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Rockstar vs. US-Präsident "Setzen Sie eine verdammte Maske auf": Bruce Springsteen macht Donald Trump rund

US-Präsident Donald Trump (l.) und Rocklegende Bruce Springsteen
US-Präsident Donald Trump (l.) und Rocklegende Bruce Springsteen
© Evan Vucci / Angela Weiss / DPA / AFP
Der "Boss" ist sauer auf den Oberboss: Rockstar Bruce Springsteen hat US-Präsident Donald Trump wegen dessen Umgang mit der Coronakrise heftig attackiert.

Als Bruce Springsteen 2009 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus für sein Lebenswerk geehrt wurde, sagte dieser unter Anspielung auf Springsteens Spitznamen: "Ich mag der Präsident sein, aber er ist der 'Boss'." Obamas Nachfolger sieht das sicherlich anders. Bei Donald Trump hat für gewöhnlich nur einer das Sagen: er selbst. Das bewahrte den Republikaner aber nicht davor, von dem Musiker jetzt kräftig den Marsch geblasen zu bekommen.

Springsteen "angepisst" von Trump

In seiner Radioshow "From My Home to Yours" ("Von meinem Zuhause an Eures") mit "Musik für schwierige Zeiten" richtete Springsteen am Mittwoch (Ortszeit) eine vernichtende Botschaft an Trump und die Führung des Landes. Der Rockstar begann die Sendung auf dem nach seiner legendären Band benannten Kanal E Street Radio des Senders SiriusXM, indem er den Zuhörern erzählte, dass er eigentlich für diese Woche ein Programm über "diesen seltsamen ereignisreichen Sommer" geplant hatte.

"Aber angesichts der mehr als 100.000 Amerikaner, die in den letzten Monaten gestorben sind, und der hohlen, beschämenden Reaktion unserer Anführer bin ich einfach angepisst", sagte der 70-Jährige in Hinblick auf die Coronakrise in den USA. "Diese Leben verdienen Besseres, als einfach nur unbequeme Statistiken für die Bemühungen unseres Präsidenten um seine Wiederwahl zu sein. Es ist eine nationale Schande." 

Springsteen hatte sein Programm deshalb geändert: "Anstatt heute die Freuden des Sommers zu feiern, werden wir über unsere gegenwärtige Situation mit dem Coronavirus nachdenken und die Kosten, die es unserer Nation verursacht hat", kündigte der Oscar- und Golden-Globe-Preisträger an. "Wir werden ausrechnen, was wir verloren haben, und für die Verstorbenen und die Familien, die sie zurückgelassen haben, beten."

"Wenn Sie bereit sind für ein Rock-'n'-Roll-Requiem, bleiben Sie dran", forderte Springsteen die Zuhörer auf und widmete das erste Lied Donald Trump. Zum Start werde er einen Song an den Mann schicken, der hinter dem Schreibtisch im Oval Office des Weißen Hauses sitzt, erklärte der Rockstar, bevor er Trump direkt ansprach: "Bei allem Respekt, Sir, zeigen Sie etwas Rücksicht und Sorge für Ihre Landsleute und Ihr Land. Setzen Sie eine verdammte Maske auf!"

Dann spielte Springsteen Bob Dylan mit seinem Lied 'Disease of Conceit'". Es handelt von der "Krankheit" der Selbstverliebtheit und Arroganz und ihren Folgen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Springsteen "From My Home to Yours" für einen Angriff auf die US-Regierung genutzt. "Das Land brennt und ist im Chaos", hatte er mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie, die Polizeigewalt im Land und die Proteste dagegen resümiert. "40 Millionen Menschen sind arbeitslos. Mehr als 100.000 Bürger sind an Covid-19 gestorben, und aus unserem Weißen Haus kommt nur die laueste und herzloseste Antwort."

Springsteen ist für sein gesellschaftliches Engagement bekannt. Im Wahlkampf 2012 warb er für Obama und vier Jahre später für Hillary Clinton. Doch der Musiker ist ein politisches Phänomen: Trotz seines Einsatzes für die Demokraten verehren ihn wegen seiner Lieder über die Sorgen und Nöte der Arbeiterklasse auch viele Konservative und Republikaner. Donald Trump sollte sich deshalb genau überlegen, wie er auf die Attacke der Rocklegende reagiert. Sonst endet sein Ärger mit dem "Boss" am 3. November noch mit einem Rauswurf.

Quellen: Bruce Springsteen auf Twitter 1, Bruce Springsteen auf Twitter 2


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