HOME

Iz Kamakawiwo' ole: Wie ein Toter die Charts stürmt

Er ist seit 13 Jahren tot und erobert jetzt die deutsche Hitparade: Iz Kamakawiwo' ole liegt mit seiner Coverversion von "Over the Rainbow" derzeit auf Platz eins der Singlecharts. Wer war der Mann, der Deutschland zu Tränen rührt?

Von Jens Maier

Sein Name ist ein Zungenbrecher. Die meisten Deutschen haben ihn noch nie gehört. Auf Hawaii hingegen kennt ihn jedes Kind, dort ist er ein Nationalheld. "The Gentle Giant", "sanfter Riese", haben sie ihn in seiner Heimat getauft. Das mag zum einen an seiner stattlichen Statur liegen, mehr als 300 Kilogramm brachte er zu Lebzeiten auf die Waage. Zum anderen aber auch an seiner Begabung, Menschen mit seiner Musik zu Tränen zu rühren. 13 Jahre nach seinem Tod bewegt er jetzt auch die Deutschen: Iz Kamakawiwo' ole.

Mit seiner Version des Klassikers "Over The Rainbow" liegt er derzeit auf Platz eins der deutschen Singlecharts. Am 3. September 2010 wurde der Song als CD und Download hierzulande veröffentlicht, eine Woche später stand er bereits in den Top 10, seit vergangener Woche steht er sogar an der Spitze. Und das, obwohl die Aufnahme bereits mehr als 17 Jahre alt ist. 1993 wurde sie in den USA zum ersten Mal auf Kamakawiwo' oles Album "Facing Future" veröffentlicht und ist dort inzwischen ein Evergreen.

Ein Song, der Millionen zu Tränen rührt

Das Lied ist vor allem als Filmmusik gefragt. Insbesondere wenn es darum geht, das Publikum zu Tränen zu rühren. Im Kinofilm "Rendezvous mit Joe Black" hat der Song 1998 Millionen Menschen weltweit zum Weinen gebracht. Kurz nachdem der von Anthony Hopkins dargestellte William Parrish stirbt, erklingt im Abspann Kamakawiwo' oles Stimme mit "Over The Rainbow". Auch als der von Sean Connery gespielte William Forrester im Film "Forrester - Gefunden!" 2000 an Krebs stirbt, wird der Song angestimmt. Und als am Ende der 8. Staffel von Emergency Room 2002 die Filmfigur "Dr. Mark Green" ums Leben kommt, zücken die Zuschauer ihre Taschentücher zu "Over The Rainbow".

Warum bewegt dieser Song so sehr? "Over The Rainbow" ist eine Coverversion des Judy-Garland-Klassikers von 1939. Der einstige Kinderstar hatte das Lied damals für den Film "Der Zauberer von Oz" gesungen. Inzwischen wurde es Dutzende Male gecovert, meist sehr erfolgreich. Glenn Miller hat es mit seinem Orchester gespielt, Eric Clapton gibt es auf seinen Konzerten zum Besten und Marusha feierte 1994 mit einer Technoversion einen Charterfolg in Deutschland. Doch nur einer rührt die Zuhörer mit dem Song zu Tränen: Iz Kamakawiwo' ole.

Er hat eine Gabe, die nur wenige Sänger besitzen: Er löst Emotionen aus. Als "Schnulze" beschimpfen das einige Kommentatoren auf dem Videoportal Youtube, wo das Lied insgesamt bereits über zehn Millionen Mal abgerufen wurde. Die Mehrheit der Zuhörer ist sich allerdings einig: "Das ist wirklich sehr ergreifend!" Besonders bei den Frauen scheint das Lied sehr gut anzukommen. "Ich heule jedes Mal, wenn ich es höre", schreibt eine Userin. Eine andere sagt: "Ich liebe dieses Lied, die Melodie, den Gesang, die Harmonie und spiele es, wenn ich mal Hoffnung brauche."

Er konnte nicht mal mehr seine Ukulele halten

Dass Kamakawiwo' ole die Menschen berührt, liegt auch an seiner eigenen Biographie. Er starb 1997 mit nur 38 Jahren aufgrund seiner Fettsucht an Atemnot. Zuvor war bereits sein Bruder an Fettleibigkeit gestorben. Als er "Over The Rainbow" sang, war er mit mehr als 300 Kilogramm Gewicht nicht mal mehr in der Lage, seine Ukulele zu spielen. "Facing Future" nannte er sein Album, obwohl er wusste, dass es für ihn keine Zukunft geben würde. Trotzdem machte er mit seinen Liedern Menschen Mut. 10.000 Trauernde wohnten seiner Beerdigung auf Hawaii bei, die Regierung ordnete sogar Staatstrauer an.

Und wie kommt Kamakawiwo' ole nun 13 Jahre nach seinem Tod in die deutschen Charts? Das ist Wolfgang Boss zu verdanken. Der Musikmanager bei Universal Music sah das Video mit Kamakawiwo' ole im Internet und hatte sofort das Potenzial des Songs erkannt. Die Rechte daran hält seit Jahren ein kleiner Weltmusik-Verlag auf Hawaii, die Kamakawiwo' oles Andenken bewahren wollen. "Die hatten zunächst gar kein Interesse daran, uns die Lizenzen an dem Song zu verkaufen", sagt Boss. "Ich musste einige Überzeugungsarbeit leisten, um denen klar zu machen, dass wir mit einer Veröffentlichung Kamakawiwo' ole auch in Deutschland bekannt machen können."

Und Boss sollte Recht behalten. Obwohl Universal Musical die Platte bislang nicht teuer beworben hat, verkaufte sie sich bereits knapp 200.000 Mal. "Das bedeutet Gold", sagt Boss stolz. Und Platinum sei in greifbarer Nähe.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo