mälzer meint, dass Steffen Henssler "optisch fürs Radio kocht" und er selbst "wie Michelangelo, als er die Kirchendecke bemalt hat", wieso Henssler hingegen sicher ist, "den mache ich so lang, der gewinnt nicht einen Gang" und weshalb die zwei Koch-Ikonen kaum mit Smudo sprechen, als dieser den Lieferservice betritt – das ist am 19. September 2021 um 20.15 Uhr bei VOX und im Anschluss auf TVNOW zu sehen. 

Christiane Bosch / tpo dpa

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