Sasha Vom Schmusesänger zum Rockstar und zurück


Dick Brave ist tot - es lebe Sasha. Vier Jahre nach dem letzten Pop-Album unter eigenem Namen meldet sich der Schmusesänger mit einer Tingeltour durch kleinere Clubs zurück - Kostproben seines neuen Albums inklusive.
Von Jakob Nienstedt

Sasha ist wieder da. Seine Nebenkarriere als rockender Dick Brave hat er nach vier Jahren trotz großen Erfolges vorerst aufgegeben. Der Sasha von heute ist aber nicht mehr ganz der Sasha, der er vor seiner Karriere als Rockabilly-Musiker war. Zwar beinhaltet seine Stimme noch immer einen Frauen verzückenden Schmalz, doch peppt er seine Musik inzwischen mit deutlich mehr Geschwindigkeit, Gitarre und Bass auf - die mitgeschleppten männlichen Freunde seiner Anhängerinnen danken es ihm.

Neues Album

Auf seiner Clubtour "im kleinen, intimen Rahmen" mit Terminen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt Sasha seinen Fans nicht nur einen Vorgeschmack auf einige Songs von seinem Anfang März erscheinenden neuen Album "Open Water", sondern spielt auch seine großen Hits von Ende der neunziger Jahre in deutlich rockigerer Art und Weise. Sein Publikum, wie er mindestens vier Jahre älter, allerdings im Gegensatz zu ihm auch einige Kilos schwerer geworden, zeigt sich begeistert.

Wie sein neues Album und die Single "Slowly" einschlagen werden, bleibt abzuwarten - bei seinem Hamburg-Konzert im Grünspan waren die beliebtesten Lieder nach wie vor seine alten, wenn auch aufgepeppten Schmonzetten wie "If you Believe" oder "We can leave the World behind". Wenn sich der Andrang auf die Plattenläden aber ähnlich entwickelt wie der Ansturm auf seine Clubtour, hat der 34-jährige Wahlhamburger weiter eine steile Karriere vor sich.

Begehrte Clubtour

In Hamburg bildete sich vor dem Club bei norddeutschem Schmuddelwetter eine Schlange von deutlich über hundert Metern Länge. Die Lokalität war wie schon beim Tourauftakt in Frankfurt bis zum Bersten gefüllt. Und die überwiegend weiblichen Mittdreißigerfans johlten und klatschten als ihr Idol die Bühne betrat. Der Sänger zeigte sich begeistert von der Atmosphäre und freute sich wieder da zu sein - in Hamburg, wo er sich so heimisch fühle.

Wieder Schwiegermamas Liebling

Sasha präsentierte sich im feinen schwarzen Jackett mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte - ein Hauch Blues Brothers lag in der Luft. Frauen erklimmten Balustraden oder die Schultern ihres Freundes, um einen Blick auf den Popstar zu erhaschen. Der schonte sich nicht und gab in zwei Stunden inklusive dreier Zugaben alles. Am Ende hing seine Krawatte ausgelaugt vom Hals und die verschwitzten und verzottelten Haare musste er sich mehrfach aus dem Gesicht streifen. Ein erfreutes Jauchzen vieler weiblicher Fans war bei solchen Gesten zu hören - der Künstler hat sich sein Schwiegermutterliebling-Image trotz seiner Rock 'n' Roll Phase definitiv bewahren können.

Ein Fazit zum zweiten Konzert seiner Februar-Tour gab Sasha am Ende des Auftritts selbst: "Ich war ein bisschen unsicher vor dieser Tour. Aber ihr habt mich eines Besseren belehrt", rief er dem Publikum unter tosendem Applaus zu. Man merkte ihm an, dass ihm sein Seelen-Ausflug als Dick Brave richtig gut getan hat. Schwiegermamas Liebling mit einer Prise Rock 'n' Roll - das könnte eine Mischung sein, die nicht nur eine Menge Frauen sondern auch ein paar Männer in die Plattenläden treibt.


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