HOME

Minogue-Konzert in Hamburg: Mögen die Kylie-Spiele beginnen

Sie ist die australische Liebesgöttin mit fünf Buchstaben: Kylie! Am Montagabend feierte die Sängerin den Deutschlandauftakt ihrer "Aphrodite"-Tour in Hamburg. Ein Mix aus Las-Vegas-Show, Monumentalfilm, Sexappeal und Schwulenparade.

Von Jens Maier

Welchen Song wollt ihr noch hören?", fragt sie ins Publikum. Tausende Zuschauer schreien ihr entgegen "Your Disco!" und fangen an, den Refrain des zehn Jahre alten Songs im Chor anzustimmen. Die 1,50 Meter große Sängerin auf der Bühne lässt sich nicht zwei Mal bitten. A cappella stimmt sie in einen ihrer größten Hits ein: "Your Disco, your Disco, your Disco needs you." Die erste Strophe geht im Jubel der 8000 Zuschauer in der Hamburger Arena fast unter. Glücksselig grölen ihre Fans im Chor mit. Und einer schreit: "Kylie, du bist immer noch die Größte."

Nach drei Jahren ist Kylie Minogue am Montagabend zurück nach Hamburg gekommen. Das Konzert in der o2-World war der Deutschland-Auftakt zu ihrer "Aphrodite"-Welttour, die am 19. Februar in Dänemark gestartet war und Kylie auch noch nach Asien und Nordamerika führen wird. In Deutschland wird sie noch in Berlin, Leipzig, München, Mannheim und Oberhausen auftreten, und die Zuschauer dürfen sich auf eine bombastische Show freuen. Als griechische Liebesgöttin Aphrodite verzaubert die 42-jährige Australierin die Zuschauer mit einem Mix aus Las-Vegas-Show, Monumentalfilm, Sexappeal und Schwulenparade.

Liebesspiele im Tempel

Von unten schwebt sie zu Beginn der Show auf die Bühne, die eine Nachbildung der Akropolis ist. Zwischen den Säulen tanzen halbnackte Jünglinge, die ihrer Göttin huldigen: Kylie, der australischen Aphrodite. Sie tragen sie auf Händen die Treppe herunter, ziehen sie im Triumphwagen über den Laufsteg vor der Bühne, der direkt ins Publikum führt. Eine Göttin zum Anfassen. Zwar kommt sie nur wenige Male ganz nach vorne, dafür umso spektakulärer. Zu den Klängen von "There Must Be An Angel" schwebt Kylie auf einem als Engel verkleideten Tänzer durch die Halle ins Publikum.

Rund 200 Outfits wurden für die Sängerin, ihre fünfköpfige Band, die Backgroundsängerinnen sowie zehn Tänzer und acht Luftakrobaten angefertigt. Insgesamt soll die aufwändige Inszenierung inklusive Bühne und Kostüme 25 Millionen Euro gekostet haben. Eine Summe, die sich leider auch auf die Eintrittspreise niederschlägt. Zwischen 66 und 250 Euro kosten die Tickets für die Tour. Eine Summe, die offenbar längst nicht jeder Kylie-Fan bereit ist, auszugeben. Zumindest in Hamburg war die Arena mit 8000 Zuschauern bei weitem nicht ausverkauft. Damit das nicht zu sehr auffällt, waren die leeren oberen Ränge mit Vorhängen abgehängt.

Riesiges Wasserspektakel zum Abschluss

War Kylie trotzdem ihr Geld wert? Ja, finden die meisten der Zuschauer nach der Show. Zwar hätten einige Hits wie "Especially For Your", "The Loco-Motion" und auch ihr neuer Song "Higher" gefehlt, trotzdem sei er "hin und weg" von der Show, sagt Mattias aus dem Hamburger Stadtteil Sasel, der zum ersten Mal ein Kylie-Konzert besucht hat. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie live stimmlich so gut ist - und das trotz der Tanzeinlagen, die sie auf der Bühne absolvieren muss." Ihren zahlreichen schwulen Fans haben es vor allem die halbnackten Tänzer angetan. "Wie soll ich nur nach diesem grandiosen Ausflug in eine schwule Glitzerwelt in den grauen Alltag zurückfinden", sagt Alexander aus Eimsbüttel nach dem Konzert pathetisch.

Die schwule Glitzerwelt, sie hatte ihren Höhenpunkt am Schluss der Show. Zu "All The Lovers" räkelt sich Kylie mit ihren fast nackten Tänzerinnen und Tänzern zwischen meterhohen Wasserfontänen in einem "lebenden" Brunnen. Muskeln, nackte Haut und Wasser waren der perfekte Abschluss für die Kylie-Spiele. Und künftig muss es dann bei Kreuzworträtseln auf die Frage nach einer australischen Liebesgöttin wohl wirklich heißen: Kylie!