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Nach Echo-Skandal: Auschwitz-Komitee lädt Kollegah und Farid Bang in Gedenkstätte ein

Musiker Marius Müller-Westernhagen hatte es nach dem Echo-Skandal vorgeschlagen, nun lädt das Internationale Auschwitz-Komitee das umstrittene Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang zu einem Besuch in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ein. 

Das Rapper-Duo Kollegah (r.) und Farid Bang kommt zur 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo

Das Rapper-Duo Kollegah (r.) und Farid Bang kommt zur 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo

DPA

Das Internationale Auschwitz-Komitee hat das umstrittene Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang zu einem Besuch in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau eingeladen. "Ein solcher Besuch der beiden Rapper wäre auch ein Signal an ihre vielen Fans", teilte der geschäftsführende Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, am Dienstag mit. Heubner reagierte damit auf ein Interview des Musikers Marius Müller-Westernhagen, der in der "Süddeutschen Zeitung" anregte, die Skandalrapper sollten die Gedenkstätte besuchen.

Die beiden Rapper hatten trotz massiver Kritik an antisemitischen Liedzeilen vor Kurzem einen Echo bekommen. Etliche Musiker gaben ihre eigenen Preise aus Protest zurück, die Auszeichnung selbst wurde nach tagelanger öffentlicher Debatte abgeschafft.

"Kollegah, Farid Bang können sich Auschwitz stellen"

Heubner schlug für einen Besuch den 3. Juni vor, wenn deutsche und polnische Jugendliche vor Ort seien, um den Mitarbeitern der Gedenkstätte auf dem Gelände zu helfen. "Kollegah und Farid Bang können gerne mit den Jugendlichen arbeiten und sich auch so der Geschichte und der Wirklichkeit von Auschwitz stellen." Heubner erklärte: "Auschwitz-Überlebende hoffen immer darauf, dass jeder Mensch bereit ist, zu lernen und auch antisemitische Vorurteile zu überwinden."

Im Internationalen Auschwitz Komitee sind Organisationen, Stiftungen und Holocaust-Überlebende aus 19 Ländern vereinigt. Das Komitee will unter anderem Wissen vermitteln und die Interessen der Überlebenden vertreten. Die Geschäftsstelle sitzt in Berlin.

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fin / DPA