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Nach Auschwitz-Besuch: Kollegah: "Der Holocaust hat im Rap nichts zu suchen"

Der Musiker Kollegah wollte ein harter Junge sein und drosch dumme Zeilen über KZ-Insassen. Dann besuchte er Auschwitz. Seitdem blickt er anders auf die Welt.

Der Düsseldorfer Rapper Felix Blume alias Kollegah bei der Echo-Verleihung im April

Der Düsseldorfer Rapper Felix Blume alias Kollegah bei der Echo-Verleihung im April

Getty Images

"Die Zeit der Provokation ist vorbei": Das sagt der Düsseldorfer Rapper Felix Blume alias Kollegah sechs Monate nach dem Skandal um den "Echo"-Musikpreis und seine Songzeilen über Auschwitz und den Holocaust. Im aktuellen stern erklärt der Musiker erstmals, dass solche Themen für ihn in Rap-Songs nicht mehr vorkommen werden: "Das macht man nicht." Er habe sich zwar schon zuvor für die Zeilen entschuldigt, so Kollegah, aber das wirkliche Ausmaß seines Fehltrittes sei ihm nach seinem Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz bewusst geworden.

Kollegah spricht von einer aufwühlenden, klärenden Erfahrung

Kollegah und sein Musiker-Kollege Farid Bang hatten im Sommer auf Einladung des Komitees der Gedenkstätte Auschwitz besucht. "Wenn Sie dort stehen und das mit eigenen Augen sehen, was Sie nur aus Dokumentationen oder Büchern kennen; wenn Sie auf einem dieser Wachtürme stehen, die Gleise von Birkenau sehen und sich den Rauch vorstellen, der aus den Öfen kam, dann denkt jeder, dass er wenig über das Ausmaß wusste. Diese Vernichtungsfabrik zu sehen und darin herumzulaufen ist etwas völlig anderes, als Bücher darüber zu lesen", sagt Kollegah im stern-Interview. "Der Besuch war eine aufwühlende, klärende Erfahrung für mich."

Auch gegen den Vorwurf, frauenverachtenden und gewaltverherrlichenden Gangsta-Rap zu produzieren, wehrt sich Kollegah. Seine Fans, so der Autor des jetzt erschienenen Buchs "Das ist Alpha", könnten sehr wohl auseinander halten, was Fiktion und was Wirklichkeit sei. "Man darf solchen Leuten nicht unterstellen, dass sie so dumm sind und das nicht einordnen können, nur weil man selbst vielleicht andere Musik hört und zu dieser Musik keinen Zugang hat", sagt Kollegah. Das ganze Interview lesen Sie im aktuellen stern.


Von:

und Jochen Siemens